Nach dem Erdbeben

Chiles Kupferminen produzieren wieder

01. März 2010 12:50

Der weltgrößte Kupferlieferant Chile kann die Förderung des Rohstoffes wieder starten, der Kupferpreis schnellt in die Höhe

Santiago - Nach dem verheerenden Erdbeben am vergangenen Samstag fahren Chiles Kupferminen ihre Produktion allmählich wieder hoch. Trotz Störungen bei der Stromversorgung habe der Bergbaukonzern Codelco den Betrieb in der viertgrößten Kupfermine des südamerikanischen Landes aufgenommen, sagte Manager Ricardo Alvarez am Sonntag. Nach Gewerkschaftsangaben wurde auch in der Mine Los Bronces des Konzerns Anglo-American wieder gefördert.

Durch die Erdstöße war am Sonntag die Stromversorgung einiger Minen zusammengebrochen, Zufahrtsstraßen waren verschüttet worden. Codelco und Anglo American mussten den Betrieb in insgesamt vier Gruben aussetzen. Schwere Schäden an den Minen selbst gab es wohl nicht. Vereinbarte Lieferungen seien laut dem chilenischen Bergbauminister, Santiago Gonzalez, aber nie gefährdet gewesen.

Chile gilt als weltgrößter Kupferlieferant. Aus den Codelco-Gruben wurden im vergangenen Jahr zusammen mehr als 600.000 Tonnen Kupfer geholt, Anglo American fördert aus seinen beiden betroffenen Bergwerken jährlich rund 280.000 Tonnen Kupfer. Insgesamt wurde die Bergbaukapazität Chiles vorübergehend um ein Fünftel verringert. 

Höherer Kupferpreis

Der Kupferpreis stieg am Montag Morgen zeitweise auf den höchsten Stand seit fünf Wochen. An der Londoner Rohstoffbörse LME stieg der handelsübliche Kupferkontrakt mit einer Auslieferung in drei Monaten zeitweise um fünf Prozent auf bis zu 7.600 US-Dollar (5.601 Euro).

"Aufgrund der aktuell sehr hohen Lagerbestände sind Lieferengpässe grundsätzlich nicht zu erwarten", sagte Rohstoffexperte Thorsten Proettel von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Darüber hinaus sei die Kupfernachfrage zuletzt rückläufig gewesen, während die Produktion angezogen habe. Infolgedessen sieht Proettel den jüngsten Preissprung nicht als nachhaltig an.

Ähnlich argumentiert die Commerzbank: "Der Preissprung am Kupfermarkt ist aus unserer Sicht überzogen", sagte Rohstoffexperte Daniel Briesemann. "Die meisten Kupferminen Chiles befinden sich im Norden des Landes, wohingegen sich das Erdbeben auf den Süden Chiles konzentriert hat." Zwar sei die Infrastruktur des Landes durch das Beben hart getroffen worden. Die Minenproduktion sei aber nur vorübergehend ausgesetzt worden. "Der Preisanstieg dürfte nicht nachhaltig sein, wir rechnen mit einer Korrektur nach unten", sagte Briesemann. (red, derStandard.at, 1.3.2010)

Kommentar posten
19 Postings
Mad_Professor
01.03.2010 17:53
Und ich dachte schon, jetzt werden die Euro-Münzen knapp....

Harri Hirsch
01.03.2010 16:26
Na des is ja des wichtigste!

Die Horden marodieren durch die Straßen weils nix zum essen haben, aber Hauptsache die Rohstoffpreise passen!

Es ist eine kranke, kranke Welt.

Dolph
01.03.2010 21:51
Die marodieren teilweise weils einfach jetzt die moeglichkeit gibt, menschen eben ...

Redwraithvienna
01.03.2010 17:28
In Anbetracht das die Minen

den Horden Arbeit geben, und auch der staat chile vom export des kupfers profitiert ist es vielleicht nicht sooo unwichtig das die minien wieder laufen....

Das der preis steigt / sinkt wenn es zu naturkatastrophen in den erzeugerländern kommt ist bei rohstoffen irgendwie ein no na net.

WAKU
01.03.2010 21:58
Brave Gedanken zum Tag

Gehts der Wirtschaft gut.....gehts den Opfern gut
Geiles Gedankengut als Vordergrund.
Echt menschlich...
..wenn man keine Katastrophe selbst erlebt hat.

Redwraithvienna
01.03.2010 22:00
Den OPfern gehts sicher irr gut wenn die ganze industrie

einen monat lang stillsteht und es dann am staatlichen und privaten geld für wiederaufbau etc fehlt ...

das wollten sie doch sagen oder ?

Lichtfreak
01.03.2010 15:38
Das scheint ja die Hauptsache zu sein...

egal wieviele Tote, wieviel Leid...

tramezzino
01.03.2010 14:17
die miene geht

aber die verarbeitung des erzes nicht, ergo gibt´s auch kein kupfer.

Erwin Wolfram
01.03.2010 14:17

komisch, der markt scheint die meinung icht zu teilen, dass die minen in einem land wichtiger als die existenz der menschen in diesem seien...

das gute gnu1
01.03.2010 13:15
gottseidank ...

... das wäre die wahre tragödie wenn dies nicht der fall wäre!

Bergdolm
01.03.2010 10:28
Kupferminen produzieren wieder


Wieso geht dann der Kupferpreis in die Höhe?

José Atento
01.03.2010 12:53

Er war kurz angestiegen und fällt jetzt wieder.
http://stockcharts.com/h-sc/ui?s... 0422245102

Anfang des Jahres war Kupfer jedenfalls teurer. Der Kupferpreis fällt damit seit Anfang des Jahres wieder. Die Kupferlager an der LME sind randvoll, weil die Weltkonjunktur nicht anzieht.
Nur die Chinesen kaufen noch viel Kupfer auf Halde.
Die tauschen jetzt lieber ihre Dollars in Kupfer und andere strategisch wichtige Industriemetalle ein.
Hören diese auf zu Kaufen, wir der Kupferpreis wieder absacken.

Sol´kanar -The Swamp King
01.03.2010 11:37
hast vielleicht was gelesen, dass sie auch wieder verkaufen?

hrhr

Bergdolm
01.03.2010 14:31

Produzieren ohne zu verkaufen?
Wo Anlagenwerte vernichtet wurden?
Wo dafür Geld und Kapital benötigt wird?

Ich gebe zu, dass "Rohstoff-Märkte" nicht wirklich logisch agieren, wie allen anderen übrigens auch nicht, da sie nur mehr spekulationsgetrieben sind.

Aber so ein blödes Posting wie Ihres, habe ich noch selten gelesen.

Michael Bakunin
01.03.2010 11:23

weil sie eben ein paar tage nicht produziert haben.

Bergdolm
01.03.2010 14:25

Bei der Börse geht es doch nicht darum, was "seit ein paar Tagen" passiert, sondern darum, was in - naher - Zukunft passieren wird.

"Normalerweise" sinken Weltmarkt-Preise, wenn Produktionsstätten aufgrund vorheriger Katastrophen nicht produzieren konnten und dann wieder aktiv sind, weil "das Angebot" wieder größer ist.

Aber das Gesetz von "Angebot und Nachfrage" - des "freien Marktes" gilt schon lange nicht mehr. Preise werden von einigen wenigen "Spekulanten" (ob Einzelpersonen, Fonds oder Staaten) "gemacht".

Michael Bakunin
01.03.2010 17:42

wenn ein paar tage kein kuper gefördert wurde, gibt es jetzt weniger kupfer am weltmarkt. also weniger angebot bei gleicher nachfrage -> steigende preise.
der kapitalismus funktionierte nie alleine nach dem gesetz von angebot und nachfrage. kapialismus war immer eine spekulanten-ideologie.

tramezzino
01.03.2010 15:16

codelco z.b. produziert mehr kupferkonzentrat als kupfer. dieses konzentrat geht komplett in den export (z.b. europa), die kupferproduktion (reines kupfer) selbst steht momentan.

die "red." hat keine ahnung, um was es eigentlich geht.

Bergdolm
01.03.2010 15:41

Mit Ihrer Einschätzung über die "red." dürften sie absolut recht haben wie auch über die wirtschaftlichen Zusammenhänge dieser Materie.


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