Fast 400.000 Arbeitslose im Februar

01. März 2010 12:12

Anstieg von 10,2 Prozent - 83.426 Personen davon in Schulungen - Zahl der Beschäftigten ging um 36.000 zurück

Wien - Im Februar waren in Österreich 396.332 Personen auf Jobsuche, davon befanden sich 83.426 in Schulungen. Der Anstieg betrug im Vorjahresvergleich 10,2 Prozent bzw. 36.654 Betroffene, wie das Arbeitsmarktservice (AMS) Montagfrüh bekannt gab.

Die Situation am heimischen Arbeitsmarkt ist damit weiter angespannt. 312.906 Jobsuchende (ohne Schulungen) - ein Anstieg von 11.211 Betroffenen bzw. 3,7 Prozent - bedeuten einen neuen Februar-"Rekord". Gegenüber Jänner ging die Zahl der Jobsuchenden saisonbedingt jedoch um 10.745 Personen zurück.

36.000 Beschäftigte weniger

Die Beschäftigung schrumpfte um 1,1 Prozent oder um 36.000 auf 3,303 Millionen. Der Rückgang der gemeldeten offenen Stellen konnte gebremst werden.

Insgesamt waren im Februar 26.218 offene Stellen gemeldet, das waren um 0,2 Prozent oder 57 Jobs
weniger als vor einem Jahr. Die Jugendarbeitslosigkeit war mit 47.627 nach wie vor hoch, stieg aber nur mehr um 0,4 Prozent oder um 199 Betroffene an.

Erstmals seit Beginn der Krise ging die Arbeitslosigkeit in der Industrie zurück, und zwar um 7 Personen auf 35.925 Betroffene. Deutlich rückläufig war auch die Arbeitslosigkeit bei den Zeitarbeitern, und zwar um 6,8 Prozent (-2.077) auf 28.587.

Hundstorfer: Wieder schwieriges Jahr zu befürchten

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist im Februar mit 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zwar zurückgegangen, es sei aber zu befürchten, dass das heurige Jahr für den Arbeitsmarkt ein "sehr schwieriges Jahr bleiben wird", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ).

Während die Arbeitslosigkeit in der Industrie und bei den Zeitarbeitern im Februar bereits zurückging, nahm die Zahl der Jobsuchenden am Bau aufgrund der kalten Witterung mit plus 8,0 Prozent oder 5.115 auf 68.700 überdurchschnittlich stark zu. Steigende Arbeitslosenzahlen gab es auch im Handel (plus 4,6 Prozent auf 42.530), im Tourismus (plus 6,0 Prozent auf 28.249) und in den Gesundheitsberufen (plus 12 Prozent auf 13.393 Jobsuchende).

Zehn Prozent mit Einstellungszusage

Zehn Prozent der Arbeitslosen oder 93.419 Personen haben eine Einstellungszusage. Hundstorfer geht davon aus, dass nach dem harten Winter mit beginnendem Frühling die Bau-Arbeitslosigkeit deutlich zurückgehen werde.

Deutlich angestiegen sind im Februar wieder die Schulungen, und zwar um 43,9 Prozent oder um 25.443 auf 83.426 Schulungsteilnehmer. Es sei das Ziel der Schulungsoffensive, möglichst vielen Arbeitssuchenden Qualifizierungen anbieten zu können, um sie im Aufschwung leichter vermitteln zu können, so Hundstorfer.

Starker Anstieg bei Älteren

Männer waren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit mit plus 4,2 Prozent auf 207.109 Jobsuchende stärker betroffen als Frauen mit einem Anstieg von 2,8 Prozent auf 105.797. Stark angestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei den Älteren ab 50 Jahre, und zwar um 7,3 Prozent auf 64.730. Die Arbeitslosenquote bei den Älteren betrug überdurchschnittliche 9,2 Prozent und war um 0,4 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr.

Kräftig gestiegen ist die Arbeitslosigkeit auch bei den Langzeitarbeitslosen, die länger als 12 Monate einen Job suchen, und zwar um 33,1 Prozent auf 7.880 Betroffene. Die Zahl der Lehrstellensuchenden nahm im Jahresvergleich um 5,6 Prozent auf 5.278 Betroffene zu, die gemeldeten offenen Stellen sanken nur leicht um 0,2 Prozent auf 3.152.

Minus in drei Bundesländern

Besonders erfreulich sei, dass die Arbeitslosigkeit bereits in drei Bundesländern wieder leicht sinkt. Rückläufig war die Arbeitslosigkeit in Salzburg (minus 2,3 Prozent), Steiermark (minus 1,4 Prozent) und im Burgenland (minus 1,0 Prozent). Am stärksten gestiegen ist die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich mit plus 11,8 Prozent.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung stieg im Februar im Jahresvergleich um 0,4 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent, gegenüber Jänner sank sie um 0,2 Prozentpunkte. Nach Eurostat betrug die Quote im Februar 5,4 Prozent, damit lag Österreich hinter den Niederlanden an zweitbester Stelle in Europa. Bei der Jugendarbeitslosigkeit hält Österreich mit einer Quote von 12,0 Prozent hinter den Niederlanden und Deutschland den drittbesten Platz.

Kopf: Rückgang erst 2012

AMS-Vorstand Johannes Kopf sieht einen Rückgang der Arbeitslosigkeit erst im Jahr 2012. Im heurigen Jahresschnitt werde die Zahl der Jobsuchenden um rund 20.000 Betroffene über dem Vorjahr liegen. Auch 2011 sei noch mit einem leichten Anstieg zu rechnen, es sei aber vorstellbar, das die Arbeitslosigkeit in einzelnen Monaten bereits sinken werde. Erschwerend dazu kommen werde die Öffnung des Arbeitsmarktes 2011 für die neuen EU-Länder.

Die Industrie, die am stärksten von der Krise betroffen ist und zwischen 10.000 und 20.000 Arbeitsplätze verloren hat, beginne sich aber bereits zu erholen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass eine Stabilisierung eingetreten sei. Die Zahl der Arbeitslosen im produzierenden Bereich war im Februar in etwa unverändert, bei den Arbeitskräfteüberlassern gab es einen überdurchschnittlichen Rückgang um 6,8 Prozent.

Projekt von AMS und IV in Vorbereitung

Das AMS und die Industriellenvereinigung (IV) seien derzeit dabei, in einem gemeinsamen Projekt den Beschäftigtenbedarf zu erheben, um gezielt Schulungsmaßnahmen vorzubereiten, so Kopf. Sehr weit sei man dabei schon bei der Analyse für die Metall- und Elektroindustrie. Das Projekt soll noch heuer starten.

Die Kurzarbeit in Österreich geht zurück und werde deutlich weniger kosten als angenommen, so Kopf. Ende Februar waren 26.425 Personen in 224 Unternehmen in Kurzarbeit, das waren um 2.959 Betroffene weniger als Ende Jänner. Die meisten Kurzarbeiter gab es im Februar in Niederösterreich mit 8.062 Betroffenen, gefolgt von Oberösterreich (5.571) und der Steiermark (5.433). (red/APA)

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ceser
11.03.2010 18:02
852.180 Personen

Die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen stieg im Vorjahr auf 852.180 Personen. Dies geht aus aktuellen Daten des AMS hervor
http://www.ams.at/14169_22897.html

Also nicht 400 000 wie oben angegeben.

Stinkefinger für Pröll
02.03.2010 20:21
tip für die fast 400000 arbeitssuchenden

www.soned.at

Stinkefinger für Pröll
02.03.2010 21:28
rechtsinfo

auf soned sind besser

Stinkefinger für Pröll
02.03.2010 07:37
gib der övp noch etwas zeit

und die schaffen die millionengrenze
arbeitslos sein ist in.... so quasi die zukunft

Bergdolm
02.03.2010 07:25
2012 geht die Arbeitslosigkeit zurück

meint zumindest der AMS-Chef Johannes Kopf.

Auf was sich diese Einschätzung stützt, hat er nicht verraten - weil sie höchstwahrscheinlich nicht stimmt.

Eine Vollbeschäftigung, wie wir sie ca. 3 Jahrzehnte kannten (übrigens eine historische Einmaligkeit), wird es überhaupt nicht mehr geben.

Arbeitsplätze werden - aufgrund der Globalisierung - weiter wegbrechen, ver- u. ausgelagert. Eine gleichförmigs Welt-Lohnniveau wird sich tendentiell einstellen, um diese Entwicklung über "Kosten" zu stoppen.

Es ist mit einer Arbeitslosikeit bis 30% zu rechnen. Wie dann soziale Unruhen ausgehen, kann niemand sagen.

Das kann aber den Herren Kopf und Hundstorfer wurscht sein - es gilt, bis zur Pension mit blöden Sprüchen durchzutauchen.

Stinkefinger für Pröll
02.03.2010 20:20
johannes kopf, der wohnt sicher noch bei mammi

und wird gestillt oder bekommt babynahrung aus dem glas....

ghj fghj
02.03.2010 06:03
gründe für die arbeitslosigkeit

erstens mal gehört endlich ein bedinungslosen grundeinkommen in höhe von 900 euro für jeden her, und dann braucht es auch noch die rückführung von ausländern.

in dieser kombination kann europa zu alten wohlstand zurückkehren.

Werner J. Haider
02.03.2010 00:54
entmutigend...

Kann mich noch gut erinnern, wie uns beim Studienbeginn gesagt wurde: "Die richtige Entscheidung, Wirtschaft zu studieren. Die Osterweiterung bringt zahlreiche neue Jobs und qualifizierte Leute werden gefragt sein."
Und wie sieht's jetzt aus? "Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Initiative, leider is nix frei." Erschreckend auch die Wartelisten innerhalb der Parteien.
Ich denke, die realen Gestaltungsmöglichkeiten unserer Volksvertreter sind derart gering, dass außer Placebopolitik und hohlen Phrasen nimmer viel übrig bleibt.

Gegenflieger
01.03.2010 20:36
Ab einer Million

Ich wette , bei einer Million Arbeitslosen wirds Kritisch.

dr.chang
01.03.2010 21:04
kein problem -

solange wir den herrn kopf haben -
er und das ams steuern ja wieder hart
gegen den lauen wirtschaftswind mit innovativen, noch nie dagewesenen und richtungsweisenden
schulungsmaßnahmen.
ha ha, der war doch gut, oder?

Muleskinner
01.03.2010 19:40
wir brauchen mehr migration!

der hauptzweck der 2. republik (nach dem spövp-proporz)

desillusionierend
01.03.2010 20:02
Jetzt geht das schon wieder los.

panda3000
01.03.2010 19:57

zuerst brauchen wir mehr Horizont und weniger Angst.

Shadow
01.03.2010 22:20
naja... schon richtig.

aber im augenblick sprechen die zahlen halt für sich. der arbeitsmarkt wird sich nicht mehr stabilisieren. und immer mehr leute merken das der schmäh mit den fehlenden arbeitskräften eben von anfang nur ein märchen war.
was denken sie wie wirds weitergehen? angst... durchaus angebracht. die "volksparteien" werden auch weiter nichts tun. vielleicht können sie das auch gar nicht mehr. und die konsequenzen werden unangenehm sein. das wage ich jetzt schon zu prophezeien.

Wiped out by General George A. Custer
01.03.2010 19:59
sie wollen also ländereien annektieren putzi-panda

Management Quatscher
01.03.2010 18:32

Laut "Experten"aussagen aus dem Jahr 2007 hätten im Jahr 2010 150.000 Arbeitskräfte fehlen sollen.

Die Wirtschaft würde schon sehr bald einem unglaublichen Arbeitskräftemangel entgegensehen und händeringend/verzweifelt nach Arbeitskräften suchen.

Und genauso ist es auch gekommen.

also dann ...
02.03.2010 00:32
tja ... eine studie der IV ! dies diente ja nur dazu,

niedrige bezahlte "facharbeiter" ... aus dem osten hereinzulassen - you know !

die IV ...
spricht auch davon, dass 50 % vom staat leben...
und hat nicht mal "behirnt" (!) dass 90 % der transfers VERSICHERUNGS-LEISTUNGEN ...sind.

seit ihrer spende an k h g
ist diese organisation zum parade - p a r a s i t e n
des österr. staates verkommen !

myschkin
02.03.2010 08:58

Die IV ist die Regierung dieses Landes. Hie und da tritt sogar einer sichtbar hervor, Teil der angehängten Unterabteilung, ÖVP genannt.
In den Jahren nach der Zeitenwende hört sie mit dem Versteckspielen auf, erinnert sich wie es ist, wenn man König spielen kann, herrschen kann. Ist doch ein anderes Lebensgefühl. Andererseits, von unten gesehen, sind sie sichtbar, greifbar, schadet ja nicht zu wissen, wer verantwortlich für die Misere in diesem Land ist.
Natürlich muss man noch wissen, wovon dieser Verein lebt.

Gramurcki
01.03.2010 23:12
Stimmt!

Ich spürs ganz deutlich!

worry1
01.03.2010 19:33
Dafür fordern sie aber auch jedes Jahr

ausländische Fachkräfte nach Österreich zu holen.
Denn Arbeitslose auszubilden ist grundsätzlich falsch und die würden auch noch Geld für ihre Arbeit verlangen, was ja bekanntlich gegen jede Moral ist.

desillusionierend
01.03.2010 20:04
Wenigstens einen Slogan hätten Sie sich einfallen lassen können.

Vorstadt casanova
01.03.2010 17:59
Sinkende Einkommen & die Kluft zw. Arm und Reich schüren das Faustrecht!

Studien der Univ. of Utha zeigen was geschiet wenn die Arbeitslosenzahl um 1% steigt: 6.7% mehr Mordfälle, 3,4% mehr Gewaltverbrechen, 2,4% mehr Eigentumsdelikte, das sind in 30 Großstadten ca. 1700 Mörde, ca. 63000 mehr Gewaltverbrechen und 230000 zusätzliche Eigentumsdelikte. (Studie USA Merva/Folves 1992 i f.) Da wir noch jeden Trend aus USA übernommen haben kann man sich vorstellen, daß in einigen Jahren der soziale Zusammenhalt auseinanderbrechen muss, so wie die Politik auf die Umstände (re)agiert. Der Sozialstaat federt noch vieles ab, die Frage ist wie lange noch, nebenbei sind die Zustände die wir unseren Kindern hinterlassen eine Katastrophe. BGE, 30h Woche, Besteuerung Vermögender, Ausbau d. öffentl. (3.) Sektors sind notwendig!

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