Virtuell muss real sein

7. März 2010, 18:00
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Digitale Fotos von Gebäuden oder Großanlagen helfen eine korrekte Basis für Simulationen in virtuellen Welten zu schaffen

Bis ins Detail genaue digitale Modelle großer Anlagen oder Bauwerke lassen sich für viele Simulationen nutzen, die Kosten und Zeit sparen. Ein Beispiel für Gebäude: Neue Brandschutzbestimmungen machen oft eine Verlegung der Fluchtwege nötig. Statt mühsam die ganze Anlage abzugehen kann bei einem virtuellen Flug durchs Gebäude alles präzise dokumentiert werden, indem Echtzeit-Kamerabilder der Fluchtwege über die CAD-Diagramme gelegt werden. Virtuelle Kopien realer Gebäude können auch Wartung und Schulungen einfacher und günstiger gestalten. 

Software entwickelt

Doch wie kommt man zu einem wirklich korrekten virtuellen Modell, wenn eine große Anzahl von Partnern an den Projekten mitarbeitet, die ein vorhandenes CAD-Modell oft nicht minutiös umsetzen können und immer wieder neue technische Zeichnungen erstellen? Um die Unterschiede zwischen einer realen Anlage und ihrem CAD-Entwurf zu finden und das digitale Modell richtig zu stellen, hat Siemens mit der Technischen Universität München eine Software entwickelt, die digitale Fotos von einzelnen Räumen in CAD-Modelle einblenden kann. Damit lassen sich Differenzen auf einen Zentimeter genau feststellen. Wenn dies während der Bauphase regelmäßig erfolgt, hilft die neue Technik kostspielige Fehler früh zu erkennen und sorgt für eine lückenlose Dokumentation des Baus. Als geografische Referenzpunkte werden dafür Ankerplatten verwendet, massive Stahlverstärkungen in den Wänden, mit denen schwere Konstruktionen gestützt werden. Solange ein Teil davon im Foto sichtbar ist, erkennt das Programm den Raum und korrigiert das virtuelle Modell.

 

  • Während der Bauphase wird laufend die Realität mit dem virtuellen Modell abgeglichen.
    foto: siemens

    Während der Bauphase wird laufend die Realität mit dem virtuellen Modell abgeglichen.

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