Gewerbsmäßiges Betteln wird verboten

3. März 2010, 14:14
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    foto: apa/dpa/frank may

    Gewerbsmäßiges Betteln soll in Wien verboten werden.

Strafrahmen von bis zu 700 Euro oder einer Woche Freiheitsstrafe - Zustimmung von ÖVP und FPÖ - Grüne üben Kritik

Wien - In Wien wird das gewerbsmäßige Betteln verboten. Die Novelle des Landessicherheitsgesetzes soll auf Initiative der regierenden SPÖ voraussichtlich am 26. März den Landtag passieren. Eine Zuwiderhandlung ist demnach eine Verwaltungsübertretung, die mit einer Geldstrafe bis zu 700 Euro oder einer Freiheitsstrafe bis zu einer Woche geahndet wird. Eigenbedarfsbettler sollen nicht getroffen werden.

"Vereinzelt gibt es Personen, die aus persönlichen oder anderen Gründen keine Hilfe in Anspruch nehmen wollen und ausschließlich - sozusagen - für den Eigenbedarf betteln", so SPÖ-Klubchef Lindenmayr. Dies sei weiterhin erlaubt, wenn sich die Betroffenen nicht aggressiv verhielten. Es gehe keinesfalls um ein generelles Bettelverbot. Bereits seit längerem ist das Fragen nach Almosen in der Bundeshauptstadt mit Strafe bedroht, wenn es "in aufdringlicher oder aggressiver Weise" durchgeführt wird oder eine "unmündige minderjährige Person" dazu veranlasst oder mitgeführt wird.

Die ÖVP frohlockte über den Schritt der Sozialdemokraten, die sich endlich durchgerungen hätten, den Forderungen der Volkspartei nachzukommen. Durch die Begriffsbestimmung werde schließlich nahezu jede Form der Bettelei, die derzeit in Wien auftrete, unter Strafe gestellt. Auch die FPÖ konstatierte: "Der erste richtige Schritt in Richtung Sicherheit ist getan."

Scharfe Kritik von Grünen

Scharfe Kritik am geplanten Bettelverbot kommt von den Wiener Grünen. Wenn sich die SPÖ mit ihren Plänen durchsetze, dürften in Zukunft all jene des Ortes verwiesen werden, "die andere Personen beim widmungsgemäßen Gebrauch von öffentlichen Einrichtungen unzumutbar beeinträchtigen", zitierte der nicht amtsführende Stadtrat David Ellensohn aus dem SP-Antrag.

Hier würden Obdachlose, Drogenkonsumenten oder Menschen mit verwahrlostem Aussehen ins Visier genommen: "Dies ist ein Freibrief für die Polizei, all jene zu vertreiben, die etwas außerhalb der Norm liegen: Fünf langhaarige Studenten vor dem Westbahnhof oder ein Obdachloser auf der Mariahilfer Straße - verwahrlost, weg mit ihnen." Die SPÖ sinke somit auf das Niveau der FPÖ herab: "Das lässt leider für die kommenden Monate Schlimmes erahnen." (APA)

Kommentar posten
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DonSalvatore
 
00
19.3.2010, 10:42
Wien wird also sauberer...

...und bekämpft die Armen statt der Armut. mehr unter: http://bit.ly/d8QLQk

Ndugu
10
16.3.2010, 08:14
Die SPÖ outet sich immer mehr als Verschnitt von OVP/FPÖ!

Peinlich, diese Anbiederei an vermeindtliche Wähler!
Peinlich, diese menschenverachtende Vorgangsweise!
Peinlich, diese allumfassende Ratlosigkeit, wie man mit Bettlern umgehen kann, oder wie man überhaupt verhindern kann, dass Menschen betteln müssen.

Schäkt's Euch, Ihr sogenannten Sozialdemokraten!

maria kidalg
 
00
18.3.2010, 11:43
Information statt Vorurteil!

Hintergrundinfos finden Sie bei der BettellobbyWien:
http://bettellobbywien.wordpress.com/

ratio
00
16.3.2010, 11:11
Sie verwechseln ehemalige Sozialisten mit Cap italisten.

Katzengras
00
14.3.2010, 23:32

Arm sind diese Leute allemal. Aber ich mag nicht gerne betrogen werden - und den starken Verdacht hab ich nun mal, wenn plötzlich Bettler auftreten, die alle das gleiche "Krankheitsbild" (Füsse einwärts gedreht, eine viel zu kurze Krücke) aufweisen. Diese Corporate Identity macht es mir schwer anzunehmen, dass da keine Organisation dahintersteckt.

Nachtsonne
00
16.3.2010, 03:19

Organisiertes Betteln war auch bisher unter Strafe verboten.

Gewerbsmäßiges ist etwas anderes.

Arthur D Little
 
02
"gewerbsmäßges Betteln"

ich hoffe darunter fallen in erster Linie alle Straßenkeiler von Vier Pfoten, Greenpeace etc. diese Banden mit ihrem aggressiven Gekeile belästigen nämlich wirklich im Gegensatz zu den wahren Bedürftigen!

Nachtsonne
00
16.3.2010, 03:49

Eine und selbe, Dialog.

http://www.datadialog.at/ DaDi GmbH Graz-Umgebung FN 170032y

http://www.fundraising.at/DIENSTLEI... fault.aspx




Dr.in Luitpold Bäringer
02
Die Zahl der mit Krücke hatschenden Bettler steigt an in letzter Zeit in Wien, das bleibt nicht unbemerkt

Diese Vorgehensweise der Stadt-Regierung ist trotzdem frei nach dem Motto: "Eure Armut kotzt mich an" zu verstehen.

:-(

Legt den Hintermännern das Handwerk - die paar Stunden Observation wird doch noch drinnen sein im Sicherheitsbudget?

Totaler Durchblicksstrudel
00

Ich persönlich mag diese Bettler nicht. Aber nur, weil die alle so arm sind!

ratio
00
16.3.2010, 11:13
Weil die Kirche nur mit reichen Leuten teilt, gibt es immer arme Leute!

dani-ela
 
04

Also ich muss zugeben...manchmal wirds mir auch ein bissi zu viel mit dem "angequatscht" werden. Aber verbieten? Unter Strafe stellen? Und das im roten Wien? Gehts noch?

Es gibt wohl schlimmeres als das "BiiiiitteBiiiiitte" Gejammere. zB diese ganzen Grennpeace und Co. Keiler. Die sind aggressiv und stören...

wwelv folig
03
und wie wollen sie die 700 euro verlangen?

soll er zum polizei posten gehn wenn der becher voll ist oder wie stellen die sich das vor?

wahnsinn...

Nachtsonne
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der Kassier des Magistrats vor Ort

derPolizist
02

Was die Gewerbsmäßigkeit betrifft, nehme ich mir einfach die adaptierte Definition des StGB zur Hand, also dann: "Gewerbsmäßigkeit liegt vor, wenn der Bettler die Bettelei in der Absicht durchführt, sich durch wiederkehrende Durchführung der Bettelei eine fortlaufende Einnahme zu verschaffen. Gewerbsmäßigkeit setzt nicht vorraus, dass der Bettler über eine feste Abnahmeorganisation für das Erbettelte verfügt; ebenso kommt es nicht auf die Intervalle zwischen den einzelnen Betteleien an."

Ich find ja toll von der Gemeinde Wien, dass sie etwas unter Strafe stellt, aber der Polizei überlässt, die genaue Definition dafür zu finden, was genau dann strafbares Handeln ist...

Nachtsonne
00

die meiste poster verstehen nicht was unter gewerbsmäßig zu verstehen ist, die halten den ausdruck eine synonym für organisiert.

peter a. krobath
12

"Armut ist letztlich nicht mit dem Strafgesetzbuch, sondern nur durch entsprechende ökonomische wie soziale Maßnahmen zu lösen."
"Ein neues Wiener Landesgesetz, das ein allgemeines Bettelverbot beinhaltet, ist jedenfalls nicht notwendig, mit der SPÖ wird es jedenfalls eine solche Regelung nicht geben"
Wer so argumetiert? Godwin Fischer, Sicherheitssprecher der Wiener SPÖ. Ok, der Zeitpunkt der Aussagen liegt 2 Jahre zurück. Aber 2 Jahre? Was ist da bitte passiert, dass sich eine Grundsatzhaltung so umdreht? Ach, ja, die Spekulanten haben uns in eine Krise manövriert, die Armut nimmt zu. Darauf muss man natürlich reagieren. Spekulationsverbot? Erlauben die Freunde nicht. Also: Liebe Leute, die Bettler sind Schuld an eurer Armut! Weg damit!

rollie63
85

die kirche schickt sogar kinder zum betteln.
sollte auch nicht sein.

RebelAngel
 
04
wolle Rose?

michael grasberger
75
ausstieg rechts

bettelverbot, rauchverbot, videoüberwachung...
die wiener spö sollte sich lieber für ein wenig großstädtische toleranz einsetzen als sich den rechten soziopathen und ordnungsfanatikern anzubiedern.
leben und leben lassen.
ob gewerbsmäßige oder gelegenheitsbettler, das sind jedenfalls allesamt nicht die leute, denen es zu gut geht in unsrer gesellschaft.
man gibt - oder eben nicht. die unterscheidung in mitleidswürdige und -unwürdige halte ich für extrem pervers.

Der Tourist
24
Auch für die Mozart-Bettler gültig?

Hoffentlich gilt das Bettelverbot auch für die als Mozart-Figuren verkleideten Ticket-Keiler im 1. Bezirk.

I. O.
12
Strafrahmen von bis zu 700 Euro...

... na dann der BettlerInen müssen halt noch mehr Stunde betteln gehen! ;-)
.

Anja rewa
00

Was ist mit Straßenmusikanten?
Die wollen das doch nicht etwa verbieten?!

Marie Luxemburg
11

die christlich-soziale övp, jaja

gruenhasser
314
Spendensammler!

Grüne wenn ihr das nicht wollt---dann geht Spenden
sammeln!

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