NASA-Experte Richard Gross: Tage künftig um 1,26 Mikrosekunden kürzer
Washington - Das schwere Erdbeben in Chile hat einem Experten der US-Raumfahrtbehörde NASA zufolge zu einer minimalen Verschiebung der Erdachse geführt. Durch das Beben der Stärke 8,8 habe sich die Achse nach vorläufigen Berechnungen des Wissenschafters Richard Gross um 2,7 Millibogensekunden verschoben, erklärte die NASA am Dienstag. Sollte sich dies bestätigen, würde das laut Gross bedeuten, dass die Tage künftig um 1,26 Mikrosekunden kürzer sind (eine Mikrosekunde entspricht dem millionsten Teil einer Sekunde).
Verändert sich die Lage der Erdachse, verändert sich auch die Art der Rotation und entsprechend die Dauer der Tage. Zum Vergleich: Durch das Erdbeben der Stärke 9,1 im Dezember 2004 im Indischen Ozean hatte sich nach Angaben der NASA die Erdachse soweit verschoben, dass die Tage um 6,8 Mikrosekunden kürzer geworden sind. Die unterschiedlich starke Auswirkung der Beben auf die Lage der Erdachse ist dabei nicht nur von der Bebenstärke, sondern auch davon abhängig, wie nahe die Epizentren am Äquator liegen und in welchem Winkel die für die Beben verantwortlichen Verwerfungen ins Erdinnere gehen.
Mit den beiden Beben macht die Erde ein wenig Geschwindigkeit gut: Der Mond bremst nämlich ihre Umdrehung wie ein Bremsklotz stetig ab. Die astronomische Zeit fällt gegenüber der Zeit der Atomuhren daher stetig zurück. Früher kreiselte die Erde deutlich schneller: Tage in der Frühzeit des Planeten dauerten gerade einmal 23 Stunden. (red/APA)