Ronald Reagan soll die 50-Dollar-Note zieren

3. März 2010, 10:51
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Republikaner will Ulysses S. Grant durch den 40. US-Präsidenten ersetzen

Ronald Reagans Name ziert inzwischen unter anderem einen Flughafen, eine Schnellstraße, einen Flugzeugträger und - ironischerweise für einen Kritiker des "Big Government" - auch eines der größten Bundesgebäude in Washington. Nun wollen Bewunderer des früheren republikanischen Präsidenten sein Konterfei auch auf einer Banknote sehen: Reagan soll den Platz von Ulysses S. Grant auf der 50-Dollar-Note einnehmen.

Patrik T. McHenry aus North Carolina, der den Antrag zur Geldschein-Ehrung Reagans eingebracht hat, erklärt, immerhin übertreffe Reagan den Bürgerkriegs-General in Umfragen in punkto Bekannt- und Beliebtheit. So sei Reagan 2005 in einem Beitrag des Wall Street Journals an sechster Stelle gereiht worden, Grant landete dagegen nur auf Platz 29.

Doch nicht alle sehen das so. Zumindest ein demokratischer Mitarbeiter des United States House Committee on Financial Services ist noch nicht bereit, Grant durch jemanden zu ersetzen, "dessen Politik nach wie vor umstritten ist." "Unsere Währung sollte etwas sein, das uns alle eint," meint Brad Sherman.

Grant-Bewunderer verärgert

Auch Grant-Bewunderer, die den späteren 18. US-Präsidenten für den Sieg seiner Union Army im Bürgerkrieg verehren, waren wenig begeistert. "Ich bin sehr verärgert," meint Keya Morgan, Grant-Expertin aus New York und Betreiberin einer Internetseite über den Oberbefehlshaber der United States Army. "Ich habe allen Respekt der Welt für Reagan, aber was er erreicht hat, ist nicht im mindesten vergleichbar mit den Leistungen von Ulysses S. Grant."

Es ist nicht der erste Versuch Reagans Gesicht auf US-amerikanische Zahlungsmittel zu platzieren. Demokraten hatten sich bereits in der Vergangenheit erfolgreich dagegen gewehrt, dass Reagan auf der 10-Cent-Münze oder der 20-Dollar-Note auftaucht. Auch der bereits 2005 unternommene Vorstoß, Reagan den 50-Dollar-Schein zieren zu lassen, wurde abgeschmettert.

McHenry will dennoch nicht aufgeben. "Jede Generation braucht ihre Helden." meint der Repulikanischer, "Das 21. Jahrhundert ist eine Dekade alt und es ist nun an der Zeit, den letzten großen Präsidenten des vergangenen Jahrhunderts einen Platz an der Seite von Roosevelt und Kennedy zu geben." Reagan sei zweifellos einer jener Präsidenten, die das 20. Jahrhundert am meisten verändert hätten, versucht McHenry seine Kollegen einem Brief zu überzeugen.

Sollte auch dieses Mal nichts daraus werden, so bleibt den Reagan-Fans immerhin der Trost, dass demnächst zwei Berge in Kalifornien und Nevada den Namen des 40. Präsidenten der USA tragen werden. (red)

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