Sportverletzungen im Blickpunkt

3. März 2010, 11:59
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Im Rahmen von Sportverletzungen ist der Einsatz der Radiologie meist unverzichtbar

Mit Radiologie bekommt fast jeder im Laufe seines Lebens zu tun - meistens in Zusammenhang mit Sportverletzungen. In Österreich gibt es pro Jahr rund 200.000 Sportunfälle. Die häufigsten Sportverletzungen passieren bei den Wintersportarten Skifahren und Snowboarden und beim Fußballspielen.

Selbstüberschätzung und Überforderung

Die Verletzungsursachen variieren von Sportart zu Sportart. So treten sie beim Mountainbiking einerseits häufig durch Selbstüberschätzung und Überforderung auf, andererseits durch ein von den Sportlern bewusst eingegangenes erhöhtes Risiko bei Bergabfahrten. "Nachteilig wirkt sich leider auch aus, dass etwa beim Mountainbiking selbst das Tragen von Schutzkleidung wenig an der Unfallhäufigkeit und dem Ausmaß der Verletzungen ändert - abgesehen von 'Bagatellverletzungen' wie Hautabschürfungen oder Prellungen", erklärt Gerd Schueller, Bereichsleiter der Unfallradiologie an der Medizinischen Universität Wien, im AKH Wien im Vorfeld des 22. Europäischen Radiologenkongresses in Wien.

Oft mehrere Untersuchungen notwendig

Bei vielen Verletzungen sind mehrere radiologische Untersuchungen notwendig, erklärt Schueller: "Zum Beispiel bei einem Erwachsenen, der einen Bruch des oberen Schienbeins hat, wird zuerst ein Übersichtsröntgen angefertigt. Danach müssen die Bänder und Sehnen des Kniegelenks begutachtet werden, dazu ist eine Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig." Stellt sich dabei heraus, dass ein Kreuzband gerissen ist, kann danach zur Operationsplanung als weitere Untersuchung eine Computertomographie (CT) gemacht werden, bei der das Gelenk in 3D-Technik dargestellt wird. Anhand dieser Methode können Radiologen und Unfallchirurgen die Untersuchung des Patienten detailliert besprechen und Chancen und Risiken des weiteren Vorgehens, sprich einer Operation, abwägen.

CT und MRT im Vergleich

"Der Vorteil der CT ist die rasche Verfügbarkeit. Nicht nur in Traumazentren, sondern auch in den meisten kleineren Krankenhäusern läuft der Computertomograph in der 24-Stunden-Versorgung", weiß Schueller. "Der Nachteil ist die Strahlenbelastung, vor allem für jüngere Menschen, bei denen viele Organe besonders strahlensensibel sind und die Gefahr der Krebsentstehung letztlich nicht vom Tisch gewischt werden kann. Der Vorteil der MRT ist, dass vor allem Bindegewebe, Muskulatur, Sehnen und Bänder sowie das Innere der Knochen genau beurteilt werden können, während die CT die vor allem die äußere Knochenschicht besser darstellt. Der Nachteil der MRT für den Patienten mit der akuten Sportverletzung ist die Wartezeit auf einen Termin. Diese kann, je nach Verfügbarkeit des MRT, oft über eine Woche betragen.

18.000 Radiologen tagen in Wien

Beim 22. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of Radiology/ECR) vom 4. bis 8. März 2010 in Wien werden auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der medizinischen Bildgebung ihr Fachwissen auf den verschiedensten Gebieten austauschen, und die neuesten Erkenntnisse der Forschung präsentieren. Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie mit mehr als 18.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt. (red)

  • Bruch des linken Oberarmknochens Computertomographie, 3D-Reformation.
    foto: © universitätsklinik für radiodiagnostik, medizinische universität wien  

    Bruch des linken Oberarmknochens Computertomographie, 3D-Reformation.

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