Ex-Ruder-Trainer geständig

03. März 2010 12:00

Kessler gibt Blutabnahmen seiner Sportler bei Humanplasma zu, bestreitet jedoch Rückführung - Kessler: "Das hatte mit Doping nichts zu tun"

Wien - Der ehemalige Ruder-Nationaltrainer Martin Kessler hat Blutabnahmen von ihm betreuter Sportler bei Humanplasma eingestanden. Wie die ehemalige Weltkasseläuferin Stephanie Graf gibt der Vorarlberger aber an, die Blutkonserven seien niemals refundiert worden. Damit läge kein Doping vor. "Es stimmt, dass ich dort war. Es stimmt, dass Blutabnahmen stattgefunden haben, aber niemals eine Blutrückfuhr", sagte der nunmehrige Leiter des Sportservice des Landes Vorarlberg zur Tageszeitung "Vorarlberger Nachrichten".

Humanplasma hatte Kessler am Dienstag neben dem ehemaligen Langlauf-Trainer Walter Mayer und Sportmanager Stefan Matschiner als Drahtzieher der Blutdopingpraktiken genannt. Bereits Ende 2009 hatte die Tageszeitung "Kurier" über Kessler als einen der Hintermänner berichtet.

Die Idee, mittels Blutabnahmen Leistungssteigerungen zu erzielen, sei nicht als Doping zu verstehen, meinte Kessler. "Im Trainerteam haben wir damals nachgedacht, wie wir die Leistung unserer Athleten verbessern können. Unser Gedanke war folgender: Wir lassen Blut abnehmen, der Körper bildet daraufhin frisches, sauerstoffreicheres, was zu einer Leistungssteigerung führt. Das hatte nichts mit Doping zu tun, sondern war ein legaler Weg. Wir wollten damit ein Höhentraining simulieren. Deshalb habe ich bei Humanplasma vorgesprochen", lautete die Erklärung des Ex-Erfolgstrainers (1997 bis 2005) der österreichischen Ruderer.

"Das Experiment hatte nicht den gewünschten Effekt gebracht und so sind wir damals davon abgekommen. Danach hatte ich keinen Kontakt mehr mit Humanplasma", erklärte der 48-jährige Vorarlberger. Humanplasma hatte dagegen am Dienstag mitgeteilt, dass die "Organisatoren" Mayer, Kessler und später auch Matschiner die Konserven zur Rückführung in den Firmenräumlichkeiten auch abgeholt hätten.

Um seine berufliche Zukunft macht sich Kessler keine Sorgen. "Warum denn? Es ist ein völlig anderer Job, den ich hier mache. Ich bin kein Trainer mehr. Man sollte nicht verschiedene Dinge vermischen", betonte Kessler, der seit September 2005 Leiter des Referats Sport beim Amt der Vorarlberger Landesregierung und Geschäftsführer am Olympiastützpunkt Dornbirn ist. Seit 1. Jänner 2010 ist er Geschäftsführer des Sportservice Vorarlberg, wo er auch erste Anlaufstation für Kaderathleten ist.

Unter seiner Führung als Nationaltrainer hatten Österreichs Ruderer mit WM-Gold, WM-Bronze und etlichen Weltcupgesamtsiegen historische Erfolge geschafft. Die "Sportwoche" hatte im Vorjahr von vier Ruderern berichtet, die vor den Olympischen Spielen 2004 in Athen bei Humanplasma gewesen sein sollen.

Die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) lässt derzeit von Experten prüfen, ob Sportler und Betreuer, die in den Ermittlungsakten der SoKo Doping mit Manipulationsvergehen in Verbindung gebracht werden, belangt werden können. Geklärt soll dabei auch die Frage werden, ob die Abnahme des Blutes bereits als Dopingtatbestand geahndet werden kann. Graf, die Anfang 2004 zurückgetretene Olympia-Zweite über 800 m von Sydney, die eine Blutabnahme bei Humanplasma im Jahr 2003 bereits vor einigen Monaten eingestanden hat, ist bisher unbehelligt geblieben.

Neben Graf, dem geständigen Ex-Radprofi Bernhard Kohl, sind nach Angaben von Humanplasma zwischen 2003 und 2006 rund 30 Sportler zu Blutabnahmen bei Humanplasma gewesen. Dopingvergehen verjähren nach acht Jahren. (APA)

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11.03.2010 01:18
geständig ...

... hört sich anders an.

bei uns in bagdad
07.03.2010 19:39
achtung!

wir reden hier von einem ausgesuchten experten des ministerberaterteams

joergipoergi
04.03.2010 10:30
I tried...

...but i didn't inhale!

dr.peb
04.03.2010 11:55
Missverständnis

Endlich einmal Gelegenheit, das Missverständnis aufzuklären: Clinton sagte: "I tried but I did it in Yale". Er spielte damit auf die Freiräume der Elite-Uni an, die in den 70er Jahren per Verordnung das Haschisch-Rauchen zu Testzwecken ("try it or leave us") erlaubte. Ähnliches galt ja einige Zeit für die österreichischen Ruderer. "Lass es kesseln", meinte eben nicht nur den sportlichen Einsatz, sondern bezog sich bildlich auf die Praxis der Blutabnahme. Von einer Rückführung ist in diesem Sprichwort nirgends die Rede. Also: Kein Doping!

1000 Kopfläuse können nicht irren
04.03.2010 08:47
Kessler hält die Leute aber für ganz schön naiv.

Humanplasma sagt aus, die Blutbeuteln wurden auch wieder abgeholt. Kessler will anscheinend nur das zugeben, was man ihm bereits beweisen kann. Dazu noch die Aussage, "wir haben Blut nur entnommen.. blabla".

"Um seine berufliche Zukunft macht sich Kessler keine Sorgen. "Warum denn? Es ist ein völlig anderer Job, den ich hier mache. Ich bin kein Trainer mehr. Man sollte nicht verschiedene Dinge vermischen", betonte Kessler, der seit September 2005 Leiter des Referats Sport beim Amt der Vorarlberger Landesregierung und Geschäftsführer am Olympiastützpunkt Dornbirn ist. Seit 1. Jänner 2010 ist er Geschäftsführer des Sportservice Vorarlberg, wo er auch erste Anlaufstation für Kaderathleten ist."

Eh nur "Sport", "Landesregierung", etc.

Ivan Fedorov
04.03.2010 07:29
Wir lassen Blut abnehmen, der Körper bildet daraufhin frisches, sauerstoffreicheres, was zu einer Leistungssteigerung führt.

i brunz mi an...

1000 Kopfläuse können nicht irren
04.03.2010 08:48
Die Zentrifuge hat kurzfristig sicherlich mehr Leistung!

(C;

Karl-Friedrich Sattmann (ehem. Tschuggi)
03.03.2010 22:06

"Im Trainerteam haben wir damals nachgedacht, wie wir die Leistung unserer Athleten verbessern können. Unser Gedanke war folgender: Wir lassen Blut abnehmen, der Körper bildet daraufhin frisches, sauerstoffreicheres, was zu einer Leistungssteigerung führt. Das hatte nichts mit Doping"

Und vorher hat er sich sein Gehirn entnommen und der Körper hätte ein neues intelligenteres nachbilden sollen, was aber leider auch nicht funtioniert hat.

Der Typ ist super...hahaha.

h k
03.03.2010 18:04
auf die edlen Blut-Spender

Totaler Durchblicksstrudel
 
03.03.2010 17:21

Wie wichtig wäre es, dass solche Figuren vor dem Gericht unter Eid aussagen müssten! Dort würden sie sich ihre "Wahrheiten" zweimal überlegen müssen!

süd tiroler
 
03.03.2010 16:26

Aber reingehauen wurde (und wird teilweise immer noch) auf den Berni Kohl, weil er der einzige war der die Wahrheit gesagt hat.

Tschick Tschaikowsky
04.03.2010 07:16

Kohl ist auch als einziger nachweislich gedopt. Alle anderen sind sauber...

shaki1
03.03.2010 16:08
Missio Sanguinis


der gute, alte Aderlass...

Bei der Frau Graf hätte eine Eigenblutreserve ja Sinn gemacht, nach dem Tritt auf die Mineralwasserflasche.

W. Müller
 
04.03.2010 11:54
.. bei dem sie sich übrigens am RIST verletzte !


Eigenartige Art zu gehen.

coolman
03.03.2010 16:01
ausreden

alleine für diese aussage gehört er eingesperrt !

waffel
03.03.2010 14:37

Wir lassen Blut abnehmen, der Körper bildet daraufhin frisches, sauerstoffreicheres, was zu einer Leistungssteigerung führt

sorry aber das ist absoluter blödsinn, ich hab 2 ironman´s hinter mir und geh immer noch 2 mal die woche schwimmen und öfter laufen, wenn ich blutspenden war bin ich 2-3 tage deutlich weniger leistungsfähig und es dauert 2-3 wochen bis ich wieder richtig "fit", bitte die anführungstriche beachten, bin.

austria is a too small country for "gute ausreden"

winston
03.03.2010 15:34

und wie leistungsfähig sind sie, nachdem das blut wieder rückgeführt wurde?

gratis trinken
03.03.2010 15:30

das abgenommene blut wird ja wieder rückgeführt.

anahotimmadesbummal
03.03.2010 14:21
Eine ordentlich auf die Nase hätte auch gereicht...

sehr treffender Beitrag auf www.team2012.at

GRohnePunkte
03.03.2010 12:57
Blutspenden hätten sie beim Roten Kreuz auch machen können ...

... dann hätte es wenigstens einen Sinn gehabt. Und billiger wärs auch gewesen. Die hätten sogar noch Würsteln mit Senf dafür bekommen. Die sind jetzt die ersten in Österreich die fürs Blutspenden etwas bezahlt haben. Sehr viel sogar!

dermartino
03.03.2010 16:51

Naja, das wär natürlich nicht gegangen, weil ein Leistungsruderer ist keine Würstel mit Senf...

CountOfMonteCrystal
03.03.2010 14:04

blutwürstl hättens kriegt!

1116er
03.03.2010 13:48
was hätte das rote kreuz denn machen sollen mit diesen blutkonserven?

wenn dieses blut zb einem auf dem op-tisch liegenden patienten zugeführt würde, dann springt der doch trotz narkose runter und fängt mit trockenrudern an!
wäre extrem schwer für den operateur, da noch einen geraden schnitt anzusetzen.

MarcoMadre
03.03.2010 12:54
Danke Herr Kessler für diese Aufklärung!

glaubt er wirklich ihm nimmt das jemand ab? Wie dreist muss man sein bei jetztigem Tatbestand die Leute noch für dumm verkaufen zu wollen.
"Höhentraining simulieren" (sagt ein Vorarlberger und geht nach Wien...:). Zumindest sagt nun Humanplasma dass er die Beutel sogar persönlich wieder abgeholt hat. Als nächstes kommt: "ja, stimmt. mir ist das etwas peinlich, deshalb habe ich es verschwiegen. das blut habe ich natürlich gespendet."

Schon alleine die Aussage: Warum denn? Es ist ein völlig anderer Job, den ich hier mache. Ich bin kein Trainer mehr" ist A) ein indirektes Geständnis und B) eine Dreistheit, schliesslich LEITET ER DAS REFERAT FÜR SPORT".

Traurig das Ganze. Und Tschüss!!!

maCCam
03.03.2010 12:49

Die Einleitung "Kessler gibt Blutabnahmen seiner Sportler bei Humanplasma zu, bestreitet jedoch Rückführung des Blutes - Kessler: "Das hatte mit Doping nichts zu tun" reiht sich nahtlos in die Reihe der folgenden Klassiker ein:
"Ja, ich habe schon mal Gras geraucht, aber nicht inhaliert."
"Nein Mama, ich habe die Bierdose nur für jemand anderen gehalten."
"Ich habe mir keinen runtergeholt, ich hab ihn nur geputzt."
;-)

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