"Kreisky und Brandt hatten einen weltweiten Blick"

2. März 2010, 17:52

Vranitzky und Egon Bahr über Visionen in der Politik

Wien - "Es kommt selten vor, dass in meiner Gegenwart jemand von Visionären spricht" , vermerkte Altbundeskanzler Franz Vranitzky selbstironisch. Dabei werde ihm der Spruch, "Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen" , zu Unrecht zugeschrieben.

Am 40.Jahrestag des Wahlsieges von Bruno Kreisky am 1. März 1970 war viel von Visionären die Rede. "Jemanden vom Format eines Kreisky oder eines Willy Brandt sehe ich im heutigen Europa nicht" , sagte Egon Bahr. Der 87-Jährige war am Montag Ehrengast, als im Kreisky-Forum eine Ausgabe von Brandts Korrespondenz und Reden präsentiert wurden. Als wichtigster Berater des ehemaligen deutschen Kanzlers bestimmte er über Jahre die Außenpolitik Deutschlands mit. Die Debatte zwischen Bahr und Vranitzky moderierte Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid. 

Asylzentren, Schimmel und Käse

"Brandt und Kreisky hatten einen weltweiten Blick" , erklärte Vranitzky. Politiker von heute hätten nur unmittelbare Themen im Blick, wie "Asylzentren" und "Schimmel im Käse" . "Bleibt Politik an der Oberfläche, kommt sie nur im Boulevard vor" , sagte Vranitzky. Kreisky dagegen sei es gelungen, "den Stellenwert Österreichs in der Welt zu heben und zu prägen" . Brandt wiederum habe mit seiner Entspannungspolitik gegenüber dem Osten den ersten Schritt zu einem vereinten Europa gesetzt.

"Brandts Ziele waren größer als die Bundespolitik - das lässt sich auch über Kreisky sagen" , sagte Bahr. Ihre persönliche Freundschaft prägte auch ihre politische Zusammenarbeit. Vor der Nazi-Diktatur nach Schweden geflüchtet, freundeten sich die beiden im Exil in Stockholm an. Dort arbeiteten sie gemeinsam an einer Nachkriegsordnung für Europa.

Eine Vision Brandts bleibt jedoch unverwirklicht: eine gemeinsame Stimme Europas nach außen, als politische Föderation. Bahr dazu: "Brandt dachte, die Vereinigung Europas wäre näher als die Wiedervereinigung Deutschlands. Doch die anderen Länder wollten den Nationalstaat gar nicht abschaffen." (Alexandra Fanta, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.3.2010)

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Posting 1 bis 25 von 71
1 2
GANDHI8
10
24.3.2010, 18:04
MIT KREISKY

fingen die Schulden an, er machte sie populär und fing damit Wähler. Leider lassen sich auch heute noch Wähler kaufen (siehe 5 Punkte von Faymann)

Hudri Wudri
01

Haette er keine Schulden gemacht, waere Oesterreich heute noch auf dem wirtschaftlichen Stand nach dem Krieg. Problem ist nicht, Schulden zu machen, solange sie auch zurueckbezahlt werden - und das haben sein Nachfolger versaeumt......

Drapes Match Carpet
00
faymann hat einen blick für sich selbst

*QED*
00
Kreiskys Vorbild Schweden

Bei Olof Palme fällt mir immer die Einkommensteuer-
erklärung Asrid Lindgrens ein: 101% des Einkommens.
Fleiß und Kreativität sind unsozial und gehören
bestraft!

jopc
 
01
denselben schwachsinn hat ein österreichischer arzt

der in schweden praktizierte, einem österreichischen gastwirt erzählt, der seine braunen sympathien offen vor sich hertrug. damit lief er offene türen ein.

wenn ich 100% meines einkommens an abgaben weggeben muß, habe ich umsonst gearbeitet.

wenn ich 101% meines einkommens weggeben muß, bin ich irgendwann auf's stehlen angewiesen.

aber allen, die sofort schaum vor dem mund haben wenn es auch nur entfernt nach sozialismus aussieht, ist eine solche aussage nur wasser auf den mühlen. auch wenn's schwachsinn zum quadrat ist.

mikromalist
 
06
Kreisky, Brandt, Palme, ...

sahen Sozialdemokratie als Auftrag zum Umbau der Gesellschaft. Das geht nur mit weltweiten Blick.

Fay&Co sehen Sozialdemokratie als Auftrag zur Verwaltung der Besitzstände seinerFunktionäre und Sympathisanten. Das geht nur mit Blick auf den eigenen Nabel.

cato48
06
Kreisky, Brandt, Helmut Schmidt und Franz Olah...

...spielen/spielten in einer eigenen Liga.

Habe vor kurzem eine Debatte mit Helmut Schmidt auf einem deutschen Sender mitverfolgt.

Er sitzt nun schon in einem Rollstuhl, seine Debattenbeiträge waren brilliant, ohne Häme genüber Andersdenkenden und von einer spürbaren Autorität geprägt.

cwebb1977
83
Gottseidank

"Jemanden vom Format eines Kreisky sehe ich im heutigen Europa nicht"

Na zum Glück, wohin das Schulden-Machen führt sehen wir eh gerade in Griechenland.

A. B.2
01
17.3.2010, 14:05
schlichtes gemüt zeigt ihr posting, sonst leider nichts!

Eva Ulrich
32

Wenn man keine Ahnung hat, sollte man nicht posten.
Ich nehme an, Sie sind 35. Da können Sie über Kreisky gar nicht mehr mitreden.

E. Pagliacci
00
16.3.2010, 09:38

Entschuldigen Sie: Mir haben die alten Nazis auch immer gsagt: Warst dabei? Na also, derfst net mitreden.

Ich war auch noch nicht am Nordpol, aber mitreden tu ich trotzdem.

Wenn es Sie aber beruhigt, ich bin Jg. 1960. Aber ich würd auch reden, wäre ich um zwanzig Jahre jünger.

Demokratie lebt vom Reden. Und nicht davon, sich ggs mundtot zu machen.

*QED*
01

Man muss auch keine Henne sein, um festzustellen
ob ein Ei gut ist. Junge Historiker lassen sich auch
über den Ständestaat und den sog. "Austrofaschis-
mus" aus.

cwebb1977
00

Wow, was kann man aus der Zahl 1977 rauslesen. Ein Geburtsjahr vielleicht. Wenn sie dann auf Alter 35 kommen sollten sie Zahlen ganz anderen überlassen.

Eva Ulrich
00

Ich weiß schon, dass der Jahrgang 77 heuer 33 wird. Schließlich ist meine Tochter im selben Alter.
Nachdem Sie die Kreisky-Ära jedoch nicht bewußt miterlebt haben, wissen Sie eigentlich gar nicht, was Kreisky fürs "normale" Volk alles getan hat.
Aber wahrscheinlich sind Sie in einem reichen, schwarzen Haus aufgewachsen. Da wird einem dann nur etwas vom Schulden machen Kreiskys erzählt.

E. Pagliacci
00
16.3.2010, 09:44

Platon, Sokrates, Cäsar, Napoleon, Loius XIV, Alexander, Dschingis Khan, Washington, Jefferson, Heinrich IV, ... über alle müssen wir jetzt schweigen, weil kein Zeitgenossen mehr lebt ...

Ist das nicht ein wenig engstirnig?

W. Müller
 
11
Quelle: Statistik Austria

3.421 - 1970
3.405
3.623
4.088
4.462
7.294 - 1975
9.722
11.961
14.474
16.780
18.981 - 1980
21.459
24.824
30.246
34.141
38.198 - 1985
44.830
50.691
54.263
58.150
62.616 - 1990
68.149
72.091
80.521
89.068
97.556 - 1995
101.514
107.260
111.603
117.974
120.705 - 2000 -> ÖVP-FPÖ
121.413
123.953
126.878
135.550
141.329 - 2005
149.115
161.033
176.575

Jetzt brauchens' nur noch schau'n, wer regierte bzw. Finanzminister war.

cwebb1977
31

Was immr das für Zahlen sein mögen:
von 1980 bis 1990 mehr als verdreifacht
von 1990 bis 2000 verdoppelt
von 2000 bis 2009 nur mal 1,5

Und viel von dem letzten kommt vom Schulden-zurückzahlen

Alfred.E.Neumann
02
16.3.2010, 17:41

Naja, aber eine eine verdreifachung von 3000 ist wenigern als eine verdopplung von 50000 oder sehen Sie das nicht so junger Mann.

ray_ray
02

unter umständen ist ihnen mental möglich die jeweilige weltwirtschaftliche Situation ebenfalls unter betracht zu ziehen, bzw. daneben auch über die Arbeitslosenzahlen nachzudenken.

Nicht zu letzt darf man in der Zeitspanne 1998-2006 nicht übersehen welche gewaltigen Beträge durch die Privatisierung von staatlichen Betrieben /Verkauf von Goldreserven in den Händen des Finanzministers waren.

rundblicker
00
15.3.2010, 13:30

Der Verkauf der "Verstaatlichten" war keine Verschleuderung von Vermögen, sondern eine Massnahme, damit der Staat nicht mehr Geld investieren musste als Vermögen vorhanden war. Erst durch die Privatisierung wurden wieder Gewinne erzielt.

Zu den Arbeitslosen: Heute müssen Milliarden investiert werden, damit das System überlebt, die Arbeitslosen werden mMn nur mehr vorgeschoben.

Ich bin der Meinung...
01
Kreisky

war von 1970 - 1982 Bundeskanzler. für welchen von Ihnen genannten Zeitraum kommt er daher als "Schuldenmacher" in Betracht?

In den 70ern gab es übrigens die Einführung der MwSt.,Zwei schwere Öl- und damit Wirtschaftskrisen und teilweise hohe Inflationsraten über 10%.

Das können Sie als Jahrgang 1977 natürlich nicht wissen.....

"Lieber 1 Mio Schulden wie 1 Arbeitsloser" sagte Kreisky. "Lieber 1 Mrd Schulden und 1 Mio Arbeitslose" wie vernüftige Steuerpolitik - das ist seit Jahren gängige Praxis ALLER Parteien.



ideenloser provokateur
00
schulden zurückzahlen

a bisserl anders is es:
das sind die zinsen von den unbezahlten schulden. dann zinseszins und so weiter.
ich weiss jetzt gar nicht:
sind die zinsen höher als die schulden?

rundblicker
00
15.3.2010, 13:31

Es sind wahrscheinlich die ZinsZAHLUNGEN höher als die Schuldenrückzahlungen

Eva Ulrich
01

Zumindest hat Kreisky noch fürs Volk Schulden gemacht. Bei den Schwarzen sieht das etwas anders aus.

cwebb1977
30

Fürs Volk, ja das Volk, also wir, dürfen es jetzt zurückzahlen.

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