Gezielte PR-Kampagne soll Stimmung gegen den Softwarehersteller machen - Murdoch bereitet angeblich Klage vor
Mit Rupert Murdoch sollte man sich lieber nicht anlegen, eine Botschaft an deren Verbreitung der wohl mächtigste Medienmogul der Welt seit Jahren konsequent gearbeitet hat. Falls dies doch einmal jemand wagen sollte, darf er sich schnell einmal mit der ganzen Wucht der PR-Möglichkeiten des Murdochschen Imperiums auseinandersetzen, eine "Erfahrung", die keineswegs auf kleinere Konkurrenten begrenzt ist, wie nun bereits seit einiger Zeit der Softwarehersteller Google feststellen muss.
Krieg
In einem aktuellen Feature zu Rupert Murdoch geht das New York Magazin unter anderem auf Rupert Murdochs "Krieg gegen Google" ein. Dieser sei von langer Hand sorgfältig geplant worden, mit einer PR-Kampagne soll das Unternehmen in ein schlechtes Licht gerückt werden, um nicht zuletzt auch andere Verleger auf die eigene Seite zu ziehen.
Alesia
Äußerungen wie die von Murdoch selbst erhobene Beschuldigung, dass Google Content-Diebstahl begehe, seien dabei ebenso gezielt abgesetzt worden, wie ein Interview mit Robert Thomson, geschäftsführender Herausgeber des ebenfalls zum Murdoch-Universum gehörigen "Wall Street Journals", der Google als die "Parasiten des Internets" bezeichnet hatte. Mit "Project Alesia" soll die Kampagne gegen Google sogar einen eigenen Codenamen tragen. Einer der auch tief in das Selbstbild von Murdoch blicken lässt, handelt es sich dabei doch um eine Anspielung auf Julius Caesars erfolgreiche Belagerung der Gallier im Jahr 52 v. Chr.
Bing
Als Ziel von Murdochs Kampagne sieht der Artikel vor allem den Verkauf von digitalen Inhalten für Computer und anderer digitale Geräte, der Medienmogul hatte sich schon seit Jahren als Feind der "Kostenlos-Kultur" hervorgetan. Ein weiteres - bereits vor einigen Wochen kolportiertes - Puzzlestück in den Plänen von Rupert Murdoch sei eine Kooperation mit Microsoft, die in letzter Konsequenz in einer gänzliche Blockade von Googles Suchmaschine durch Wall Street Journal und Co. münden sollen. Aktuelle Nachrichten der Murdoch-Medien sollen dann nur mehr bei Bing verfügbar sein.
Klage
Gleichzeitig verhandelt man natürlich auch mit Google weiter, allerdings mit einer nicht unbedeutenden Drohung in der Hinterhand: Für den Fall, dass sich keine Einigung erzielen lässt, bereitet Murdoch angeblich bereits eine große Klage gegen den Softwarehersteller. (red, derStandard.at, 01.03.10)