"Amflora"

Kritik nach EU-Entscheid für Gentechnik-Erdapfel

02. März 2010 15:42

EU-Kommission genehmigte An­bau und Verwendung der Speise­stärke als Futtermittel - Österreich will nationales Anbauverbot

Brüssel/Wien - Die europäische Kommission hat am Dienstag den umstrittenen Gentechnik-Erdapfel "Amflora" des deutschen Chemiekonzerns BASF genehmigt. Die Zulassung betrifft den Anbau von "Amflora" und Verwendung der Speisestärke als Futtermittel. Auch genehmigte die EU-Kommission drei Genmais-Sorten von "Monsanto" (MON863xMON810, MON863xNK603, MON863xMON810xNK603) zur Verwendung als Futter- und Lebensmittel sowie für den Import und zur Weiterverarbeitung. In Österreich soll laut Gesundheitsministerium ein nationales Anbauverbot für "Amflora" erlassen werden. Kritik zur Entscheidung der EU-Kommission kam u. a. von Umweltschützern.

Der Gentechnik-Erdapfel ist mitunter umstritten, weil er ein Resistenzgen gegen Antibiotika enthält. Die EU-Kommission habe sich bei der Zulassung von "Amflora" auf die wissenschaftliche Bewertung der EU-Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vom Juni 2009 gestützt, erklärte Gesundheitskommissar John Dalli am Dienstag. Dabei sei auch die Bewertung der der EU-Arzneimittelbehörde (EMEA) und des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle (ECDC) berücksichtigt worden. Laut einem Kommissionssprecher wurde die Entscheidung im schriftlichen Umlaufbeschluss der EU-Kommission und damit einstimmig getroffen.

Kontrolliertes Umfeld

Die Gefahr einer Verunreinigung von Lebensmittel sei gering, sagte Dalli. So dürfe "Amflora" nur in einem kontrollierten Umfeld angebaut werden, die Kartoffel werde auch nicht offen auf dem Markt verkauft. Für die Papierindustrie biete "Amflora" Vorteile, durch die produzierte Stärke könnten weniger Biotreibstoffe und Pestizide eingesetzt werden. Nebenerzeugnisse der Stärke-Produktion aus der Kartoffel dürfen nach der Entscheidung der EU-Kommission auch als Futtermittel eingesetzt werden. Seitens BASF hieß es, man wolle nach offizieller Zulassung noch heuer "Amflora" anbauen - die Entscheidung sei ein Meilenstein für Innovationen zugunsten einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft in Europa.

In Österreich soll trotzdem kein Gentechnik-Erdapfel angebaut werden: Nach der offiziellen Zulassung von "Amflora" werde "umgehend ein nationales Anbauverbot erlassen", erklärte Gesundheitsminister Alois Stöger (S). Entsprechende Vorbereitungen seien bereits im Laufen, so eine Ministeriumssprecherin zur APA. Was die Genehmigung der EU von drei Genmais-Sorten betrifft, seien diese von den aktiven heimischen Verboten umfasst.

Umweltschützer protestierten

Die Umweltorganisationen Greenpeace, Friends of the Earth und Global 2000 kritisierten die Entscheidung der EU-Kommission. Angesichts ungelöster wissenschaftlicher Bedenken sollten die EU-Staaten den Anbau von "Amflora" auf ihrem Gebiet verbieten, verlangte Greenpeace. Global 2000 war über die Zulassung "trotz Ablehnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der EU-Arzneimittelbehörde (EMEA) und der Bevölkerung" empört. Die Organisation "Bio Austria" erklärte, es sei ein Skandal, dass "mit der Zulassung der Gentechnik-Kartoffel gleichzeitig die Kontamination von Lebensmitteln legalisiert wird".

Als "vorschnell" und "nicht nachvollziehbar" bezeichnete die EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger (ÖVP) die "Amflora"-Genehmigung. Die Grünen im EU-Parlament kritisierten, dass die Entscheidung der Kommission umso gravierender sei, da EFSA selbst einräume, dass die Lebensmittelbranche mit Kontaminationen durch den Anbau und die Weiterverarbeitung zu rechnen habe. Die heimischen Grünen kündigten einen Entschließungsantrag auf ein Importverbot für "Amflora" an.

Gesundheitskommissar Dalli kündigte an, die EU-Kommission wolle bis zum Sommer einen Vorschlag unterbreiten, wie das Zulassungsregime für den Anbau von genetechnisch veränderten Lebensmitteln (GVO) geändert werden könne, um den EU-Staaten mehr Wahlfreiheit zu lassen. Neben Österreich fordern auch weitere EU-Staaten die Möglichkeit nationaler Anbauverbote. In Deutschland wird "Amflora" übrigens bereits im Rahmen eines Freilandversuchs in Mecklenburg-Vorpommern angepflanzt. (APA)

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kingcycle
19.03.2010 15:02
Dagegen wehren:

Dear friends,

The European Commission has just approved growing genetically modified crops in the European Union for the first time in 12 years!

Caving to the GM lobby, the commission has ignored 60% of Europeans who feel we have to get the facts first before growing foods that could pose a threat to our health and environment.

A new initiative allows 1 million EU citizens to make official legal requests of the European Commission. Let's build a million voices for a ban on GM foods until the research is done; they will be delivered to the President Barroso of the European Commission. Sign the petition and forward this email to friends and family:

http://www.avaaz.org/en/eu_hea... ersity/?vl

sophale vom sirius
03.03.2010 17:49
Eigeier
03.03.2010 14:08
Probleme mit dem Nachweis

...da die Gentechkartoffel in EU Staaten verfüttert werden wird, stellt sich das Problem des Nachweises in Lebensmittel, welche importiert werden -ich seh' nicht, wie das zu bewerkstelligen sein wird....

Marco Johlehne
03.03.2010 14:02
woher kommt eigentlich

diese "alles Gen-verändert ist schlecht" Einstellung? Irgendwie müssen wir ja die Ernährungs/Energie Frage lösen?! Ich vermisse eindeutige Beweise warum das nicht geht?

kingcycle
19.03.2010 15:15
Weil wir nicht zulassen dürfen, einigen wenigen

Firmen und Ländern die Oberhoheit über die Welternährung zu überlassen.
Weil natürliches Saatgut in unserem Besitz bleiben muß und das Recht zum Anbau nicht jährlich wieder erworben werden muß. Weil die Knebelverträge von Monsanto und Co schon abertausende Kleinbauern in den Tod getrieben haben. Weil gerade Entwicklungsländer sich einerseits die Preise nicht leisten könnten und andererseits bestens an lokale Bedingungen angepaßte Pflanzen aus natürlicher Zucht
vernachläßigt werden, weil die GenTec Firmen Wunder versprechen - und bei Mißernten und Zahlungsunfähigkeit beinhart enteignen, auch mit Hilfe von Söldnern.
Weil Ernährung in wenigen Händen die gefährlichste Waffe der Welt ist..
Ein wenig googlen nach Monsanto ist hilfreich..

NoComment
03.03.2010 14:19

das gesamte thema lässt sich auf folgenden satz reduzieren:

wir brauchen keine gen-veränderten lebensmittel um die gesamte menschheit ausreichend zu ernähren.

allerdings verkauft man als bauer, als käufer und als nation/gemeinschaft seine seele an monsanto und co wenn man sich auf gen-anbau einlässt. die haben andere interessen als die ausrottung des hungers auf der welt.

STEF2500
09.03.2010 11:41
No comment?

Genauso wie sie ihre Seele an Pfizer, Nestle, Microsoft, Sony, Dichand verkaufen, wenn sie Medikamente, Nahrungsmittel, Software, Elektrogeräte, Zeitung konsumieren.

No further comment

NoComment
09.03.2010 12:50

schön dass sie das so pauschalieren - da lebt es sich sicherlich ganz ungeniert, richtig?

ist ihnen bewusst dass sätmliches gen-manipulierte saatgut hybride sind? dass dieses saatgut vorwiegend in dritte-welt- oder entwicklungsschwachen ländern zum einsatz kommt um die bauern dort abhängig zu machen? schauen sie mal nach nordindien, welches leid monsanto dort mit seinem hybridsaatgut und den folgen daraus veranstaltet hat! dies mit einem lapidaren "das ist bei allem so was man macht" abzutun mag einfach erscheinen, kann aber wohl nicht als ausrede gelten, sich flach auf den boden zu legen und zu hoffen dass man nicht auffällt.

STEF2500
09.03.2010 13:24
Pauschaler Comment

Verzeihung, mein Fehler, Ironie sollte man nicht unmarkiert verwenden. Aber der erste Schritt ist getan: sie haben ihr Argument als pauschal erkannt. Nur weiter so.

Dass Monsanto kein Interesse hat den Welthunger zu bekämpfen: geschenkt, als Firma will sie Gewinne erzielen und verfolgt einen monopolisitschen Ansatz. Das hat bloss nichts mit Gentechnik zu tun. Dass moderne Pflanzenforschung unter Einbeziehung der Gentechnik einige interessante Konzepte hat, um eine nachhaltige Lebensmittelproduktion zu ermöglichen wird gerne von europäischen Gegnern der grünen Gentechnik übersehen: http://royalsociety.org/Reapingthebenefits/

ein beispiel
http://www.newscientist.com/article/d... world.html

John Waters
03.03.2010 12:37
Juhu EU!

Das Importverbot hat uns die EU schon weggeschossen. Einem Anbauverbot wird es nicht anders ergehen. Derzeit lebt unsere Situation vom freiwilligen Importverbot des Handels; jederzeit revidierbar.

Kontra
03.03.2010 11:47
Rosenkranz und Anti-Gen-Einstellung

sind 2 Seiten der gleichen Medaillie: nämlich eines vorurteilstriefenden, stockkonservativen, antiveränderungsresistenten Österreichs in welchem einerseits die Ausländer und andererseits wissenschaftlicher Fortschritt in der Lebensmittelproduktion gleichermaßen als Bedrohung der durch Krone-Indoktrination gefestigten österreichischen 'Wir sind die Besseren-Mentalität' gesehen wird.

Nicht dass ich kritische Auseinandersetzung mit der Gentechnik ablehne: Aber gerade diese gibt es nicht. Es gibt nur reflexhaftes Nein. Genau so, wie bei der Ausländerfrage.

Und wenn mir jetzt grüne Rosenkranzhasser und Gentechnikverweigerer ihr rotes Stricherl geben: Denkt doch einmal kritisch über eure eigenen Vorurteile und Diskussinsverweigerung nach...

kingcycle
19.03.2010 15:42
Ein Vorschlag..


du kaufst am Markt echten Yoghurt, z.B. türkischen und eine Portion italienischen oder französichen Käse - in Österreich gibts ja leider keinen Rohmilchkäse ..
Dann eine Packung Analogkäse und einen industriell erzeugten Becher Yoghurt (da mußt du gar nicht wissen was drin ist und wieviele km der Becher zurückgelegt hat, und wie alt die Milch ist aus der der Yoghurt erzeugt wurde und auch nicht wie die "Geschmackskomponente" hergestellt wird und woraus -
einfach vergleichen- von wegen Fortschritt in der Lebensmittelerzeugung ..

NoComment
03.03.2010 14:21

ihr populistischer ansatz, alle zu verurteilen die nicht ihrer meinung sind, bringt aber auch keinen weiter.

ich bin gegen gentechnisch veränderte lebensmittel weil es kein problem gibt, dass damit gelöst wird. hunger wird's auch mit diesen veränderungen geben, gerade WEIL die hersteller dieser lebensmittel ganz andere interesse haben. setz ich also auf gentechnik dann verkaufe ich mich diesen konzernen noch stärker als jetzt.

STEF2500
09.03.2010 13:27
Fremdwörter mit P!

Ist heute der P-Tag für Kommentare?
Verwende ein Fremdwort mit P.
Pauschal und populistisch hatten wir schon.
Wie wäre es noch mit Folgendem:
primitiv!

Kontra
03.03.2010 15:59

Natürlich gibt es Probleme, wie z.B. der geringere Einsatz von Schädlingsbekämpfern, die ja in der Nahrungskette bekannter Maßen nachgewiesenen Probleme machen, während es keine zugelassenen gentechnisch veränderte Pflanze gibt, die in der Nahrungsmittelkette nachgewiesenen Probleme macht.

Und vieles wird auch noch erforscht. Zb. Pflanzen, deren Anbau auch weniger Wasser brauchen (ein wertvolle Ressource) etc. Die apodiktische Aussage, dass die Forschung über gentechnische Veränderung keinen Fortschritt bringen kann, ist meines Erachtens genau so absurd, wie die Feststellung, dass die pharmazeutische Industrie keine Erfolge gegen Krankheiten, Seuchen etc. bringt.

NoComment
03.03.2010 17:53

das ganze ist aber ein wenig kurzsichtig zusammengefasst. mag schon sein dass keine probleme in der direkten nahrungsmittelkette bekannt sind, aber welche auswirkungen diese monokulturen haben, und dass bei allen ausgesetzten gentechnisch verändernten sorten mit jedem jahr mehr spritzmittel verbraucht wird als geplant, und bei einigen sorten sogar schon mehr gebraucht wird als bei herkömmlichen sorten, verdrängen sie gekonnt. ich stelle auch die gentechnik als solche nicht in frage, nur die nutzung durch konzerne und gegen den nutzen für die menschheit. wenn wir in den entwickelten ländern unseren fleischkonsum um 30% reduzieren dann können wir die 5mia. menschen jetzt schon locker mit essen versorgen. und die 30% weniger wären gesund.

Herr Störfischer
03.03.2010 14:08
ganz einfacher Vorschlag

So wie Sie Ihren Hausmüll entsorgen können darf ja wohl von den Menschen, die gentechnisch veränderte Pflanzen in die Welt setzen verlangt werden, dass sie diese im Schadensfall wieder einsammeln. Da es ja keinen Schadensfall geben kann, wäre es ganz einfach das als Bedingung zu machen. Wer das nicht unterschreiben kann ist wirklich ein Stockkonservativer Feigling.

maruh
03.03.2010 10:21

Amflora darf nicht nur als futtermittel eingesetz werden. auch in lebensmittel zu max. 10%.
am besten geeignet ist diese erdäpfel jedoch für die klebstofferzeugung.

monsanto:
http://nuoviso.tv/umwelt/mo... santo.html

erst anschauen bitte. dauert nur 45min und es lohnt sich.

supa
03.03.2010 07:39
Danke Herr Hahn, dass Sie das so brav unterschrieben haben.

Hab ich das richtig gelesen, keine einziger Kommissar hatte den mum und hat den Umlaufbeschluss nicht unterschrieben.

Die haben echt mein Vertrauen.

See Tal
19.03.2010 09:14
Von einem Hahn kann man kein Ei erwarten...

erix
03.03.2010 05:44
arte-video zu monsanto...

sollte man sich unbedingt anschauen. finde ich zumindest:
http://www.youtube.com/results?s... q=monsanto
ist etwas lang, aber die geduld zahlt sich aus!

marillensuppe
02.03.2010 23:47


was für eine unglaubliche 5auerei.
mich würde interessieren, was so eine kommissionsstimme so durchschnittlich kostet

Tildy
02.03.2010 22:27
Wer in der Kommission pusht diese Ideen durch? Woher kommt das alles?

Wer will denn das alles wirklich?

erinnye
 
02.03.2010 20:15
Igitt

Gene!

01052004
02.03.2010 20:12
was hat denn basf für die zulassung bezahlt???

und an wen???

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