Firefox: Neue Javascript-Engine und Hardwarebeschleunigung

1. März 2010, 12:47
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"Jägermonkey" soll Geschwindigkeitswettlauf weiter vorantreiben - Direct2D wird unter Windows genutzt

In den vergangenen Jahren hat sich zwischen den verschiedenen Browser-Herstellern ein regelrechter Wettlauf um die Javascript-Speed-Krone entwickelt. In den unterschiedlichsten Benchmarks haben praktisch alle Browser ihre Werte um ein Vielfaches verbessert, zuletzt hatte dabei meist hauchdünn Google Chrome die Nase vorn, seit kurzem beansprucht Opera 10.50 Beta diese Position für sich.

Mozilla

Höchste Zeit also für das Mozilla-Projekt die nächste Ausbaustufe zu zünden: Mit "Jägermonkey" soll schon bald eine neue Javascript-Engine ins Rennen geschickt werden. Diese soll die Vorteile des bisher eingesetzten "Tracemonkey" mit den einfacheren Ansätzen von Webkit kombinieren.

Optimierung

Dieser Entschluss ist der Erkenntnis geschuldet, dass Tracemonkey zwar da, wo das "Tracing" des Codes - also die Optimierung von Schleifen  - funktioniert schneller als die Konkurrenz ist, aber dies nicht immer funktioniert. In diesen Fällen hatte man dann bisher erhebliche Geschwindigkeitsnachteile -  vor allem im Vergleich zu Google Chrome und Safari.

Open Source

Statt hier eine Neuentwicklung zu starten, bedient man sich bei Mozilla allerdings lieber der Vorteile von Open Source: Apples Javascript-JIT Nitro wird kurzerhand in den Firefox-Code übernommen, und für jene Situationen genutzt, in denen Tracemonkey keine Optimierungen vornehmen kann. Das entsprechende Projekt befindet sich derzeit noch in den Kinderschuhen, trotzdem sollen sich bereits Geschwindigkeitssteigerungen beim Sunspider-Javascript-Benchmark zwischen 30 (32-Bit) und 45 (64-Bit) ergeben.

Direct2D

Parallel dazu arbeitet man aber auch an anderen Stellen des Browser an der weiteren Verbesserung der Geschwindigkeit. So nutzen die aktuellen Nightly-Builds von Firefox nun unter Windows Direct2D, auf diese Weise wird die Hardwarebeschleunigung aktuelle Grafikkarten zur Anzeige genutzt. Ein Schritt den übrigens auch Microsoft für den Internet Explorer 9 angekündigt hat - von dem freilich noch keine Vorversion in Sicht ist, das Mozilla-Projekt ist der Konkurrenz hier also zuvorgekommen.

Einstellungen

Derzeit ist Direct2D allerdings noch nicht von Haus aus aktiviert, wer das ganze ausprobieren will, muss nach dem Download des aktuellsten Nightly-Builds auch in den erweiterten Einstellungen von about:config herumbasteln. Konkret muss der Wert für den Parameter "gfx.font_rendering.directwrite.enabled" auf "true" gesetzt werden, außerdem muss noch ein Integer-Parameter namens "mozilla.widget.render-mode" mit dem Wert "6" angelegt werden. Neben der Beschleunigung der Ausgabe verändert sich danach übrigens auch die Schriftendarstellung, da hierfür dann Microsofts DirectWrite genutzt wird. (apo, derStandard.at, 01.03.10)

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