Präsident Jose "Pepe" Mujica: Es gehe nicht darum, alte Rechnungen zu begleichen, sondern mutig die Zukunft zu gestalten
Montevideo - Uruguays neuer Präsident Jose "Pepe" Mujica hat zwei
frühere Guerilla-Kämpfer aus der Zeit der Militärdiktatur zwischen 1973 und 1985
an die Spitze des Verteidigungs- und des Innenministeriums berufen. Zum Chef des
Verteidigungsressorts ernannte Mujica, der einst selbst in den Reihen der
Tupamaros-Stadtguerilla kämpfte, am Dienstag Luis Rosadilla. Neuer Innenminister
wurde Eduardo Bonomi.
Rosadilla war unter der Militärherrschaft neun Jahre im Gefängnis, Bonomi war
wie Mujica während der gesamten Zeit des Militärregimes in Haft. Mujica sagte
aus Anlass der Nominierungen, er hege keinen Groll gegen das Militär. Es gehe
nicht darum, alte Rechnungen zu begleichen, sondern mutig die Zukunft zu
gestalten.
Ähnlich äußerten sich Rosadilla und Bonomi. Der neue Verteidigungsminister
versprach, den Sold für die Soldaten zu erhöhen. Innenminister Bonomi kündigte
an, dass der Polizeihaushalt verdoppelt werde. "Sicherheit ist ein Recht", fügte
er hinzu.
Mujica war am Montag als neues Staatsoberhaupt vereidigt worden. Er hatte
Ende November in einer Stichwahl den konservativen ehemaligen Präsidenten Luis
Alberto Lacalle besiegt. Bei seiner Amtseinführung rief Mujica zur Versöhnung
auf und kündigte ein Programm zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur
Armutsbekämpfung an. Ausländischen Geschäftsleuten und Investoren versicherte
der 74-jährige Blumenzüchter, er werde keine Verstaatlichungen wie in Venezuela
betreiben, sondern eine ähnlich unternehmerfreundliche Politik verfolgen wie der
brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva. (APA)