Mindestsicherung

744 Euro, zwölf mal im Jahr

2. März 2010, 13:47

Differenzen zwischen Sozial- und Fianzministerium bezüglich Finanzierung sind beseitigt

Graz - Die Mindestsicherung dürfte mit der heutigen Einigung zwischen SPÖ und ÖVP nun wirklich endgültig auf Schiene sein. Das Inkrafttreten ist unverändert mit September vorgesehen, allerdings sind bis dahin neben dem Nationalrat auch noch die Länder gefordert, die entsprechenden Beschlüsse zu fassen. Die zuletzt aufgetretenen Differenzen zwischen Sozial- und Finanzministerium bezüglich der Finanzierung der Leistung sind jedenfalls beseitigt. Die Mindestsicherung wird 744 Euro betragen, zwölf Mal pro Jahr ausgeschüttet.

Der Satz für Paare liegt bei 1.108 Euro. Im gleichen Haushalt lebende Kinder erhalten mindestens 134 Euro. Damit sollen sozial Bedürftige die Kosten für "Lebensunterhalt" (also u.a. Nahrung, Bekleidung, Heizung, Strom, Hausrat sowie "angemessene soziale und kulturelle Teilhabe") und "Wohnbedarf" (Miete, Betriebskosten) abdecken. Für letzteres sind aber noch freiwillige Zuzahlungen der Länder vorgesehen.

Rückgriff auf Vermögen der Familienangehörigen abgeschafft

Der in einigen Bundesländern übliche Rückgriff auf das Vermögen von Familienangehörigen wird bei der Mindestsicherung gekippt. Diesen Regress gibt es nur noch bei Eltern für ihre minderjährigen Kinder. Eigenes Vermögen (auch Erbschaften) muss allerdings bis zu einem Freibetrag von rund 3.700 Euro verwertet werden, bevor die Sozialhilfe bezogen werden kann. Behalten dürfen die Bezieher u.a. ihre Wohnung, ein berufsbedingt benötigtes Auto und ihren Hausrat.

Bezieher erhalten E-Card

Ein wesentlicher Vorteil der Mindestsicherung ist, dass die Bezieher künftig krankenversichert sind und eine E-Card erhalten. Bisher waren sie auf die "Krankenhilfe" im Rahmen der Sozialhilfe angewiesen, nun können sie auf die deutlich unkomplizierter verfügbaren Leistungen der jeweiligen Gebietskrankenkasse zurückgreifen.

Anträge auf Mindestsicherung können beim Arbeitsmarktservice eingebracht werden oder auf Landesebene "bei allen Stellen, die dafür geeignet erscheinen". Außerdem nimmt das AMS die Bezieher der Mindestsicherung in seine Jobvermittlung.

Finanzierung steht

Von der Neuregelung profitieren sollen Schätzungen zufolge zumindest 270.000 Menschen. Anspruch auf die Mindestsicherung haben alle Personen, die Lebensunterhalt, Wohnbedarf und Krankenversicherung nicht aus Eigenem finanzieren können und "die zu einem dauernden Aufenthalt im Inland berechtigt sind". Dazu zählen neben Österreichern auch anerkannte Flüchtlinge und EU-Bürger.

Finanziert wird die Mindestsicherung großteils vom Bund, der bis zu 140 Millionen beisteuert. Die Länder bringen bis zu 50 Millionen auf. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 198
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Ernesto Farmer
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Falsche Richtung

Das System geht klar in die falsche Richtung.

Wenn man in der Lage ist 600 Euro im Monat zu verdienen, dann wird diese Mindestsicherung um 600 Euro reduziert. D.h. es werden nur 144 Euro gewährt. D.h. Der Grenznutzen jeder investierten Stunde Arbeit ist gleich null.

Alexander Patjomkin
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Das ist ein Umverteilung

vom fleißigem, gebildetem Mittelstand nach unten.
Die Finanzierung geht auf der Last der Mittelstand.
Für Missbrauch Tür und Tor geöffnet.
Total falscher Weg.

DerMäx
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Bekommen das Obdachlose auch, oder werden die anders "berechnet".

Wie sieht es mit Unterhaltspflichtigen aus, haben die auch Anrecht auf die Mindestsicherung, oder nimmt man denen dann wieder soviel weg, dass es sich gerade mal nicht ausgeht ein Dach über dem Kopf und Essen zu haben, wenn sie keine Arbeit haben?

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00

Bekomm ich die als Student auch? Mah wer das schön...

Cloon
 
01
wÄr das schön..

würde wohl ein "echter" Student schreiben >.<

lgCLoon

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00

Nur Deutsch ist nicht unbedingt das, was ich als meine "Erste Sprache" bezeichnen würde :)

Man verzeihe mir also das wer statt dem wär.

Karl Bauer4
00

Arbeitslose laßt eure Hosen runter bei Vermögensprüfung



Scherberich
 
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das ganze macht nur sinn

wenn man die bürokratie in einem schritt massiv zurechtstutzt, dort versickert nämlich wirklich viel geld.
Aber dann wird der Beamtenstaat wirklich bluten müssen, und das kann man ausschließen. Deswegen werden sich die Politiker noch viele Möglichkeiten einfallen lassen, um die Bezugsberechtigten zu schikanieren. Damit die ganzen Parasiten in den Ämtern eine Daseinsberechtigung haben.

Übrigens: Grundsicherung hört sich viel besser an als HartzIV oder so.

Bello Ragazzo
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Dieses Geld hebe ich mir wohl von einem Bankomaten in Thailand ab.

Mit 744€ im Monat kann ich da gut leben.

polsport
11
...geht nur kurzfristig aus Thailand,

musst ja monatilich in oesterreich erscheinen bei deinem betreuer damit du die kohle weiterhin bekommst....

wwelv folig
00
ach die termine sind garnichtmehr so oft...

meist sind die so ausgelastet das sie dir ein termin irgendwo alle 3 monate geben und das machts auch nimma fett, denn dann kannst wieder krankenstand gehn und das und das und nach ein halben jahr schaust dann halt mal vorbei und das wars dann wieder bis zum nächsten halben jahr...

fenster
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vermögen prüfen von rund 3.700 Euro

hallo
ich frage mich nur wie die das mit dem eingenen vermögen
prüfen wollen von rund 3.700 Euro

wird da das bankgeheimnis aufgehoben ??
es gibt in österreich ca 50 banken oder mehr die ganzen online banken
gar nicht mitgerechnet
bei denen ich das geld auf einem sparbuch bunkern kann

gibts da dann so eine art rasterfandung oder so ??
wo gleich alle banken auf einmal dursucht werden ?

racctor
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denkste

dass jemand der die mindestsicherung beanspruchen muss, so viel auf der seite hat?^^ und wenn da wirklich was ist, wird das wahrscheinlich bald aufgebraucht sein. und wenn ers nicht aufbraucht... na dann is auch schon schei* egal...... oda is da wo ein fehler in meiner logik???

von allen guten Geistern verlassen
00
vermögen

ausserdem spare ich um für die not etwas zu haben. also dann wenn die unterstützung anfängt.
man kann aber auch von der unterstützung sparen. z.b. weil ich nicht ins theater gehe weil ich in 3 jahren auf 1-wöchigen urlaub am bauernhof im waldviertel machen möchte.

wie alles dieser regierung. völlig aus dem leben. nicht durchdacht.

masterjo
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na jetzt komm schon, das bissl verwaltungsaufwand um das festzustellen macht das kraut auch nicht fett.
oder doch?
*facepalm*

Kontrahent1
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P.S. sowas gibts auch für Banken

da man ja € 801,-- Zinserträge Kestfrei hat.

Kontrahent1
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Vielleicht sowas wie in Deutschland

die Zentralstelle für Altersversorgung, oder so ähnlich. Dorthin werden sämtliche Leistungen aus Versicherungen und Rentenansprüche gemeldet. Finanzamt braucht nur den Namen eingeben.

Dscheneräjschen Makulade
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Muss man das zurückzahlen, wenn man später mehr verdient? So wie das bei der Sozialhilfe jetzt anscheinend vorgesehen ist, aber nicht praktiziert wird?

masterjo
47

Schrittwiese Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Jetzt!

NMB
20

der erste Schritt ist schon getan :)

racctor
21
ach

bin ich froh dass ich so etwas schönes noch erleben darf=) auch wenn es natürlich noch großen verbesserungsbedarf verlangt. das ist zumindest mal ein eindeutiges bekenntnis zum sozialstaat

flotter denker
63
Wieder so ein Unsinn, den die Roten partout haben wollten

Idefix der zweite
 
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Das Problem ist, wenn man zu flott denkt, kommt manchmal eben ein Mist heraus.

phaidros
31

nicht unbedingt die roten, aber hunderttausende menschen, die bislang mitten in einem der reichsten laender der welt unter der armutsgrenze leben mussten.

loundy
 
10
ja, was für eine verschwendung...


wir sollten den gesamten sozialstaat abschaffen, meiner meinung nach.

dann schiesst der "flott denkende" finanzmarkt uns in einem jahrzehnt wieder, aber diesmal ohne den abfedernden sozialstaat mit extremen konsumeinbrüchen und der ohnehin schon angespannte soziale friede bricht weg wie nichts weil die menschen einfach verzweifelt sind.

aber ich bin sicher ein flotter denker hat das schon miteinberechnet und weiss wieviel kerzerl man schlucken muss damit alles wieder gut wird.

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