Donaufestival 2010: "Failed Revolutions"

4. März 2010, 13:01
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Bisher umfangreichstes Programm in Krems ab Ende April - Auftakt mit "Diskurs-Operette"

Krems/Wien - Mehr als 70 Veranstaltungen beinhaltet das Donaufestival 2010, dem Intendant Tomas Zierhofer-Kin in seiner sechsten Saison "Failed Revolutions" als Motto verpasst hat. Als Schauplätze in Krems dienen von 28. April bis 8. Mai Messegelände, Klangraum, Kunsthalle, Galerie Stadtpark, Tube und Kino im Kesselhaus.

"Ist das Betäubungsmittel einfach zu stark, um die Verdammten dieser Erde aufzuwecken?", lautet der - auf Plakaten und Foldern allerdings nicht enthaltene - Untertitel zum diesjährigen Festival-Slogan. Das Stichwort von den gescheiterten Revolutionen versteht Zierhofer-Kin im Sinne einer inflationären "Entwertung der Begrifflichkeit des Revolutionären" und der "Instrumentalisierung von Aufbegehren, Revolte und Exzess" durch spätkapitalistische Werbestrategien. Vor diesem Hintergrund strebt der Intendant mit seinem bisher umfangreichsten Festival "ein besseres, schöneres Scheitern in Krems" an. Bei einem Pressegespräch am Donnerstag stellte er das Programm vor.

"Iceland Hits Danube"

Zur Eröffnung wird am 28. April die "Diskurs-Operette" "Deichkind in Müll", erst Ende Februar in Hamburg uraufgeführt, auf der Bühne der Halle 1 im Messegelände gezeigt. Die Gruppe "Showcase Beat Le Mot" lässt diesmal das Mittelalter als Probierfeld der Gegenwart erscheinen ("1534"), "Gob Squad" inszenieren in "Revolution Now!" ein mediales Spektakel. Für psychedelisch-elektronische Grenzgänge sorgen u.a. Panda Bear, Fuck Buttons, Dan Deacon, Max Tundra oder Akufen. In Kooperation mit der Kunsthalle entsteht das Projekt "Iceland Hits Danube" unter Mitwirkung von Franz Graf und Franz Pomassl, mit dem Kino im Kesselhaus wird ein Kunst- und Kurzfilmprogramm realisiert, die Galerie Stadtpark zeigt Arbeiten der britischen Künstler Haroon Mirza und Richard Sides.

Landeshauptmann Erwin Pröll sieht die Intentionen der niederösterreichischen Kulturpolitik erfüllt: Das Donaufestival stelle einen Gegenpol zum sonstigen Kulturgeschehen im Bundesland dar, die 2005 erfolgte Neupositionierung habe sich bewährt. Laut Pröll sind 2,1 Millionen Euro für das Festival vorgesehen. 1,66 davon bringt das Land NÖ auf, 140.000 die Stadtgemeinde Krems. Der Bund hingegen lasse immer mehr aus bzw. sei unzuverlässig geworden: "Ich werde nicht müde werden, darauf hinzuweisen, dass der Bund in der Kulturpolitik immer mehr versagt." In Niederösterreich, so Pröll, gelte das Prinzip "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott". (APA)

 

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