"Fisch" als eierlegende Wollmilchsau

4. März 2010, 16:48
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Spiel & Spaß als verinnerlichte Erfolgsgaranten wollte Günther Mathé beim HR-Circle anhand des "Fisch"-Konzeptes vermitteln

Ein lokaler Fischstand, der globale Berühmtheit erlangt hat, war das Thema des aktuellen HR-Circles: Das dazugehörende Konzept - ganz banal "Fisch" genannt - stellte Günther Mathé, Geschäftsführer des Careercenters vor. In Österreich, sagt der Trainer, sei das Wort "spielen" negativ konnotiert: "Spielen ist nur bis zwölf erlaubt und danach erst wieder ab dem 45. Lebensjahr." Der spielerische Zugang zur Arbeit ist aber der wichtigste Baustein, der den wirtschaftlichen Erfolg garantiert, ist Mathé überzeugt.

Der "Pike Place Fish Market" befindet sich im amerikanischen Seattle und ist nicht zuletzt aufgrund seiner unorthodoxen Auffassung von Arbeit zu einem der beliebtesten Arbeitsplätze und zur großen Touristenattraktion in den USA avanciert. Die Fische sind hier nicht besser als im restlichen Land, der Arbeitsplatz ist es jedoch schon; zumindest wenn man den Verfechtern der Fisch-Philosophie, die vor rund 20 Jahren ihren Ursprung nahm, Glauben schenkt.

Fische fliegen durch die Gegend

An einem bestimmten Verkaufsstand in Seattle werfen sich die Mitarbeiter gegenseitig Fische zu und interagieren im Kollektiv mit den Kunden, die in die Spiele miteinbezogen werden. Ihnen wird das Gefühl vermittelt, Teil des Teams zu sein. Das Ganze hat dann wiederum positive Auswirkungen auf die Verkaufszahlen. Das Publikum wird vom Spaßfaktor infiziert, die Kassen klingeln, so die simple Intention.

Das Fundament der Fisch-Philosophie sind vier Eckpfeiler; nämlich "Spielen und Spaß", "anderen Freude bereiten", "präsent sein" und die "eigene Einstellung wählen". Nach dem Motto: "Arbeiten muss man sowieso, wenn man das gut gelaunt tut, umso besser." Klingt unspektakulär - ist es auch. Dieses Konzept müsse allerdings verinnerlicht werden, und das sei die Schwierigkeit, mahnt Mathé, der von einem oft jahrelangen Prozess spricht.

"Harte Arbeit"

"Fisch wird oft als eierlegende Wollmilchsau bezeichnet", sagt er zur Popularität der Methode, "die Umsetzung ist aber nicht so einfach". Ein Patentrezept zur Implementierung existiere nicht, viel mehr müsse das Konzept auf die Anforderungen des jeweiligen Betriebes adaptiert werden. Entscheidend sei nicht das Produkt sondern die Motivation, es auch mit Freude zu verkaufen, betont der Coach. "Das ist harte Arbeit." Schließlich müsse jeder Mitarbeiter das System durchziehen.

Kunden sollen vom Spaß profitieren

Ein System, das vom Teamgeist lebt. Wenn einer einen Hänger hat, wird er im Idealfall von den Kollegen mitgerissen: "Bei uns hört dann zumeist einer nach dem anderen zum Arbeiten auf", kritisiert Mathé. Als konkretes Beispiel, wie Fisch funktionieren kann, erwähnt er einen Baumarkt, der das Konzept installiert hat: "Im Geschäft wurden für die Mitarbeiter Osternester versteckt." Über die Ansage wurden auch die Kunden damit konfrontiert, erzählt er, "der Spaß konnte auf diese Weise transportiert werden."

Eine weitere Möglichkeit sei etwa, Klienten zu Fasching zu schminken, berichtet er: "Auch das wurde honoriert", denn "arbeiten und lustig sein ist kein Widerspruch", glaubt Mathé. (red/derStandard.at, 1.3.2010)

Link

www.hrcircle.at

Veranstaltungshinweis:

Exklusiv für Mitglieder am 15. April: HR-Circle Breakfast mit Ronny Hollenstein (ic2 concepts & training GmbH): "Hart und herzlich - So erhöhen Sie Ihre Durchsetzungskraft".

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    Am "Pike Place Fish Market" geht es "lustig" zu.

  • Günther Mathé ist Geschäftsführer des Careercenters.
    foto: derstandard.at/mark

    Günther Mathé ist Geschäftsführer des Careercenters.

  • Beispielvideo: Die Fische fliegen in Seattle tief.

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