Einwanderer treten für einen Tag in den Streik, um ihre Bedeutung für die Gesellschaft hervorzuheben - Aktionen in Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland
Paris/Rom - Mit Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen haben am
Montag Einwanderer in europäischen Metropolen auf ihr Schicksal aufmerksam
gemacht. "24 Stunden ohne uns" lautete die Botschaft einer Lobbygruppe, die in
Frankreich die Bedeutung der Einwanderer vor Augen führen wollte. Die
Organisation hatte für Montag alle Einwanderer aufgerufen, die Arbeit
niederzulegen und den Konsum zu verweigern. Vor dem Pariser Rathaus versammelten
sich Hunderte Demonstranten. "Wir protestieren gegen die Versuche von
Politikern, Einwanderer zu stigmatisieren und zu kriminalisieren", hieß es in
einem Aufruf.
Beim ersten "Streik der Einwanderer" in Italien demonstrierten nach Angaben
der Organisatoren allein in Neapel 24.000 Menschen, im mittelitalienischen
Bologna 10.000, in Mailand rund 2.000 Menschen. Kundgebungen unter dem Motto "24
Stunden ohne uns" waren unter anderem auch in Florenz, Neapel und Rom geplant.
Mit den Aktionen bis zum späten Abend wollten die Organisatoren die in Italien
lebenden Immigranten "sichtbar" machen. Die Demonstranten protestierten gegen
Rassismus und forderten mehr Mitbestimmung und eine vereinfachte
Aufenthaltsregelung.
Die Initiative in Italien wurde als Solidaritätsaktion über das Internet
und soziale Netzwerke wie Facebook gestartet, nachdem es Anfang Jänner in
Süditalien zu einem Aufstand Tausender Wanderarbeiter gekommen war. Damals
hatten in Rosarno an der Westküste Kalabriens etwa 2.000 zumeist afrikanische
Immigranten gegen ihre unmenschlichen Lebensbedingungen protestiert. In der
Folge war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Einwanderern und
Bevölkerung gekommen. Medien berichteten von einer regelrechten "Jagd auf
Schwarze". Die Initiative in Frankreich geht auf eine ähnliche Aktion in den USA
2006 zurück. (APA)