"Project Alesia"

Rupert Murdochs wohl geplanter Krieg gegen Google

1. März 2010, 09:56

Gezielte PR-Kampagne soll Stimmung gegen den Softwarehersteller machen - Murdoch bereitet angeblich Klage vor

Mit Rupert Murdoch sollte man sich lieber nicht anlegen, eine Botschaft an deren Verbreitung der wohl mächtigste Medienmogul der Welt seit Jahren konsequent gearbeitet hat. Falls dies doch einmal jemand wagen sollte, darf er sich schnell einmal mit der ganzen Wucht der PR-Möglichkeiten des Murdochschen Imperiums auseinandersetzen, eine "Erfahrung", die keineswegs auf kleinere Konkurrenten begrenzt ist, wie nun bereits seit einiger Zeit der Softwarehersteller Google feststellen muss.

Krieg

In einem aktuellen Feature zu Rupert Murdoch geht das New York Magazin unter anderem auf Rupert Murdochs "Krieg gegen Google" ein. Dieser sei von langer Hand sorgfältig geplant worden, mit einer PR-Kampagne soll das Unternehmen in ein schlechtes Licht gerückt werden, um nicht zuletzt auch andere Verleger auf die eigene Seite zu ziehen.

Alesia

Äußerungen wie die von Murdoch selbst erhobene Beschuldigung, dass Google Content-Diebstahl begehe, seien dabei ebenso gezielt abgesetzt worden, wie ein Interview mit Robert Thomson, geschäftsführender Herausgeber des ebenfalls zum Murdoch-Universum gehörigen "Wall Street Journals", der Google als die "Parasiten des Internets" bezeichnet hatte. Mit "Project Alesia" soll die Kampagne gegen Google sogar einen eigenen Codenamen tragen. Einer der auch tief in das Selbstbild von Murdoch blicken lässt, handelt es sich dabei doch um eine Anspielung auf Julius Caesars erfolgreiche Belagerung der Gallier im Jahr 52 v. Chr.

Bing

Als Ziel von Murdochs Kampagne sieht der Artikel vor allem den Verkauf von digitalen Inhalten für Computer und anderer digitale Geräte, der Medienmogul hatte sich schon seit Jahren als Feind der "Kostenlos-Kultur" hervorgetan. Ein weiteres - bereits vor einigen Wochen kolportiertes - Puzzlestück in den Plänen von Rupert Murdoch sei eine Kooperation mit Microsoft, die in letzter Konsequenz in einer gänzliche Blockade von Googles Suchmaschine durch Wall Street Journal und Co. münden sollen. Aktuelle Nachrichten der Murdoch-Medien sollen dann nur mehr bei Bing verfügbar sein.

Klage

Gleichzeitig verhandelt man natürlich auch mit Google weiter, allerdings mit einer nicht unbedeutenden Drohung in der Hinterhand: Für den Fall, dass sich keine Einigung erzielen lässt, bereitet Murdoch angeblich bereits eine große Klage gegen den Softwarehersteller. (red, derStandard.at, 01.03.10)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 55
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--: SID :--
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12.3.2010, 14:59

Es könnte interessant werden, wer in diesem Spiel Vercingetorix sein wird.

Kompromissloser Querdenker
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das Foto ist einfach geil !

fizcaraldo
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Ob er wirklich auf die Leute die von Google kommen verzichten kann?

Beve Stallmer
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mittlerweile weiß man eigentlich...

... gar nicht mehr wer bei diesen Spielchen hier der Böseste ist ?

Jene Grüne Straßenkatze
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...

Medienimperien mit Agenda sind in ihrer Bedrohung der Demokratie eines der besten Beispiele, warum der Wettbewerb als einziges Regulativ ein Horroszenario produziert.

Und Medien haben immer eine Agenda. Staatliche Medien sind selbst bei bestem Willen von den Regierungsparteien gefärbt. Private Medien pushen eigentlich ausnahmslos die politische Meinung der Besitzer. Während staatliche Medien jedoch demokratischer Kontrolle unterliegen, sind private dieser entzogen; da eine Agglomeration der Medien innerhalb weniger Konzerne fast unvermeidlich ist, ist die veröffentlichte Meinung meist sehr einseitig.

Fritz Meyer
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Mit Kriegstreiben kennt er sich ja bestens aus.


Der beste Hugenberg-Imitator, den Australien je hatte.

Fritz Meyer.

nodiesop
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Murdoch ist ein alter Mann der vielleicht in 10 Jahren tot ist (hoffentlich)

man sollte auch überlegen ob sein Imperium nicht zerschlagen werden müßte...

sobald ein Unternehmen der Gesellschaft mehr schadet als nützt, sollte es zerschlagen werden - das scheint bei seinen Machenschaften der Fall zu sein...

Durch Blick
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Abgesehen von Murdoch, wie bewertet man den Nutzen einer Firma für die Gesellschaft (ohne jetzt selber zu politisieren)?

Bürger Europas
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Na super! Einer der größten Medien-Mogule der Welt demonstriert, was er von qualitativem Journalismus hält (nämlich nix! Manipulation statt Information!), und die Standard-Poster haben nichts besser zu tun, als ihrem jeweiligen Lieblings-Manipulator zur Seite zu springen!
Ich gratuliere den Medien-Schafen!

pezi1000001
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12.3.2010, 05:41
Jedes Argument, . . .

. . . stehe es auch noch so im Widerspruch zu den Handlungen der jeweiligen Personen, wird verwendet um die Menschen "einzulullen".
Es wird nicht über Handlungen diskutiert sondern über vorgeschobene Argument diskutiert.
Ich halte mich immer an zwei Sätzen bei der Beurteilung fest, "An den Taten wirst du sie erkennen" und "cui bono".

rosa cosa
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Klingt nach oliver stones "Wild Palms"!

"Harry Wyckoff (James Belushi) wird seine Gegenwart, das Kaliforien des Jahres 2007, als Ergebnis einer mächtigen Verschwörung begreifen. Er wird dem Politiker Anton Kreutzer (Robert Loggia) begegnen, der nebenbei noch eine Sekte führt und einen Medienkonzern leitet und bei dem alle Spuren sich zu treffen scheinen. Er wird seine Familie unterwandert finden und entdecken, daß seine Freunde von Dingen wissen, von denen er nicht einmal zu träumen wagte. Er wird auf Geschichten stoßen, deren Ursprünge bis in jene Vergangenheit reichen, welche die Gegenwart des Fernsehpublikums ist: Die Verschwörer sind längst am Werk". #
Wo Fiktion zur Realität wird!

Dr.in Luitpold Bäringer
10
Pro Google - Anti Murdoch

Peter Gay-Heim
05

Foto: Mr. Burns?

Mathias
 
00
*hust*

Dagegen ist Mr. Burns noch sympathisch ;-)

Don Mazzarello
00

aber das foto ist super...passt perfekt :)

Der Leser für die Zeitung
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"Ein weiteres - bereits vor einigen Wochen kolportiertes - Puzzlestück in den Plänen von Rupert Murdoch sei eine Kooperation mit Microsoft, die in letzter Konsequenz in einer gänzliche Blockade von Googles Suchmaschine durch Wall Street Journal und Co. münden sollen. Aktuelle Nachrichten der Murdoch-Medien sollen dann nur mehr bei Bing verfügbar sein."

Na, wenn er sich selbst ins knie schießen will.

Wenn ich was aus dem wall street journal lesen will, geh ich ohnehin auf deren homepage und nicht zu google.

wenn ich etwas über ein bestimmtes thema lesen will, dann geh ich zu google. und wenn mir das wsj nicht ausgeworfen wird, dann les ich halt auf der new york times und sie haben meine klicks und meinen unique account weniger.

tunguska
22
Also ich bin FÜR eine "Kostenlos-Kultur"!

nukularteilchen
11

arbeiten sie auch gerne kostenlos für andere die ihre arbeit dann nutzen dürfen und damit so viel geld verdienen könnten ohne das sie auch nur einen schilling davon sehen, geschweige denn beteiligt werden? arbeit, virtuell oder real muss entsprechend vergütet werden. das manna fällt uns leider ned vom himmel. wo kommen wir denn hin wenn wir arbeit nur noch bewerten nach dem was es kostet?
„Wir wissen von allem den Preis, von nichts den Wert.”
Oscar Wilde!

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
01

was das für die qualität bedeutet ist dir entweder nicht klar oder egal. mir nicht, ich bin nicht damit zufrieden mein weltbild aus blogs und werbefinanzierten sites mit agenturmeldungen zu formen.

es gibt zwar gerade in murdochs imperium gute beispiele für kostenpflichtige medien, die dennoch schrott sind (fox news!). aber der NYT und vielen anderen wünsche ich viel glück bei der suche nach einem zukunftsträchtigen geschäftsmodell.

nukularteilchen
07

also wer hier meint google verteidigen zu müssen sollte sich mal gedanken machen was google schon alles über uns weis und welche folgen das für die zukunft hat.
weder google noch murdoch sind unschuldslämmer und beide knallharte kapitalisten. hier gehts ums geld scheffeln und nicht um wohltätige zwecke.

auf den zweiten Blick
00

Aha. Was spricht das für Murdoch ?

Roland1337
02
Freiheit im Internet

Hier geht es ja nicht nur um Kapitalismus - es geht dabei ja auch um die Freiheit des Internets!

Keine zwingt Herrn Murdoch dazu Informationen über das Internet zu veröffentlichen - er kann seine Seiten jederzeit aus dem Google-Index entfernen lassen oder die Daten hinter einer kostenpflichtigen Registrierung verstecken!

Das Google öffentliche Inhalte mit seinen Bots durchsucht und diese (unter Angabe der Quelle) veröffentlich, kann ja wohl kaum als Diebstahl entfunden werden - ansonsten wäre jegliches wissenschaftliches Arbeiten ebenfalls nicht mehr als Diebstahl.

Com Pirx
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Google verdient Geld mit den Inhalten, die andere kostenlos bereitgestellt haben. Der Vergleich mit wissenschaftlichem Arbeiten paßt daher nicht.

Idefix der zweite
 
00

Googles Tätigkeit besteht darin, Inhalte, die andere Leute ins Internet stellen, für Internet User auffindbar zu machen.
Das ist im Interesse derer, die sie ins Internet stellen, eben so wie im Interesse derer, die diese Inhalte suchen.
Was daran Diebstahl sein soll, ist mir völlig unbegreiflich.

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