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Bures sieht Bestätigung für österreichischen Weg

02. März 2010 12:26

Infrastrukturministerin arbeitet trotzdem an Umsetzung weiter, um Strafzahlungen zu verhindern - Auch FPÖ und Grüne erfreut über deutsches Urteil zur Vorratsdatenspeicherung

Infrastrukturministerin Doris Bures sieht im Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichtshofs zur umstrittenen Vorratsdatenspeicherung eine Bestätigung ihres eigenen Wegs. "Im Unterschied zu Deutschland habe ich eine weitaus restriktivere Umsetzung vorgeschlagen", meinte sie am Dienstag in einer Aussendung. Trotzdem müsse weiter an dem Gesetz gearbeitet werden, um Strafzahlungen zu vermeiden. Auch die FPÖ und die Grünen zeigten sich erfreut über das deutsche Urteil.

Abwarten

"Wir haben uns bewusst Zeit genommen, den Entwurf sehr gründlich von unabhängigen Menschenrechtsexperten erarbeiten lassen und ihn in einem langen Begutachtungsverfahren zur Diskussion gestellt", so Bures, die eine minimale Umsetzung der EU-Richtlinie zur Speicherung von Telekommunikationsdaten in Österreich anstrebt. "Maximaler Datenschutz und maximaler Schutz der Grundrechte müssen die Leitlinien sein."

Grenzen

"Ich kann versprechen, dass die Grenzen, die der deutsche Verfassungsgerichtshof mit seinem heutigen Urteil gezogen hat, bei der österreichischen Umsetzung auf jeden Fall eingehalten werden", betonte Bures. Die Richtlinie gelte allerdings unverändert, um Strafzahlungen zu vermeiden, bleibe derzeit keine andere Möglichkeit für Österreich, als weiter an der Umsetzung zu arbeiten. Bures plädiert dennoch erneut dafür, dass auf EU-Ebene eine Neubewertung der Richtlinie erfolgen soll, insbesondere nachdem die EU-Grundrechtecharta für alle Mitgliedsstaaten verbindlich geworden ist. Daher hat Bures Justizministerin Claudia Bandion-Ortner und Innenministerin Maria Fekter (beide V) ersucht, das Thema wieder auf die Tagesordnung des EU-Rats zu bringen.

Freude

"Das ist ein guter Tag für den Datenschutz", begrüßte die Europaabgeordnete der Grünen, Eva Lichtenberger, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Die Kritiker in Österreich könnten sich bestätigt fühlen, da das Oberste Gericht in Deutschland vergleichbare Argumente verwendet hat. "Damit kann man sich auf das berechtigte deutsche Urteil beziehen und eine Umsetzung des Vorratsdatenspeicherungsgesetzes verhindern."

BZÖ-Justizsprecher Ewald Stadler fordert die österreichische Bundesregierung nach dem Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichtshofs zum Boykott bei der Vorratsdatenspeicherung auf. "Österreich soll und darf diese EU-Richtlinie nicht umsetzen und damit in ganz Europa ein deutliches Zeichen gegen den Überwachungsstaat und seine Auswüchse setzen", hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Dass die zuständige Ministerin Doris Bures (S) weiterhin auf einer Umsetzung beharrt, ist für Stadler "nur mehr das Spiegelbild der absoluten EU-Hörigkeit der Bundesregierung".

In der FPÖ herrschte "große Erleichterung" über das Urteil des deutschen Verfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung. "Somit ist das Projekt vorerst gestoppt, die EU zu einem Orwell'schen Überwachungsstaat umzubauen", sagte Verfassungssprecher Harald Stefan. "Jetzt muss endlich auch Infrastrukturministerin Bures die Umsetzung der Richtlinie in Österreich stoppen", forderte Werner Herbert, Freiheitliches Mitglied im Datenschutzrat. (APA)

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iohui
03.03.2010 00:39
wie dumm oder verlogen muss man sein, um das urteil so zu interpretieren?

somit haben wir schriftlich, dass uns auch der standard voll verarscht.

aber naja, einem privaten unternehmen steht eine subjektive und falsche meinung zu. einem ministerium nicht. deshalb sind die gehälter der minister endlich zu kürzen. so eine feige, hinterhältige bagage verdient maximal 10 % von dem regulären salär. volles gehalt verdient nur jemand, der tatsächlich ministerverantwortung übernimmt und tragen kann.

para-Celsus
02.03.2010 16:55
Von Doris Bures

ist nichts Gutes zu erwarten.

saoTan
02.03.2010 16:45
"Österreich soll und darf diese EU-Richtlinie nicht umsetzen und damit in ganz Europa ein deutliches Zeichen gegen den Überwachungsstaat und seine Auswüchse setzen"

Unglaublich, dass ich dem Herrn Stadler einmal vollinhaltlich zustimmen muss.

moejoe187
03.03.2010 04:57

im eigenen Land würden die(FPÖ) es sicher nicht so genau nehmen mit dem Datenschutz

Rent a Democracy
02.03.2010 17:57
Das ist doch nur Populismus.

Morgen vertritt er, wenns beliebt, das Gegenteil, ohne mit der Wimper zu zucken.

Van Emanuel
02.03.2010 15:55
lustig sinds die rechten

anstatt über deutschland, oder seine regierung samt gesetzt her zuziehen schimpfens lieber über die eu.
tja, blauäugigkeit schützt vor realitätsverlust nicht...

Quim Barreiros
02.03.2010 15:49
Es wäre interessant

zu wissen, welche EU-Institutionen dieses Gesetz produziert haben, welche österreichischen Vertreter dort drin sitzen und wie sie abgestimmt haben.

Enzo Canuzzi1
02.03.2010 23:33

Ironischerweise war es vor allem die damalige große Koalition in Deutschland, die die Vorratsdatenspeicherung durchgesetzt hat.

Der auf der Nudelsuppen dahergschwommen is
 
02.03.2010 22:15

der damilige innenminister (platter?), infrastrukturminister oder irgendein hoher beamter in vertretung wirds gewesen sein.
verliere da aber auch schon langsam den überblick, glaube aber schon das es ersterer war.

Der auf der Nudelsuppen dahergschwommen is
 
02.03.2010 22:19
ministerrat

ergänzen muss ich, dass es im ministerrat geschehen sein muss (einstimmig). auf vorlage der kommission. das eu parlament hatte damals hingegen keine möglichkeit mitzuentscheiden. bestenfalls bisserl drüber zu reden.

Kamui Kobayashi
02.03.2010 16:40

ich hab schon öfters nach einer übersichtlichen Website geschaut die übersichtlich darstellt wer wie gestimmt hat. Leider finde ich nichts.

Wenn es irgendo eine XML Dateien zum Abstimmungsverhalten geben würde, die man automatisch verarbeiten kann, dann könnte ich so eine Website erstellen.

Hat die EU ein public API?

Der auf der Nudelsuppen dahergschwommen is
 
02.03.2010 22:21

www.epvote.eu
www.votewatch.eu

beim parlament selbst gibts auch listen. sind aber absolut nicht übersichtlich...

Enzo Canuzzi1
02.03.2010 23:35

Das EU Pralament hatte damals in dem Bereich noch nichts zu sagen, daß sähe jetzt mit dem Inkrafttreten des Vertrages von Nizza anders aus ... und wahrscheinlich auch das Ergebniss.

weiter lesen
02.03.2010 22:18
ü-strichal
02.03.2010 15:24
" ... um Strafzahlungen zu verhindern ... "

was für strafzahlungen ??
also ich glaub kaum, dass rumänien und deutschland jetzt strafzahlungen drohen, weil sie die vds für verfassungswidrig empfinden und somit gekippt haben

da sieht mans wieder, die regierung arbeitet gegen und nicht für das volk. da dürften wohl schon einige von bestechungszahlungen von der musik- und filmmafia geflossen sein, die man jetzt nicht mehr zurückgeben will. begehrlichkeiten wurden ja schon einige genannt ...

und selbstverständlich sind auch die politiker spitz auf die daten der vds ...

also ich fühl mich einfach nur verraten und verkauft, und als ausrede nimmt man einfach die eu her ...

GottLooose
02.03.2010 22:54

> und als ausrede nimmt man einfach die eu her ...

so wie jede andere Debatte in der man selber mitgestimmt hat und es dem "Volk" verkaufen muss...

Adam Markus
02.03.2010 14:27

Ich hätte da einen revolutionären Vorschlag: Einfach KEIN Gesetz zur Datenerfassung machen. Die Bures spart sich Ärger und wir uns ein bisserl Überwachungsstaat.

byron sully
02.03.2010 14:59
so ist es,

schließe mich an.

grifter
02.03.2010 14:22

"Wir haben uns bewusst Zeit genommen, den Entwurf sehr gründlich von unabhängigen Menschenrechtsexperten erarbeiten lassen und ihn in einem langen Begutachtungsverfahren zur Diskussion gestellt."

Klar, Parteienfinanzierung und Lobbyismus auf nationaler und EU-weiter Ebene haben auf derartige Entscheidungen natürlich nicht den geringsten Einfluss!

maNishma
02.03.2010 14:11
"Maximaler Datenschutz und maximaler Schutz der Grundrechte müssen die Leitlinien sein."

leider wohl eher ein zielkonflikt als leitlinien.

teh_pwnerer
02.03.2010 13:47
"Maximaler Datenschutz und maximaler Schutz der Grundrechte müssen die Leitlinien sein."

Jaja, sicher. Und maximale Konformität und EU-Treue
*sind* die Leitlinien.

luigi77
02.03.2010 13:20
Vorsprung ...

... durch Langsamkeit.
Der österreichische Weg hat sich wieder bewährt!

ü-strichal
02.03.2010 15:10

warum bewährt ?? kommen wird die vds in österreich so und so ... und trotzdem würde auch die minimalvariante durch das deutsche urteil gekippt werden

Dreistein
 
02.03.2010 12:48
Die Oppostion sollte sich nicht beim deutschen Verfassungsgericht bedanken, sondern bei der Bures.

Sie ist es schließlich, die dafür in Österreich verantwortlich ist und nicht die Deutschen.

asinus
02.03.2010 14:23

Nein, Frau Bures gebührt sicher kein Dank, und ihre schwammige Stellungnahme zeigt ja, auf welcher Seite sie steht....

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