Russlands NOK-Präsident Tjagaschjow nach Debakel in Vancouver zurückgetreten
Moskau - Im russischen Sport rollen nach dem Olympia-Desaster in Vancouver die ersten Köpfe. Leonid Tjagaschjow, der 63-jährige Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), erklärte drei Tage nach dem Erlöschen des olympischen Feuers in Kanada seinen Rücktritt.
Tjagaschjow folgte damit einer ultimativen Aufforderung von Staatspräsident Dmitri Medwedew an alle verantwortlichen Trainer und Funktionäre, angesichts des schlechtesten Olympia-Ergebnisses der Russen in der Geschichte von Winterspielen ihre Posten zu räumen. Russland hatte als einstige Wintersport-Supermacht in Vancouver lediglich drei Gold- sowie fünf Silber- und sieben Bronzemedaillen gewonnen. Diese Ausbeute mit insgesamt 15 Medaillen bedeutete am Ende nach 86 Entscheidungen nur Rang elf im Medaillenspiegel.
Tjagatschow, der auch der private Ski-Lehrer von Regierungschef Wladimir Putin ist, war 2001 in das Amt gewählt worden und hatte 2009 noch den Zuschlag für eine dritte Amtszeit erhalten. Zuvor war er Sport- und Tourismus-Minister Russlands gewesen. In den 1970er Jahren war Tjagatschow Cheftrainer der sowjetischen Abfahrer gewesen. (APA/Si)