Nachlese

Tierschützern wird auch Brandanschlag vorgeworfen

02. März 2010 19:03
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    Foto: der standard/robert newald

    In der Wiener Neustädter Gerichtskantine hat man sich auf die neue Kundschaft eingestellt. Mehr Bilder in Robert Newalds Photoblog.

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    Nach Jahren der Ermittlungen und Observationen steht Martin Balluch, der Geschäftsführer des Vereins gegen Tierfabriken, in Wiener Neustadt vor Gericht - Die zwölf Mitangeklagten kommen von teils rivalisierenden Tierschutzorganisationen

Die 13 Angeklagten bereuen nichts und erklären sich für nicht schuldig - Der Staatsanwalt hält sie für eine "kriminelle Organisation"

Martin Balluch patrouilliert kurz vor acht Uhr mit seinem Schäfer vor dem Landesgericht in Wiener Neustadt - der Hund schnuppert kurz neugierig am Hosenbein eines Polizisten, woran aber keiner der Beteiligten Anstoß nimmt.

Eineinhalb Stunden später sitzt Balluch als Geschäftsführer des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) drinnen im Großen Schwurgerichtssaal - als Erstbeschuldigter in der Strafsache "41HV68/09z", dem sogenannten Tierschützerprozess, mit zwölf weiteren Angeklagten. Exakt zum Verhandlungsbeginn ertönt draußen vor den Fenstern lautes Trommeln, Sprechchöre werden skandiert.

Nach der Logik der Anklage könnte auch diese Aktion Teil der Strategie einer "kriminellen Organisation" sein. Denn Staatsanwalt Wolfgang Handler wirft den 13 Beschuldigten vor, seit Jahren im Rahmen einer kriminellen Organisation eben mit einer Doppelstrategie vorgegangen zu sein: Das Durchführen legaler Tierschutzkampagnen und -aktionen, in deren Umfeld dann bei Nichterfolg schwere kriminelle Straftaten begangen würden, um den Druck gegen die Zielobjekte zu erhöhen (siehe Artikel unten).

In seinem mehr als eine Stunde langen Anklagevortrag beginnt Staatsanwalt Handler bei den Wurzeln radikaler Tierschutzorganisationen - in Großbritannien. Dort habe bereits in den 80er-Jahren die Animal Liberation Front (ALF) damit begonnen, Tierschutzkampagnen mit Sachbeschädigungen, Brandanschlägen, Drohungen gegen Firmenmitarbeiter zu begleiten.

Genauso sei man unter anderem auch im Rahmen der österreichischen Kampagne gegen den Pelzverkauf des Textilhändlers Kleider Bauer vorgegangen. Nicht durch eine Tierschutzorganisation - sondern durch mehrere Mitglieder vier verschiedener Vereine, die sich zu einer kriminellen Organisation zusammengeschlossen hätten. So habe es einerseits die legalen Demonstrationen und Proteste gegeben - aber im Sinne der Doppelstrategie auch Drohungen gegen Mitarbeiter, Demonstrationen vor deren Privatwohnungen, Anschläge gegen deren Autos, Anschläge gegen Filialen mit Buttersäure oder Zertrümmerung von Scheiben. Die Verteidigung hat aus dem Akt eine Schadenssumme von insgesamt 1,3 Millionen Euro zusammengerechnet. Staatsanwalt Handler legt noch einiges drauf: Im Rahmen einer "Daunen-Kampagne" sei eine Fabrik in Niederösterreich abgebrannt, der Schaden habe sieben Millionen Euro betragen. Andere Brandanschläge sollten wohl einen Zirkus in die Knie zwingen, vermutet der Anklagevertreter.

"saegermeister.at"

Aber auch andere Handlungen fallen in diese "Doppelstrategie". Einer der Beschuldigten habe im Zuge einer "Jagdkampagne" eine Internetseite namens saegermeister.at betrieben, auf der Fotos von Jagdhochständen zu sehen waren - was als Aufruf zur Sachbeschädigung gewertet wird. Ein anderer habe ein Grillfest für internationale Aktivisten veranstaltet - Ziel sei die Absprache von Aktionen gewesen, sagt Handler. Einer der Tierschützer wird überdies der Tierquälerei angeklagt, da nach einer Befreiungsaktion von 400 Schweinen einige Tiere in Stress und Panik versetzt worden und verendet seien.

Von draußen tönt indes Edith Piafs Je ne regrette rien lautstark in den Saal und sorgt nicht nur bei jenen, die auf der Anklagebank nichts bereuen, für Heiterkeit.

Stefan Traxler, Verteidiger des Zweitangeklagten, der Verbindungsmann zwischen den unterschiedlichen Gruppen gewesen sein soll, weist zuerst darauf hin, dass die einzelnen Organisationen im Streit, ja sogar verfeindet seien. "Der Balluch, das Arschloch", zitiert er aus einer Mail.

Und die straffe Organisation, die enge Zusammenarbeit? Zwischen zwei "Verbindungsmännern" habe es in den dreieinhalb Jahren der Observation genau zwei Mails und fünf Telefonate gegeben. Viele der ursprünglichen Vorwürfe seien jetzt auch nicht mehr im Akt: Die inkriminierte "Schutzgelderpressung" etwa seien Zahlungen für Produktprüfungen und Auszeichnungen mit Gütesiegeln gewesen. Ein angeklagter Brandanschlag? Für den habe die Versicherung schon bezahlt, weil in Wahrheit Jäger einen Ofen überheizt hätten.

Die Details aus dem geschätzt 15.000 bis 20.000 Seiten umfassenden Akt werden in den nächsten Verhandlungstagen durchgeackert. Mindestens 34 sind anberaumt. (Roman David-Freihsl/DER STANDARD, Printausgabe, 3.3.2010)

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zhang sanfeng
05.03.2010 17:16
konspiratives treffen einer internationalen kriminellen organisation bei einem grillfest

„...du bist aufgenommen. hör zu. es gibt typen, die wir noch mehr hassen als die tierquäler: diese verfluchten vier-pfoten-mistkerle.“

„oh ja... ja. spalter“

„und diese basisgruppe tierrechte“

„ja! und wie... spalter, pisser.“

„und die tierrechtsgruppe ‚basis’!“

“genau, ja! alles spalter.“

“was?“

„die tierrechtsgruppe ‚basis’. spalter.“

„wir sind die tierrechtsgruppe ‚basis’.“

„oh. ich dachte, wir wären die tiergruppe rechtsbasis.“

„mann: tierrechtsgruppe.“

„was ist eigentlich aus der rechtsbasis geworden?“

„die sitzt da drüben.“

„SPALTER!!!“

David Seppi
 
04.03.2010 20:28
Standardjurist
05.03.2010 17:22

Und was davon hat bis zum Strafantrag überlebt?

the falling man
05.03.2010 08:45
*lol*

"1./ zwischen 29. und 30. Dezember 2007 in Altenmarkt im Thale zum Nachteil der Jagdgesellschaft Altenmarkt Hochstände und eine Ansitzleiter durch Umschneiden mit einer Handsäge zerstört sowie eine metallene Tür eines weiteren Hochstands beschädigt (Gesamtschaden 1.510 Euro) und
2./ zwischen 30. und 31. März 2008 in Bad Fischau-Brunn durch Aufzwängen der Eisentüre zum Schweinestall des Michael A***** sowie durch Aushängen von Boxenwänden Schweinen das Verlassen der Stallungen ermöglicht, wobei drei Schweine getötet und zirka 40 Tiere verletzt wurden (Gesamtschaden 3.000 Euro)."

und dafür geht man in österreich für über 100 tage in u-haft. und das ist natürlich im "verhältnis zur schwere der straftat angemessen".

flohimpelz
25.11.2010 14:13
Na da müßte, Daumen mal Pi - der Flöttl

so um die 2 - 3 Millionen Jahre einsitzen wenn amn das hoch rechnet.
Und dem Hrn. Unschuldsvermutung seine Spetzln auch um die 2-3 tausend Jahre - ob unser Häfn so lange stehen???

the falling man
05.03.2010 08:25
toll,

das heisst also wenn ich ihre adresse ausforsche, ihnen "vor ihrer wohnung ein flugblatt in die hand drücke" und ihnen "mit der hand aufs auto schlage" kann ich auch jederzeit für 100 tage - oder länger - im kotter verschwinden. allerdings nur soferne sie ein wohlhabender unternehmer sind oder einen solchen hinter sich haben. es ist noch niemals irgendjemand aus niedrigen sozialen verhältnissen deshalb in u-haft gewandert weil er seine frau bedroht hat.

exilkaerntner
04.03.2010 21:49
ob das unsere paranoiden freunde...

auch so sehen!!
die sehen ja hinter allem und jeden nur verrat und eine böes böse lobby!
sepperl das bringt nix! fundamentalisten und religiöse eiferer- nichts anderes sind die! sie haben nur religion durch was anderes ersetzt-lassen sich von ihrer meinung nicht umbringen! ihre meinung ist dogma und deswegen unumstößlich.!

the falling man
05.03.2010 08:27
seltsam nur,

dass man gegen andere eiferer und fundamentalisten - z.b. "lebensschützer" überhaupt nicht vorgeht. obwohl die auch bedrohen, belästigen, sachbeschädigungen anrichten und organisationen hinter sich haben, die z.b. in den usa morde im dutzend verüben. ob das vielleicht daran liegt, das der schwarze justizsprecher donnerbauer offen mit denen sympathisiert?

exilkaerntner
05.03.2010 09:30
wie sollen denn morde,...

die in den USA passieren in österreich geandet werden??? des erklären sie mir mal!!
paranoid und wirr! Q.E.D.!

und desweitern bringens einmal beweise, dass zb angestellte und deren familienangehörige einer abtreibungsklinik in österreich mit anonyman mails bedroht wurde. wurde deren eigentum beschädigt??
sie- die militanten abtreibungsgegner- stehen vor der klink - genauso wie die leut vorm klaiderbauer p&C-! dagegen ist mal nichts einzuwenden.
danach gibt es aber einen erheblichen unterschied zwischen den beiden gruppen!

Herr und Frau Österreicher
 
05.03.2010 11:24
"wie sollen denn morde,... die in den USA passieren in österreich geandet werden???"

Ja aber in diesem Prozess wird auch ständig von der britischen ALF gesprochen...

zhang sanfeng
05.03.2010 11:59

die briten haben sich den grafen bumsti gekauft (bzw umgekehrt), und dafür sollen wir die ALF nehmen.

exilkaerntner
05.03.2010 11:29
die taten wurden aber in österreich begangen!!

kann ihr gehirn das noch irgendwie unterscheiden!!
mord an ärzte in den usa durch militante abreibungsgegner wird in den usa geandet!
anschläge auf ein lager, droh e-mails. uswusf wurden in österreich gemacht! und deswegen auch hier strafbar und zu ahnden!!!

muss echt eine art psychosekte sein dieser VgT!!

Herr und Frau Österreicher
 
05.03.2010 13:57

nö, eben nicht. Es ging dezidiert um eine "Verbindung" mit der ALF, nicht um Taten. Und ich bin kein VGTler, hab ich mehrmals schon festgestellt!

exilkaerntner
05.03.2010 14:10
es geht um die taten in die in österreich begangen wurden...

und zusätzlich um mögliche verbindungen zu anderen militanten und gewaltbereiten gruppen wie ALF.
auch das sollte dem aufmerksamen beobachter nicht entgangen sein!
oder man ist eben verblendet!
doch eine psychosekte! die zeugen VGT!

the falling man
05.03.2010 22:28
stimmt,

und die taten, die in österreich begangen wurden sind komplette bagatellen und wären an einem vormittag vom einzelrichter abzuhandeln ;-)

the falling man
05.03.2010 22:28
exilkärntner..

ihnen wird hoffentlich aufgefallen sein, dass im strafantrag sehr wohl auf die angebliche "internationale vernetzung" des vgt mit angeblich "terroristischen" gruppen wie alf im ausland bezug genommen wurde. dasselbe kann man bei den "lebensschützern" auch konstruieren. wenn man das will.

Standardjurist
04.03.2010 15:07

Werden sich die Herren Graf, Zwettler und Klenk einem Kreuzverhör durch die Verteidigung je stellen müssen?

the falling man
04.03.2010 10:30
wiese ist in dem kontext dieses prozesses..

immer von "tierschützern" die rede. die korrekte bezeichnung müsste "tierrechtler" heissen - und das ist etwas völlig anderes. hier werden leute, die sich friedlich für den tierschutz engagieren in misskredit gebracht.

Henry Flower
04.03.2010 10:09
"Sprechchöre werden skandiert"

Hilfe. Slogans werden skandiert. Sprechchöre skandieren. Aber ein Sprechhchor *wird* skandiert? Wer skandiert ihn?

Ringweltler
04.03.2010 08:03
An alle Tierschützer hier:

Hoffentlich ist euch das eine Lehre - hier wird mal zur Abschreckung ein Exempel statuiert. Also vergesst mal die Tierchen, lasst die Industrie damit machen, was sie wollen ... ähm .... es ist echt eine Frechheit, wie hier vorgegangen wird. ich finde, diese leute sind helden des alltags ... es ist immer schön, wenn sich wer für tiere einsetzt, die tiere selber können ja nicht reden.

aber das ist wohl unser land - richtige verbrecher haben nix tragisches zu befürchten, aber tierschützer müssen mit gigantischem ärger rechnen.

Heinz Anderle
 
04.03.2010 05:51
Eine sorgfältige kriminaltechnische Ermittlung...

... zur Sicherung von Spuren und Sachbeweisen darf doch vorausgesetzt werden, oder?

Es bestünde - rein theoretisch - dabei freilich die Gefahr, daß die ganze Konstruktion wie ein angesägter Hochstand in sich zusammenbrechen könnte.

Mein Verständnis für Tierschutzfanatiker ist ebensowenig vorhanden wie für eine korrumpierbare Justiz.

Dr. Heinz Anderle, Steakliebhaber, Fleischesser, Lederschuhträger, gelatinebasierter Analogfotograf und ultra-sarkastischer Freigeist

exilkaerntner
03.03.2010 22:43
balluch grade auf ATV!

der typ gibt gerade indirekt zu, dass er "weiter geht".
wo hat er die beiden -ok philosophie gilt imho nicht- doktortitel her?? gewürfelt??
wie kann man so einem argumentativen armutschgerl wie balluch aufn leim gehen!!??

the falling man
04.03.2010 10:33
balluch ist doktor der mathematik und physik..

beides meines wissens nach mit auszeichnung absolviert. er hat vermutlich mehr im kopf als die gesamte kärntner landesregierung zusammen ;-))

Henry Flower
04.03.2010 22:24
das habe mit verlaub

sogar ich, und auszeichnung brauch ich keine dazu.

exilkaerntner
04.03.2010 10:39
des uist bestimmt richtig!

was sie über die kärntner landesregierung schreiben!!
nur balluch hat- laut eigenem blog- "nur" einen doktor in mathematik!
und einen in philosphie
bitte zuerst informieren mein lieber!!
sonnst könnte man das gefühl haben, dass ihre hirnleistung sogar die eines kärntner landeshauptmannes unterschreitet! ;)

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