Braunbär tappte in Fotofalle

4. März 2010, 12:02
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WWF: Braunbären dürften aus der Winterruhe erwachen - in Österreich fehlen Bärenweibchen

Wien - Langsam erwachen die Braunbären aus der Winterruhe: Im Gebiet der Kräuterin im steiermärkischen Bezirk Bruck an der Mur ist ein Braunbär in die WWF-Fotofalle getappt, teilte die Umweltschutzorganisation am Donnerstag in einer Aussendung mit. "Ob es sich um Moritz oder um Djuro handelt, lässt sich anhand des Fotos nicht sagen", erklärte WWF-Bärenexpertin Christina Kubalek. Ihrer Einschätzung nach ist der Bär auf dem Foto jedenfalls ein gesundes Tier.

Neben der automatischen Kamera ist eine Haarfalle angebracht - ein Zaun auf dem Weg zum Köder. "Beim Versuch, zum Kübel zu gelangen, der mit Mais und Rapsöl gefüllt ist, lässt der Bär einige Haare", so Kubalek. Die in den Haarproben enthaltene DNA wird im Genlabor des Wiener Naturhistorischen Museums analysiert und so der "genetische Fingerabdruck" des Bären ermittelt.

Hintergrund

Von der ehemals vitalen heimischen Population sind nur noch zwei Bären übrig: Moritz, der im vergangenen Mai ins Land seiner Jugend zurück gekehrte neunjährige "Salzkammergutbär", und sein 21 Jahre alter Vater Djuro leben noch im Gebiet der Nördlichen Kalkalpen in den Bundesländern Steiermark und Niederösterreich. Bis Elsa, die letzte Bärin der Österreichischen Population im Jahr 2007 verschwand, hatte Djuro mit ihr und anderen Weibchen 22 Mal für Bärennachwuchs gesorgt.

Moritz hingegen befindet sich seit Jahren erfolglos auf Brautschau. Als wanderfreudiger Bär wird er auch heuer wieder ausgedehnte Streifzüge unternehmen, so der WWF. Moritz habe aber stets eine natürliche Scheu vor dem Menschen gezeigt. Was in Österreich für ein gesichertes Bärenvorkommen fehle, seien weibliche Artgenossen. "Wann, wenn nicht im Jahr der Artenvielfalt 2010, sollen endlich Bärenweibchen kommen?", so Kubalek. (red)

  • Artikelbild
    foto: wwf
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