Einheitlicher Jugendschutz

Mitterlehner: "Harter" Alkohol schon ab 16

3. März 2010, 15:57
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    Mitterlehner will unter ein einheitliches Mindestalter für Alkoholkonsum einziehen. Als Richtwert schweben Mitterlehner 16 Jahre vor, da ab diesem Alter auch gewählt werden kann.

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    Auch die Bundesjugendvertretung fordert ein einheitliches Jugendschutzgesetz. Am Mittwoch untertrichen die Jugendlichen ihre Forderungen bei einer Medienaktion.

In jedem Bundesland gibt es ein eigenes Jugendschutzgesetz - Minister Mitterlehner tritt für eine Vereinheitlichung ein

Wien - In Österreich gibt es in jedem Bundesland ein eigenes Jugendschutzgesetz. Der zuständige Minister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will den Jugendschutz nun vereinheitlichen und lud am Mittwoch zu einer Enquete ins Ministerium. Bei seinen Parteifreundinnen in Tirol und Vorarlberg stieß er dabei aber auf Widerstand.

Als Vorbild sieht Mitterlehner Deutschland: "Deutschland hat, salopp gesprochen, 80 Millionen Einwohner und dort ist ein einheitlicher Jugendschutz gang und gäbe und kann auch gelebt werden." Der Minister betont, nicht nur einheitliche, sondern auch allgemeinverständliche Regeln anzustreben. Erreichen will er das mit einem einheitlichen Jugendschutzgesetz, über das er bis zum Sommer eine Einigung mit den Ländern verhandeln will.

"Meine Priorität liegt bei einem bundeseinheitlichen Gesetz", betont Mitterlehner. Als Zugeständnis an die Länder plant er einen Expertenbeirat zur Weiterentwicklung des neuen Gesetzes, bei dem sich die zuständigen Ländervertreter einbringen sollen. "Sollte das nicht gelingen, wäre die zweitbeste Lösung eine 15a-Vereinbarung (also ein Bund-Länder-Vertrag, Anm.), die sollte jedenfalls erreichbar sein", so der Minister.

Einheitliches Mindestalter für Alkoholkonsum

Mitterlehner will unter anderem auch ein einheitliches Mindestalter für Alkoholkonsum einziehen. (Zu den einzelnen Regelungen in den Bundesländern siehe help.gv.at). Als Richtwert schweben Mitterlehner 16 Jahre vor, da ab diesem Alter auch gewählt werden kann und die Altersgrenze in den meisten Bundesländern auch bei 16 Jahren liegt, wie Mitterlehner bei der Jugendschutz-Enquete sagte. Gegenüber der APA räumte Mitterlehner ein, dass es hier Widerstand aus Tirol geben könnte. Dort ist der Konsum von hartem Alkohol erst ab 18 vorgesehen. Dass diese Regel in in Tirol lückenlos eingehalten wird, glaubt Mitterlehner allerdings nicht: "Ich glaube, dass sie in der Praxis nicht weniger harte Getränke trinken, wenn ich mir die Skigebiete ansehe."

Kritik aus Tirol und Vorarlberg

Die ÖVP-Landesrätinnen von Tirol und Vorarlberg, Patrizia Zoller-Frischauf und Greti Schmid, sind generell gegen die Vereinheitlichung des Jugendschutzes. Schmid kann sich lediglich eine Harmonisierung mittels 15a-Vertrag vorstellen, die die Traditionen der Länder berücksichtige. Jugendschutz sei Landeskompetenz "und so soll es auch bleiben", betonte Schmid.

Ähnlich Zoller: Eine Entrümpelung der Jugendschutzbestimmungen sei wünschenswert, "aber ich wünsche mir jetzt nicht gerade ein Bundesgesetz". Außerdem will die Tiroler Landesrätin etwa beim Alkoholkonsum am expliziten Verbot von Schnaps und "Alkopops" für unter 18-Jährige festhalten und befürchtet, dass ein einheitliches Gesetz eine "Nivellierung nach unten" bringen würde. 

BJV für einheitliches Gesetz

Die Bundesjugendvertretung hat heute abermals gefordert, die Jugendschutzgesetze zu vereinheitlichen. Mit T-Shirts und einem Transparent wurde auf die unterschiedlichen "Zeitzonen" in Österreichs Bundesländern aufmerksam gemacht. Auf den T-Shirts waren die unterschiedlichen Ausgehzeiten für 15-Jährige abgebildet. Außerdem demonstrierten die Jugendlichen mit zahlreichen läutenden Weckern.

BZÖ und Grüne drängen nach der Enquete im Wirtschaftsministerium auf ein einheitliches Jugendschutzgesetz. BZÖ-Jugendsprecher Stefan Markowitz sieht Mitterlehner aber bereits "kläglich gescheitert". "Die Bremser in Tirol und Vorarlberg, sind an einer echten Einigung offensichtlich nicht interessiert", so Markowitz in einer Aussendung. Die Grüne Jugendsprecherin Tanja Windbüchler-Souschill fordert von Mitterlehner die Einbindung des Parlaments und eine klare Kompetenzverlagerung weg von den Ländern. "Jugendschutz muss Bundesangelegenheit werden", so die Abgeordnete.

(red, APA, derStandard.at, 3.2.2010)

Kommentar posten
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takayama
00
22.4.2010, 11:18
Macht schon was aus...

..wenn man wie M. aus der WKÖ kommt.
Dort herrscht noch aktiver Geschäftsssinn!

Andererseits:
Die Jungen - also jene die es wollen - die saufen sowieso.
Ob mit oder ohne den Herrn Mitterlehner.
Manche schon ab 10

scrollradl
 
00
19.4.2010, 12:47
anstreben kann man viel, . . . .

. . . . aber "allgemeinverständliche Regeln"(zitat) als gesetz zu erlassen, das ist heutzutage ein ding der unmöglichkeit.
spätestens nach der dritten novellierung kennt sich keine sau aus.

Lucky Luke 1988
00
30.3.2010, 14:34
sollen sie doch saufen

wenn die dann an leberkrankheiten oder bei raucher an lungenkrebs krepieren dann müssen die anderen menschen nicht mehr die ressourcen der welt mit denen teilen.

philippe glatz1
00
12.3.2010, 22:22
Mitterlehner

hat vl eigene Erfahrung? Oder ist es nur populistisch? Könnte es ihm nicht egal sein? Abschaffung der 9 Bundesländer wäre sinnvoller als Kindern das Trinken von Schnaps zu erlauben. Das ist ja wirklich ein Angriff auf jedes Argument, das von Eltern noch kommen kann. Frechheit.

scrollradl
 
00
19.4.2010, 12:54
Abschaffung der Bundesländer bedeutet die Auflösung der Bundesrepublik.

Nicht der Bund hat die Länder geschaffen, sondern die Länder den Bund.
Der Zentralstaat Wien wird sich schwer tun ohne
Zuckerln die Länder zu ködern und sich ihm anzuschließen.
Das kostet erst recht.

Farmer68
00
13.3.2010, 00:37

und dann werdens im supermarkt niedergeballert und der herr wäscht seine hände in unschuld.

zwiebelsuppe
00
einheitliche regelung sinnvoll

eine bundesweite regelung des jugendschutzgesetzes ist auf jeden fall begrüßenswert! wie sind verschiedene "ausgehzeiten", zb, für jugedliche gerechtfertigt oder sinnvoll?
dafür müsste man sich halt auf vorschriften einigen!

vl sollte man mehr auf diesen inhalt des aritkels achten als auf das legale alter für alkohol! jugendschutz bezieht sich nämlich nicht nur auf "harten alk"!

Wolfgang Erhart.
12
11.3.2010, 16:30
Oder machen wir gleich Nägel mit Köpfen!

Die Mündigkeit beginn laut § 74 Absatz 1 StGB mit 14! Und weil Jugendlich eh machen was sie wollen, könnten wir ja denen schon reinen Wein einschenken! Oder besser Whisky, oder Wodka.

Einheitliche Regelungen sind sicher von Vorteil, aber warum bloß, will man die Grenzen nach UNTEN korrigieren? Es ist ja schon lächerlich, dass 16jährige wählen dürfen. Ein durchschnittlicher 16jähriger hat weder ein Interesse, noch ein Verständnis von Politik und auch gar nicht die notwendige Lebenserfahrung um Parteiprogramme richtig deuten zu können. Wodka mit 16?

Man verurteilt Kinder und Jugendliche ja auch nicht nach dem Erwachsenenstrafrecht. Weil man weiß, dass sie die Tragweite ihrer Aktionen nicht überblicken können. Daran sollte man sich halten.

cu.exe
11
Jugendschutz?

mir scheint das ohnehin etwas inkonsequent:

Wählen ab 16
Rauchen ab 16
Saufen ab 16
Führerschein ab 17()
Posig-Fotos veröffentlichen ab 18
Pornos ab 18

aber Eltern werden manche schon mit 14...

Freigeistin1
11

Alk.Verbot bis 18. und das österreichweit - das wäre sehr zu begrüssen.
Es ist auch schrecklich dass 16 jähr. zB solange wegbleiben dürfen wie sie wollen.
Haben Eltern gar keine Rechte mehr?
Niemals hätten wir unsere 16 jähr. schulpflichtigen Kinder nach Mitternacht fortgehen lassen!

Gawain
 
02
18 ist sinnvoller

und früh genug. Die Freiheit Alkohol zu konsumieren sollte sicher mit dem Erreichen der Mündigkeit zusammenfallen. Ausserdem ist es wohl viel gesünder, vor 18 (im Wachstum) keinen Alkohol zu konsumieren. Weiss jemand Genaueres über den medizinischen Sachverhalt?

Sternchen100
02

Jugendliche die nicht volljährig sind haben nach 23 Uhr auf den Straßen nichts verloren und sollten schon gar keine harten Alkoholika bekommen. Was soll das? Glaubt man denn, man tue er Jugend was Gutes, wenn man soviel erlaubt??? Die einzigen die Profitieren sind die Wirte und Alkoholhersteller! Die Jungen dürfen sich legal ins Koma saufen.

Julian Schrittwieser
04
Realitätsbezug?

Wer von den Postern hier hat auch nur irgendeine Ahnung von der Jugend?

Einen Jugendlichen heute interessieren derartige Regelungen herzlich wenige - will er trinken tut er das auch, egal ob er 13, 17 oder 19 ist. Eine staatliche Altersgrenze hat darauf null Einfluss, allerhöchstens wird der Alkohol von älteren Freunden gekauft ....

Daher halte ich die Vereinheitlichung auf 16 für sinnvolle - damit endlich ein erster Schritt in Richtung Abschaffung der Länder gemacht (Österreich hat nichtmal 9 mio Einwohner aber 9 Bundesländer - anderswo sind die Städte schon größer ...).

Und ja, ich bin selbst Jugendlicher, trinke von Zeit zu Zeit und habe trotzdem einen Notenschnitt von 1.0

dasmiez
00
20.4.2010, 12:30

"(...)und habe trotzdem einen Notenschnitt von 1.0."

... was - je nach besuchter Bildungsinstitution - aber nicht wirklich als Leistung anzusehen ist.

Zum Gesetz: Gut, von mir aus gerne. Lasst sie ab 16 saufen, schließlich fühlen sie sich da ja sowieso schon erwachsen. ABER: Dann gehört dieses unsägliche Jugendstrafrecht aber auch abgeschafft, denn wer in seinen Rechten "erwachsen" sein will, muss es auch in seinen Pflichten sein - wenngleich ich mir durchaus der Tatsache bewusst bin, dass "Rosinen herauspicken" in Österreich allgemein sehr modern ist.

Ergo: Volle Mündigkeit ab 16, mit allem was dazugehört - im Positiven wie im Negativen.
Aber bitte: Man möge uns dann mit Heulattacken verschonen, wenn mal wieder ein paar ex gehen.

Wolfgang Erhart.
00
11.3.2010, 16:21

Und warst du nüchtern, als du das geschrieben hast?

FerdlGriesgram
03

Das nenn' ich mal eine Argumentation: Sie dürfen ab 16 Jahren wählen, also sollen Sie auch mit 16 saufen dürfen!
Früh übt sich, wer ein ÖVP - Wähler bzw. Wählerin werden will!

nimmerlustig
21
Dürfen dann die Roten

Kids erst mit 21 (dem Intelligenzquotienten nach) wählen, aber mit 13 saufen?

Stef Hoche
01
mit 16

HC wählen ja, aber nicht selber entscheiden ob ich mich niedersaufe! dann auch wieder wahlrecht ab 18!

mango34
00
wenn mit 16 harter alk erlaubt ist

bekommen die blauen noch mehr wähler! garantiert

John Denver
11

was macht die mit dem Kopftuch am Bild?

scrollradl
 
00
19.4.2010, 12:58
ihr war kalt und schützt die ohren

nimmerlustig
00
Denver:

Grün protestieren.

FerdlGriesgram
00

Demonstieren?

John Denver
21
für freien Alkoholgenuss der Kopftuchmafia?

Stef Hoche
00
gott sei

dank dürfen in österreich noch fotos von menschen mit kopüftüchern gemacht werden...

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