Studie stellt Zusammenhang zwischen Einnahme von Hanfprodukten und psychischen Störungen her - Kausalität bleibt allerdings unklar
Washington - Der Konsum von Cannabis kann das Risiko, an einer
psychotischen Störung wie Schizophrenie zu erkranken, verdoppeln. Zu diesem
Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Universität von Queensland in
Australien, die am Montag in den USA veröffentlicht wurde. Die Wissenschafter
hatten mehr als 3.800 junge Erwachsene um die 20 zu ihrem Cannabis-Konsum
befragt und sie außerdem auf Psychosen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen
untersucht. 14 Prozent der Befragten gaben demnach an, schon seit sechs Jahren
oder länger Haschisch zu rauchen.
Dauer des Cannabis-Konsums ausschlaggebend
Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Langzeit-Konsumenten ein doppelt
so hohes Risiko haben, an psychotischen Symptomen wie Schizophrenie zu erkranken
als die Studienteilnehmer, die noch nie mit Cannabis in Berührung gekommen
waren. Sie waren auch doppelt so anfällig für Halluzinationen und hatten ein
vierfach erhöhtes Risiko, unter Wahnvorstellungen zu leiden. Die Gefahr nimmt
nach Einschätzung der Forscher parallel zur Dauer des Cannabis-Konsums zu. Je
länger der erste Cannabis-Konsum zurücklag, desto größer war das Risiko einer
Erkrankung.
Kausalität fraglich
Nach Angaben der Forscher ist die Kausalität unklar. Es ließe sich nicht sagen, ob die Erkrankung bei
den Psychose-Patienten allein durch den Cannabis-Konsum ausgelöst wurde oder ob
sie schon vor dem Drogenmissbrauch anfällig für Geisteskrankheiten waren. Bei
Patienten, die schon in jungen Jahren unter Halluzinationen litten, war es
demnach wahrscheinlicher, dass sie eher und öfter Cannabis konsumieren. (red/APA)