Frust, Wut und Angst vor neuer Krise

Marc Engelhardt, 3. März 2010, 17:43

Umstrittener Präsident Togos, Faure Gnassingbé, steht vor einem zweiten Wahlsieg

Lomé/Nairobi - Während Togos Präsident Faure Gnassingbé zum Ende des Wahlkampfs staatsmännisch die Einheit beschwörte, marschierten am Dienstag in der Hauptstadt Lomé mehr als 15.000 Oppositionsanhänger durch die Straßen und forderten einen Wechsel. „43 Jahre an der Macht sind genug", ist der beliebteste Slogan, den die Demonstranten unmittelbar vor der Wahl skandieren.

„Wir wollen endlich ein Ende der Gnassingbé-Dynastie", ruft François, einer der Demonstranten. Erst hat Gnassingbé Eyadema, zum Schluss nur noch „der Alte"genannt, das westafrikanische Land 38 Jahre lang mit eiserner Hand geführt: Er starb 2005 im Amt. Stunden nach seinem Tod ernannte das Militär Sohn Faure zum Nachfolger. Mehr als 400 Menschen starben, als Soldaten das Feuer auf Demonstranten eröffneten. Schließlich musste Faure Gnassingbé sich einer Wahl stellen, doch deren Ergebnis stand vorher fest.

Diesmal gibt der Amtsinhaber sich als Stütze einer demokratischen Wahl: „Die Wahl muss ruhig ablaufen, ohne Gewalt." Doch Oppositionsanhänger sind wütend, weil sie erneut Tricks vermuten. „Faure hat die Wahlregister gefälscht, im Norden stehen hunderttausende Geisterwähler auf den Listen", sagt ein Menschenrechtsaktivist, der seinen Namen nicht preisgeben möchte.

Doch die erwartbare Niederlage der Opposition in dem Sechseinhalb-Millionen-Einwohnerstaat, der außer Phosphat keine Bodenschätze besitzt und zu den 25 unterentwickeltsten Ländern der Welt zählt, ist zu einem guten Teil hausgemacht. Die Opposition tritt mit sechs Kandidaten an. Doch viele frustrierte Oppositionsanhänger werden nicht wählen.

Viele, vor allem in der Armee, sind immer noch der Meinung, dass Faures Bruder Kpatcha der bessere Präsident wäre - Kpatcha gilt als verschlagen und brutal, ein Abbild seines Vaters. Doch er sitzt im Gefängnis, seit ihm im April 2009 angeblich ein Putschversuch gegen Faure misslang. Auch deshalb steht die Afrikanische Union geschlossen hinter dem Amtsinhaber: Nach den Putschen in Niger und Guinea will man noch einen Konfliktherd in Westafrika um jeden Preis vermeiden. (DER STANDARD Printausgabe, 4.3.2010)

Elfmeter
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Afrika, ein verwunschener Kontinent, hoffnungslos, könnte man meinen.

Auch Jahrzehnte haben keine nachhaltigen politischen Verbesserungen gebracht. Wird's irgendwo besser, flammen wo anders neue Konflikte auf. Für mich der Beweis: NUR Bildung breiter Bevölkerungsschichten ist für einen nachhaltigen Erfolg der Garant; der "Rest" ergibt sich, über Generationen verteilt, von selbst.

Malkaye
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gegen die präsenz "ehemaliger" kolonialmächte ist kein kraut gewachsen.

einzig angola konnte sich dank kubanischer hilfe befreien.

captain future
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Darum ist ja Angola das erfolgreichste afrikanische Land und Lunada die Stadt mit dem hoechsten Lebensstandard ueberhaupt!
Schon mal dortgewesen?

Malkaye
00
angola hat die höchste wirtschaftswachstums-rate afrikas mein lieber.

schonmal in afrika gewesen, oder zumindest afrikanische freunde?

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