Uni-Zugang

Karl will "Motivation bei allen Studierenden prüfen"

3. März 2010, 16:04

Wissenschaftsministerin wünscht sich "in allen Bereichen die Besten"

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "News" spricht sich Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (VP) für Zugangsbeschränkungen in allen Studienrichtungen aus. "Es wäre natürlich sinnvoll, eine Prüfung der Motivation bei allen Studierenden durchzuführen", so Karl im Interview.

Für das Lehramtstudium sei bereits ein Aufnahmeverfahren mit dem Koalitionspartner festgelegt. "Ich will auch in anderen Bereichen die Besten", sagt die Wissenschaftsministerin. Sie hofft, Bildunsministerin Claudia Schmied (SP) von dem Vorschlag überzeugen zu konnen.

"keine soziale Selektion"

Das Argument, dass Zugangsbeschränkungen sozial Selektion fördern, lies sie nicht gelten: "In Massenstudien kann man nicht zügig studieren, es gibt Wartezeiten auf Seminar- und Laborplätze. Und wer hat den längeren Atem, wenn das Studium zwei, drei Semester länger dauert? Jene mit mehr Geld."

Kritik von ÖH und SPÖ

Die ÖH kritisierte den Vorschlag der Wissenschaftsministerin umgehend in einer Aussendung. "Alle Studien belegen, dass die Zahl der Hochschul-AbsolventInnen im internationalen Verglich viel zu niedrig ist. Anstatt die Studienplätze zu verknappen, soll die Bundesregierung endlich für die Ausfinanzierung der Universitäten sorgen, um mehr Interessierten ein Studium zu ermöglichen", so Thomas Wallerberger vom Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung.

"Wir brauchen ganz sicher nicht mehr Hürden an den Universitäten, sondern wir brauchen mehr gut ausgebildete junge Menschen in Österreich", reagiert SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl auf den Vorschlag von Karl. Unter Berufung auf das Regierungseinkommen stellte Kunzl kar, das Zugangsbeschränkungen nur im Notfall eine befristete Option sein dürften. (red, derStandard.at, 3.3.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 381
1 2 3 4 5 6 7 8 9
Papiertiger
07
wtf? wozu gibt es die reifeprüfung namens matura?

Roky Erickson
24
"Die Frau Karl"

... nicht die Beste und noch dazu schlecht motiviert

no ja
00
das muss man verstehen

sie wollte ja nicht wissenschaftsminister werden....sie hat schon gewusst, wo ihre grenzen sind

scala2
122
Der SPÖ alles umsonst Hochschulzugang, der es jedem

Arbeitsverweigerer ermöglicht den studierwilligen Seminarplätze wegzunehmen und den Unis auf der Tasche zu liegen, hat innerhalb von 30 Jahren Österreich sowohl in Lehre als auch Forschung zu den schwächsten Hochschulländern Europas gemacht.

Wir haben nach 30 Jahren sozialistischer Träumerei, die niedrigsten Akademikerquoten und die sozial selektivsten Studienzu- und Abgänge.

Und das alles obwohl wir kostenmäßig im oberen Mittelfeld liegen.

Es wird Zeit die 68er Scheuklappen abzulegen, und anstatt nur Uralt-Forderungen immer neu zu Demonstrieren auch endlich einmal neue Vorschläge wenigstens anzudenken.

Das wird man von der selbsternannten zukünftigen Elite wohl noch verlangen können.

Ansonsten: alles Geld den FHs.

Papiertiger
03
mit anderen worten

die bildungspolitik der övp der letzten jahre ist gescheitert!

zeit auf die forderungen der studierenden einzugehen!

www.bolognaburns.org

Gendo
07

Das komische ist aerb nur das schon etwas länger die ÖVP für die Unsi zuständig ist zeitweise sogra ohne rote Regierungsproblemmacher) und es in dieser Zeit nur schlechter wurde. Aber noch nicht schlecht genug wie es scheint (da ja noch immer Kinder von Arbeitern auf die Uni kommen, sowas darf einfach nicht sein!!!)
Man sollte die eigenen Fehler wenigstens eingestehen und sie nicht anderen in die Schuhe schieben aber konservative Kräfte sind ja darin gut.

Abu Simbel
 
08
motivationsprüfung?

gerne. warum nicht auch gleich für beamte, national- und landtagsabgeordnete, lehrern sowie bei den ministern.

auch da wünsch ich mir nur die besten. ein frommer wunsch...

Der Vater Staat
28
Einfach beschränkt

Welchen Nutzen bringen Zugangsbeschränkungen, wenn unsere Akademiker/innen/quote ohnehin viel zu niedrig ist? Wir brauchen endlich mehr Mittel für die Bildung und keine sinnlosen Schikanen!

gabroman
01
Nicht die Akademikerquote wird damit gesenkt ...

... sondern die Drop-Out-Rate !!!

Wenn einer nicht für ein Studium geeignet ist, wird er es auch nicht beenden.

Das Konservatorium z.B. bildet auch keine musikalischen "Antitalente" aus.

Dieses "Klingt nett - probieren wir es halt einmal" bei der Studienwahl muss einfach aufhören.

BuddyHill
06
liab, eine ministerin die ein

kostenloses "auswendiglernstudium" absolviert hat, ist für studiengebühren und will jetzt auch noch darüber urteilen wer zu den besten gehört?

wann wird es endlich wieder mal einen wissenschaftsminister geben, der eine ahnung von richtiger forschung hat? diese jus- und philosophieabsolventen die mittlerweile ihre einzige existenzberechtigung in der politik sehen, sind inzwischen nur noch zum speien und nicht mal mehr kurzweilig!

no ja
06
die besten

wünsche ich mir auch fürs ministeramt.........es wird beim wunsch bleiben

Perstein Brück
62
nicht jeder ist für ein TU-Studium geeignet

insbesonders technische Studienfächer sichern den Wohlstand, doch hierfür benötigt man ein gewisses Maß an Intelligenz. Es sind alle Anstrengungen zu unternehmen, um alle TU-geeigneten Studenten zu aktivieren. Dorthin muessen die Mittel fließen. Bei den anderen Studien wie Publizistik, für welche kein Mindestmaß an Intelligenz erforderlich ist und wohin es daher wohl auch die meisten drängt, bitte rigoros kontingentieren.

safoe
00
23.3.2010, 22:00
@perstein brück: intelligenz?

fehlt ja nur noch, dass man an der uni "intelligenz" studieren darf. vor allem, wenn man "dumme" techniker ein bissl "intelligenz" studieren liesse - nicht auszudenken...

will sagen: völlig sinnfrei, was Sie da von sich geben.

FHler
00

Alle Fachrichtungen, Studienrichtungen, und Universitäten (egal ob jetzt z.B. University of Technology oder University of Applied Sciences) sind als gleichwertig wertvoll und wichtig für die Gesellschaft zu sehen.

mineraloge
19
Alle Fächer haben ihre Berechtigung

Ich bin selbst an einer Technischer Universität, teile aber nicht die Meinung, dass die hier angebotenen Fächer förderungswürdiger sind als andere. Natürlich brauchen wir auch gute Journalisten, Psychologen, Volkswirte und Islamwissenschaftler! Das Problem ist, dass die Ministerin keine Anstalten macht, die Kapazitäten dem Bedarf anzupassen. Wenn es auf einer Landstraße Stau gibt, wird sie schnell ausgebaut, wenn eine Uni überlaufen ist, geschieht das nicht. Ich fordere den Ausbau der Universitäten Linz und Klagenfurt zu Volluniversitäten (inc. Medizin und Ingenieurwissenschaften), die Gründung einer neuen Universität in Bregenz und die Erweiterung aller bestehenden Universitäten um den Faktor 1,25 zur Erweiterung der Kapazitäten!

Perstein Brück
72
es geht um eine Optimierung

Stimme völlig überein, dass wir in allen Disziplinen ausreichend Leute mit bestmöglicher Ausbildung benötigen. Es geht um eine optimale Allokation des vorhandenen Humankapitals auf die diversen Fächer unter der einschränkenden Nebenbedingung der knappen Geldmittel mit dem Ziel, einen optimalen Nutzen für die Volkswirtschaft zu erzielen. Und dabei sind Präferenzen gewisser Studienrichtungen nichts Verbotenes.

mineraloge
00
"Allokation des vorhandenen Humankapitals"

Das halte ich - abgesehen von der verunglückten Wortwahl - für den falschen Ansatz. Der Staat sollte jungen Menschen nicht aus volkswirtschaftlichen Gründen zu einem bestimmten Studium raten oder von ihm abraten. Aufgabe einer guten Maturantenberatung ist vielmehr, die Interessen und Stärken des Einzelnen zu erkennen und auf dieser Grundlage ihm eine Ausbildung oder ein Studium zu empfehlen. Es ist niemandem geholfen, wenn es Tausende Absolventen von den Unternehmen nachgefrager Studiengänge gibt, wenn diese Absolventen ihre Arbeit nicht gern machen und daher unmotiviert sind!

derbrain
10
Bullshit!

Mit Ihnen ist Bullshit-Bingo ja langweilig, Sie schaffen das in einem Satz ;-)
Dass das mit der Planwirtschaft (und nichts anderes Verlangen Sie) keine so gute Idee ist, haben inzwischen hoffentlich die meisten begriffen...
Nur seltsam, dass genau die Liberalen Ihre Forderungen teilen. Verkehrte Welt...

Gendo
03

Humankapital, dass sagt schon alles. Sie selbst sehen sich aber nicht als Gegenstand, da es solche Menschen gibt und solche oder?

graeslein
 
04



Ich glaube, dass man fast alles studieren kann, denn mit dem Fortschreiten in einem Fach kommt auch verstärkt die Motivation. Die Sache wird einfach spannender. Dinge, die einem anfangs beinah unbewältigbar erscheinen, werden plötzlich praktikabel und vor allem interessant. Deswegen geben die meisten auch im ersten Studienabschnitt auf. Schade darum, gerade in der Studieneingangsphase sollen die Leute nicht überfordert werden. Weder in Bezug auf "Freiheit" noch in Bezug auf den Level.

Munis
39
BITTE NEHMT DER ÖVP DAS BILDUNGSMINISTERIUM WEG!!!!!

Die ÖVP begreift es nicht. Sie empfindet es als "Problem", wenn mehr Menschen studieren wollen, andere Staaten würden sich darüber freuen und den Studenten alles bieten, was sie brauchen. Es wird immer schlimmer - zuerst der Trampel Gehrer, dann der Zivilversager Hahn und jetzt so eine Parteisoldatin mit Scheuklappen, die affenartig immer die selben abgelutschten Argumente vorbringt.
Ja ich bin für eine Selektion und für strengste Auslese bei Politikern - dann würden uns solche Flaschen wie Karl erspart bleiben, die ist nämlich kein Aufbuchssignal an die jungen Leute.

derbrain
03
Motivation...

Natürlich ist es nicht optimal, wenn Leute sich während des Studiums erst orientieren und quasi halbmotiviert irgendein Studium anfangen, das sie irgendwie interessiert.

Aber was ist denn die Alternative? Unstudierte Leute auf den eh schon überfüllten Arbeitsmarkt schmeißen? Und wie schauts bei den Arbeitnehmern aus? Sind die alle motiviert? Oder haben sie innerlich eh gekündigt, brauchen aber das Geld? Diesen Luxus (nämlich Geld kriegen für möglicherweise gar nicht so angenehme Tätigkeiten) haben Studierende nicht.

Es kann nicht oft genug gesagt werden: Das Problem ist ein gesamtgesellschaftliches. Klassische Berufe werden immer unwichtiger. Aber anstatt neue Perspektiven zu schaffen, werden diese immer weiter eingeschränkt.

evolution hunter
07

Für alle jungen Leute, die noch zur Schule gehen und später studieren wollen: Ihr tuts ma leid, ehrlich! Traurig, das sagen zu müssen...

Naschgul
04

Dem schließe ich mich an. Jedes Mal, wenn ich einen Artikel zur derzeitigen Uni-Politik lese, bin ich heilfroh, dass ich mein Studium schon längst abgeschlossen habe, ich glaub, das würde heutzutage einfach keinen Spaß mehr machen.

LdB
 
12
Aufnahmebedingung ? Studienplatzbeschränkung

Mit Aufnahmebedingungen kann man einer bestimmten Anzahl an Studierenden garantieren, dass sie ihr Studium ohne Hindernisse fertigstudieren können.

Wie viele Studienplätze es dann gibt bleibt festzulegen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 381
1 2 3 4 5 6 7 8 9

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.