Ein Lob des Sozialstaats!

28. Februar 2010, 20:54

Die Westerwelles schüren den "Aufstand des Mittelstandes". Das brauchen wir wie einen Kropf.

Guido Westerwelles Anti-Sozialstaats-Populismus ist nur besonders schrill. Aber allerorten wird der "Mittelstand" aufgeganselt. Motto: Der "geschröpfte Mittelstand" muss zahlen, damit andere in der "sozialen Hängematte" faul abhängen können. Dabei hat gerade die Krise wieder einmal gezeigt, welche positiven Effekte der Sozialstaat für alle hat. Er hat die tiefen, irrationalen Ausschläge der Märkte korrigiert. Ganz zu schweigen von seinen langfristig postiven Effekten: In dem er Chancen umverteilt und allen eine Möglichkeit gibt, aus ihrem Leben etwas zu machen, schafft er Prosperität. Wie schrieb Heribert Prantl unlängst so schön in der Süddeutschen Zeitung: Das Leben fängt ungerecht an und hört ungerecht auf. Und dazwischen ist es nicht viel besser. Aber der Sozialstaat ist wenigstens ein Mechanismus, das Schicksal ein wenig zu korrigieren.

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 174
1 2 3 4
völlige Zustimmung.

bravo& super Spruch ("das Leben fängt...) !!!

Bin sonst ein Fan, aber nur mit Polemik ist es schwierig

Vorab: bin im Gemeindebau (10.Bez.) aufgewachsen und konnte ohne Studiengebühren studieren: Danke Sozialstaat!
Aber: Wie bei der Ausländerdebatte kann man Probleme nicht ignorieren. Wie hoch ist unsere Schwarzarbeiterquote? Wieviele von den Arbeitslosen "pfuschen" nebenbei, weil es insgesamt mehr bringt? Wieviel kosten eine Stunde beim Installateur? Würde ein niedriger Steuersatz nicht mehr Einnahmen für den Staat bringen und höhere Löhne? Warum werden Arbeitslose nicht für soziale Arbeiten herangezogen?
Klares Bekenntnis zum Sozialstaat JA! Aber auch DISKUSSION über zwingende Verbesserungen JA! Keine Verurteilung einer Diskussion, wie es in der Ausländerfrage war. Jeder der diskutieren wollte war ein Rechter. Egebnis: FPÖ mit 25%

Es ist wies ist, weil die Leut rechts wählen, und die rechten besteuern die, die arbeiten, nicht die, die viel haben. Damit alles schön bleibt wies ist.

Arbeitslose für "soziale Arbeiten": bei dieser immer wi9eder gehörten Idee, steckt der Teufel im Detail UND im grunsätzlichen: An welche Dienste denken sie denn da genau? Sollen solche Dienste nicht auch angemessen bezahlt werden? WÜrden SIE sich von einem x-beliebigen, gerade zufällig arbeitlosen Dienste versch. an ihnen verrichten lassen? Von jemandem, der das nur MUSS, aber gar nicht will?
Und wie ein verpflichtender Arbeitsdienst in eine halbwegs liberale Gesellschaft passen soll, hm? Keine ganz leichte Übung.

Da Misik hat wieder Mal nix verstanden

Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt wieder lauter linke rote Stricherl krieg, aber der Misik sollte, bevor er so einen Topfen von sich gibt, endlich mal einen Kurs für Mikro- und Makroökonomik geschickt werden, der nicht von der Löwelstraße oder der AK finanziert wird.

Rotes Stricherl

Ich entsinne mich daran, nicht vor allzu langer Zeit in einem weder von Löwelstr. noch von der AK finanzierten Kurs für Makroökonomik gesessen zu sein, indem sehr wohl auf die "automatischen Stabilisatoren" des Sozialstaats eingegangen wurde.

Ich möchte Sie als Fachmann für VWL (Sie verwenden immerhin einschlägige Begriffe wie makro, micro und Topfen) noch darauf hinweisen, dass aus mikroökonomischer Sicht sehr wohl Gründe zur Sozialstaatslichen Intervention bestehen: Private Versicherungsmärkte zum Schutz gegen sämtliche Quellen sozialen Risikos neigen stark dazu ineffizient zu sein; das Marktversagen tritt hierbei u.a. aufgrund asymmetrischer Informationsverteilung, Myopia oder dem "moral hazard" Problem auf.

Denken Sie darüber nach!

Danke :-)

Den "Topfen" werden sie mir wohl lassen. Das Problem ist nicht der Sozialstaat, den stell ich ja nicht in Frage. Das Problem ist, dass Misik und andere in Wirklichkeit einen sozialistischen Staat haben wollen (a la Ostblock ohne Gulags). Die Linkslinken sprechen lieber von der Stärkung des Sozialstaat, der ohnedies in keinem Land der Welt so qualitativ hochwertig wie in Österreich umgesetzt ist.
Wenn der Mittelstand bereits zu wenig in der Tasche hat, dann kann man nicht mit noch mehr Sozialismus reagieren. Wollen sie aus allen Bürgern abhängige Sozialhilfeempfänger und Gutscheinbezieher a la DDR machen?Nein, dann ist es Zeit im (Einkommens-)Steuerrecht etwas zu tun. Frei Bürger wollen über ihr Geldselbst entscheiden
Das kapiert Misik nich

Vollkommen richtig. Wenn Familien mit einem "hohen" Einkommen von über 3000 Euro Brutto noch auf Transfers angewiesen sind, damit die Ihre Kinder durchbringen können, dann ist das irgendwie schon arg.

na ja, ich glaub ja, der misik glaubt ja selber nimmer wirklich an die zukunft des sozialstaats.

Juhu, danke Misik!

Ich wurde erhört :)

http://derstandard.at/plink/126... id15757103

DANKE - Dieser Leistungsträger hats ja wirklich verdient. Besonders nach seinen Leistungen in Inglisch.

Danke, guter Beitrag

Allerdings wissen das hier wahrscheinlich eh alle schon. Wenn man sich die Debatte so anschaut hat man eigenartige Koalitionen gegen den Sozialstaat: Auf der einen Seite die leicht durchschaubaren Interessen von "Unternehmern" und NEo-Liberalen usw. Auf der anderen Seite Sozialinstitutionen, Kirchen, Caritas, Diakonie (tut sich hier wohltuend hervor), Arbeiterkammer, Grüne (übertreiben immer) und Gewerkschaft (hört man fast nichts). Von wem hört man aber GARnichts? Von der SPÖ! Die Erfinder lassen ihr Produkt offenbar total im Stich...

sandkiste

next one please...

Da happerts bei der Analyse:
-) Es sind nicht die hohen Löhne die steigen, sonder die hohen Kapitaleinkommen. Das macht einen dezenten Unterschied. Für Lohn muss man immerhin Arbeit leisten, während man Großkapital im Regelfall nur ererben kann.
-) Der Sozialstaat soll den Leute Chancengleichheit bringen - ah eh. Ich durfte als Erwachsener während meines Studiums und erbrachter Leistung von 180€ Familienbeihilfe vom Staat leben. Hät ich 1 Jahr gearbeitet und mich dann jeden Tag besoffen, hätte ich wesentlich mehr bekommen.
-) Der Mittelstand zahlt wirklich am meisten, denn die obere Schicht hat ihr Geld im Ausland. Der Mittelstand kann also der Steuer nicht davon. Dumm nur, dass die jene wählen, die das "Steuerwettbewerb" nennen.

1 Jahr gearbeitet?

Nein, so ist das nicht: Für Selbsthalter muss man 48 Versicherungsmonate am Stück vorweisen (nix 1 Jahr).
Zudem gibts auch das "normale" Stipendium wenn die Eltern keine Marie haben.

Ich hab auch meine gesammte Studienzeit gearbeitet, so what?

Ich rede hier nicht von Selbsterhalterstipendium, sondern von Arbeitslosengeld bzw. Notstand. Mit den super tollen Stipendien hüpfen sie außerdem auch nicht weit.
Außerdem habe ich damit die von Hrn. Misik angesprochene Chancengleichheit kritisiert. Die schafft der Sozialstaat nicht. Er schafft es nur, dass keiner verhungert und auf der Straße lebt. Aber fördert nicht die Entwicklung von Leuten aus benachteiligten Schichten sodass es zu einer größeren sozialen Mobilität kommt.

Völlig daneben

aber dieser Artikel ist wirklich gut.

Dringend empfohlen:
http://www.welt.de/debatte/a... Armut.html

Schon wieder. Immer die gleiche Platte.

Man könnte das Ganze spaßhalber umschreiben: Die sich immer mehr vermehrende Bänkerschicht, die vom Steuerzahler lebt; Bänker oft schon in der zweiten Generation, und immer noch zahlt der Staat; obwohl die linkslinke Politik von Alan Greenspan sie sogar mit Betrug davonkommen ließ, zeigen sie keine Neigung, sich irgendwie zu qualifizieren, u.s.w. ...

Ah, der Katholenfundi

zeigt wiedereinmal seine Menschlichkeit. Die Armen sollen Staub fressen, aber das ungeborene Leben muss man um jeden Preis schützen. Heuchelei von Feinsten.

Leider vergessen die katholischen Freunde oft die eigene kath.Soziallehre, die sehr stark auch die Befreiungstheologie bestimmt...
Da ist ein Rückbesinnen gefragt.

Meinen Sie den Poster oder den Autor des verlinkten Artikels?

Wenn der Sozialstaat die ganzen Bedürftigen eliminiert, von welchen Spenden für Bedürftige soll den der Arme sein Seelenheil erlangen. Können doch da nicht einfach das Angebot zerstören, wenn Nachfrage da ist.

In aller Klarheit und Wahrheit.

Wenn Parteipolitiker unfähig sind die Zukunft durch Rationalisierung zu sehen, oder sich blöde stellen, bleibt es egal wer wofür arbeitet - es werden die Maschinen sein, die als letzte gekündigt werden.

Einach grindig wie Funktionäre die Kosten für die Verwaltung hochtreiben um Freunderln einen sicheren Erwerb zuzuschanzen, dabei die Privaten immer mehr ausnutzen.

Es ist höchste Zeit den Verwehserbestand zu halbieren. Die Kosten auf 1/3 zu senken. Nicht viel verlangt, moderne Programme und ASVG-Leistungsanforderung.

Keine bezahlten Pausen, keine 15 Wochen Urlaub und ähnliches.

Die Mehrheit will das so - aber Grokonelle verhindern das zwecks Selbstbereicherung.

Wir müssen sowas Abwählen. Keine Grokonellen Volkstreter wählen.

Grüße vom Mittelstand

Die pseudo-intellektuellen Ergüsse des Herrn Misik sind in aller Regel - so auch hier - unnötig wie ein Kropf, um in seiner Diktion zu bleiben. Wer darf denn das meiste zahlen? Die "oberen 10.000"? - Sicher nicht. Die Bezieher von substantiellen Transferzahlungen? Aber was reg ich mich auf, bringt eh nix und der Misik kann von mir aus in seiner Traumwelt bleiben.

bitte, genau darum gehts doch

aber auch sie werden sich sämtliche finger abschlecken, wenns mal nicht so läuft, wies laufen soll.

denn solange wir alle gesund, klug, gutaussehend sind und gut im futter stehen, kann uns doch eh alles völlig blunzn sein.

nur dass es erstens uns mal anders gehen kann und zweitens, und eigentlich viel wichtiger, es der mehrheit der menschen ums uns herum eben nicht so geht, genau das sollte man begreifen und entsprechend handeln.

denn alles andere ist grauslich, abstoßend, unmenschlich, punkt.

Posting 1 bis 25 von 174
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.