Eiszeiten

Bevor die Kälte kam, wurde es kurz wärmer

7. März 2010, 17:28

Kurze Warmphasen in vormenschlicher Zeit könnten typisch für Übergang zu Kaltzeiten sein

Halle/Leipzig/Moskau - Am Ende der letzten Warmzeit vor rund 115.000 Jahren hat es deutliche Klimaschwankungen gegeben. Der langsame Übergang von der Eem-Warm- zur Weichsel-Kaltzeit war in Mittel- und in Osteuropa durch eine wachsende Instabilität in der Vegetationsentwicklung und wahrscheinlich durch mindestens zwei kurze Warmphasen gekennzeichnet. Zu diesem Ergebnis kommen deutsche und russische Klimaforscher durch die Auswertung von geochemischen und Pollenanalysen von Seesedimenten in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Russland.

Demnach scheint es, dass eine kurze Erwärmungsphase ganz am Ende der letzten Warmzeit den endgültigen Übergang zur Eiszeit markiert, schreiben Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) und der Russischen Akademie der Wissenschaften im Fachblatt Quaternary International.

Gletscher bis südlich von Berlin

Die Eem-Warmzeit war die letzte Warmzeit vor der heutigen, immer noch anhaltenden Warmzeit, dem Holozän. Sie begann vor etwa 126.000 Jahren, endete vor ca. 115.000 Jahren und ist nach dem Fluss Eem in den Niederlanden benannt. Die darauf folgende Weichsel-Kaltzeit, die vor etwa 15.000 Jahren endete, ist die bisher jüngste Kaltzeit. Auf dem Höhepunkt der nach dem polnischen Fluss Weichsel benannten Kaltzeit reichten die Gletscher vor etwa 21.000 Jahren bis südlich von Berlin (Brandenburger Stadium).

Zur Rekonstruktion der Klimageschichte der Eem-Warmzeit untersuchten die Forscher Seesedimente, da sich am Boden von Gewässern durch Ablagerungen im Laufe vieler Jahre ein Klimaarchiv ansammeln kann. Die Proben stammten von damals existierenden und später verlandeten Seen, aufgeschlossen in den ehemaligen Tagebauen Gröbern bei Bitterfeld, Neumark-Nord im Geiseltal bei Merseburg und Klinge bei Cottbus und bei dem Ort Ples am Oberlauf der Wolga, etwa 400 Kilometer nordöstlich von Moskau.

Gröbern in Sachsen-Anhalt gilt unter Experten inzwischen als einer der am besten untersuchten Orte für die Klimageschichte der Eem-Warmzeit in Deutschland. Neben Pollenkonzentrationen analysierten die Forscher auch den Gehalt und die Verhältnisse stabiler Isotope des Kohlenstoffs (13C/12C) und des Sauerstoffs (18O/16O) von Karbonaten und organischen Bestandteilen aus den unterschiedlich alten Sedimentschichten, da diese Rückschlüsse auf die Entwicklung der Vegetation und des Klima erlauben.

Kurzen Erwärmungsphasen

Die Ergebnisse zeigen einen zu Beginn und am Ende des Eems schwankenden, aber in der überwiegenden Zeit relativ stabilen Klimaverlauf. "Die beobachtete Instabilität mit dem nachweislichen Auftreten von kurzen Erwärmungsphasen während des Übergangs von der vorigen Warm- zur letzten Kaltzeit könnte, sorgfältig betrachtet, eine allgemeine natürliche Eigenschaft solcher Übergangsphasen sein", schlussfolgert Dr. Tatjana Böttger (UFZ), die die Sedimentprofile im Hallenser Isotopenlabor des UFZ analysiert hat. "Detaillierte Studien dieser Phänomene sind für das Verstehen der momentanen, kontrovers diskutierten Klimatrends wichtig, um den menschlichen Anteil am Klimawandel sicherer zu bestimmen", erläutert Dr. habil. Frank W. Junge von der SAW.

Durch Rekonstruktionen der Klimageschichte ist bekannt, dass Warmzeiten in der jüngsten Erdgeschichte nur etwa alle rund 100.000 Jahre auftraten und im Schnitt etwa rund 10.000 Jahre andauerten. Die jüngste Warmzeit - das Holozän - dauert bereits mehr als 10.000 Jahre an und hatte ihren bisherigen Höhepunkt bereits vor etwa 6000 Jahren erreicht. Aus klimageschichtlicher Sicht befinden wir uns heute am Ende des Holozäns und es wäre also in einigen Tausend Jahren eine Abkühlung zu erwarten, wenn es den menschlichen Einfluss auf die Atmosphäre und die daraus resultierende globale Erwärmung nicht gegeben hätte. (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 218
1 2 3 4 5
mad as hell
00

Homo S. [HS], Zstd., kontinuierlich pos. Mgl. Untergang des HS: wahrscheinlich. Rating relevanz für das Universum: 0. Rating Kreditwüridkeit: C und NR.

HS: produziert viel. Entwickelt sich nicht weiter. Zustand: kritisch.
Wohlmögl. Untergang.

CO2-Problem: vlt nicht evident
Fl. Spaghettimonster: vlt nicht evid.
Phosphor: kritisch
Halbleitermetalle: kritisch
Erdöl: kritisch
Uran: kritisch
Religiöse Radikalisierung: kritisch
Postdemokratie: kritisch

Veränderungskonstante: Wahrsch. z. Veränderung:
HS = 1
Potential, langz. = 9*10^99
mom. Entwicklunsfaktor geist. = 0
Langzeitentwicklungsfaktor = 0
HS x 0 x 0 (9*10^99 ausgeschlossen, Entw. nicht begonnen) = 0

Konklusion (HS): weitermachen wie bisher

Zukunft: kritisch

hinterm mond gleich links
01
Für diese Headline

muß man unbedingt studiert haben, sonst geht das einfach nicht !

greenling
74
wieder einmal

eine versammlung der ahnungslosen!

na, wie gut, dass sich frau rosenkranz vom nationalsozialismus distanziert hat, jetzt könnt ihr sie guten gewissens wählen!

Bombayflüchtling
55

ich glaube, durch den in ihren Postings ständig erahnbaren Hass haben SIE die viel größere Affinität zu der Haltung, die sie vertritt. Mir ist sie jedenfalls absolut fern, und trotzdem bin ich Skeptiker, was die Klimawandel-Debatte angeht.

Aber das wird wohl in ihrem simplen Weltbild keinen Platz haben.

G e o r g
11
10.3.2010, 16:46

Echte Skeptiker versuchen, sich mit den Fakten kritisch auseinanderzusetzen. Das setzt voraus, zuerst einmal das gut zu kennen, was man kritisieren will. Daran scheitern einmal 99% der Klima"skeptiker". Wenn jemand kein Fachmann ist und nicht jeder fachlichen Argumentation folgen kann, dann sollte man zumindest die Quellen kritsch beurteilen können; so z. B. den Unterschied zwischen wissenschaftlicher Literatur und Thesen auf dubiosen Webseiten, die bei Laien den Anschein von Wissenschaftlichkeit erwecken können.

Ganz nett dazu: http://klimakrise.de/2009/12/2... -skepties/

ente,ente,ente,ente,ente,ente,ente,...
00
????

wer rechtsextreme hasst, ist also selbst einer? suppa argument...

yomellamo
01

... sie lassen sich blind von der propaganda von Exxon und Co. leiten.

Searles
 
42

Hihi, da mault wieder einmal der Richtige.

+DieMeinung+
127
---> Super LOL --->

Das Wetter in drei Tagen kann nicht bestimmt werden, aber wie das Klima in 100 Jahren wird und wie es vor 100.000 (!!!) Jahren war, das wissen die Forscher ...

Geh bitte ... hörts doch auf mit dem Theater.

Stinkefinger für Pröll
00
10.3.2010, 09:24
christa kummer

ist keine wissenschaftlerin - nur wetterfee...
und sowas geht nach gefühl

Die dritte Seite der Medaille
00

wow.. es gibt also immer noch Leute, die den Unterschied zwischen Wetter un Klima nicht verstanden haben. Da schau her.

birka
03

ja eh, manche dreisten Leute behaupten sogar dass es im Sommer wieder wärmer wird und dann der Schnee schmilzt - woher wollen die das wissen?!

yomellamo
21

ja.. immer diese sommer/winter-kult fanatiker.

Ich als Jahreszeiten-skeptiker kann mich beruhigt zurücklehnen, wenn die vom jahreszeiten-kult wieder einmal hitze oder kälte in Österreich vorraussagen. Ich weiss, dass das alles nicht wahr ist und dass das klima der welt vollkommen unabhängig von jeder messbaren größe ist.

Kritifaxe
01

Wo liegt der Unterschied zwischen bestimmen & beeinflussen

yomellamo
15

die flugbahn eines sauerstoff-molekueles in ihrem zimmer koennen sie nicht vorhersagen...

... aber die zimmer-temperatur wollen sie mit dem thermometer messen koennen?

--> ja, .. das kann man.


tipp: bei einem chaotischen system ist es mitunter einfacher eine aussage ueber die gesamtheit und ueber einen laengeren zeitraum zu treffen als ueber ein kurz andauerndes lokales ereignis.
Was beim wetter dann auch noch zusaetzlich mitspielt sind sehr lokale einfluesse wie zb. stadt oder land, berg oder tal.

Selbst sie koennen das: Sie koennen mir das Wetter in zwei wochen nicht sagen, aber sie koennen wahrscheinlich eine gute vorhersage ueber die durchschnittstemp in Juni Juli august und im vergleich Dezember,Jaenner, Februar vorhersagen

F S 3
48
Im Grunde genommen, ein ausgezeichnetes Beispiel…




Und um es zu komplettieren:



Der CO2-KULT will uns nun allen Ernstes weismachen, daß es im Sommer nur deshalb heiß wird, weil es Menschen auf der Erde gibt.

G e o r g
12
10.3.2010, 16:48

Welch Überraschung: Ein Klima"skeptiker" versucht sich an einem Strohmann-Argument. Wer hat nochmal behauptet, "daß es im Sommer nur deshalb heiß wird, weil es Menschen auf der Erde gibt"?

yomellamo
22

FS3 will uns einreden, dass es keinen sommer und keinen winter geben kann, weil das Klima ja vollkommen chaotisch ist.

therapierefraktärer Normalo
02
Die Zimmertemperatur können Sie mit einem Thermometer messen,

Sie können aber nicht die voraussagen, wie warm oder kalt es in dem Zimmer in 50 Jahren sein wird.

birka
01

wennst die Außenwände schwarz anstreichst kannst aber sagen dass im Zimmer tendenziell wärmer sein wird als jetzt. Und wennst die Fensterscheiben einschlägst dann kannst problemlos 50 Jahre in die Zukunft schauen und sagen dass im Winter im Zimmer trotz Heizung ziemlich kalt sein wird..

therapierefraktärer Normalo
10
10.3.2010, 05:30
Es geht aber gar nicht um Tendenzen,

das würde ich ja noch einigermaßen verstehen. Es geht hier um Prognosen mit einer Genauigkeit von wenigen Grad, die sich 50 Jahre in die Zukunft erstrecken.

Das ganze ist ja überhaupt nicht mehr nachvollziebar. Momentan läuft es ja so ab, dass riesige Computeranlagen monatelang herumrechnen, und irgendwann kommt einmal ein Ergebnis raus, das von einigen wie das Delphische Orakel präsentiert wird. Kein Mensch auf der Welt kann das nachrechnen oder überprüfen.

G e o r g
01
10.3.2010, 16:55

Prognostiziert wird ja nicht die Temperatur zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort, sondern Durchschnittstemperaturen über längere Zeiträume über größere Gebiete. Die Faktoren, die diese Durchschnittswerte bestimmen, ändern sich nur langsam und können vorausgesagt werden, im Gegensatz zu den Faktoren, die die konrete Temperatur zu einem bestimmten Zeitpunkt bestimmen.

Nur weil Klimamodelle im Detail nur von wenigen Spezialisten nachvollzogen werden können, sind sie nicht wertlos. Du verstehst wahrscheinlich genausowenig wie ich, wie dein PC bis ins kleinste Detail funktioniert - dennoch sind wir - und Milliarden andere auch - im Internet.

birka
00
10.3.2010, 07:11

Was da laut Berechnungen in 100 Jahren sein soll ist aber eigentlich auch nur als Tendenz zu verstehen. Da gibts ja auch immer die verschiedensten Modelle fürs menschliche Verhalten von "reduzierten CO2 Ausstoß" bis "katastrophal", usw usw.

Wenn solche Ergebnisse wie die pure Wahrheit präsentiert werden dann ist das wahrscheinlich mehr ein Medienproblem, weil normalerweise werden in wissenschaftlichen Publikationen auch Konfidenzintervalle und Limitierungen erwähnt...

therapierefraktärer Normalo
10
10.3.2010, 10:53
Das stimmt, was Sie schreiben

Mir geht es aber darum, dass ich mir überhaupt nicht mehr im Klaren bin, was diese Klimamodelle tatsächlich berechnen und ich stehe da nicht ganz alleine da.

Es gibt selbst unter den Befürwortern der Treibhaushypothese etliche Wissenschafter, denen das nicht ganz geheuer vorkommt:

http://www.uni-protokolle.de/nachricht... n/id/3883/

Der letzte Absatz ist ernüchternd:

"Daran, dass es eine globale Erwärmung geben wird, besteht auch für Prof. Bunde und seine Kollegen kein Zweifel. Das Fazit ihrer jüngsten Forschungen lautet jedoch: Um zu einer realistischen Prognose zu gelangen, aus der sich auch politische Handlungsstrategien ableiten lassen, müssen die Klimamodelle noch stark verbessert werden. "

Searles
 
11
10.3.2010, 14:37

Die Treibhaushypothese ist ein einfacher Zusammenhang physikalischer Fakten und keinesfalls ein Phantasiegebilde, wie du implizierst. Man braucht dafuer keine Modelle.

Die diversen Klimamodelle dienen nur dazu, Prognosen zu erstellen, basierend auf Annahmen ueber zukuenftige Entwicklungen. Zusaetzlich dienen sie dazu, durch Rueckrechnen Zusammenhaenge besser zu verstehen.

Wie gesagt, fuer den Treibhauseffekt ist das wurscht, der ist eine einfache Konsequenz aus seit ueber 100 Jahre alter bewaehrter Physik.

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