César

Gefängnisfilm "Der Prophet" räumte neun Preise ab

28. Februar 2010, 12:24

Michael Hanekes "Das weiße Band" unterlag in der Kategorie "bester ausländischer Film" Eastwoods "Gran Torino"

Paris - Jacques Audiards "Ein Prophet" war der Star der Verleihung der französischen Filmpreise am Samstagabend: Der Streifen räumte insgesamt neun Cesars ab; unter anderem wurde das Werk über einen jungen arabischstämmigen Franzosen, der für sechs Jahre ins Gefängnis kommt und dort die Hölle durchmacht, zum besten französischen Film gekürt. Audiard bekam den Preis als bester Regisseur, Hauptdarsteller Tahar Rahim wurde als bester Schauspieler geehrt. Michael Hanekes "Das weiße Band" und James Camerons "Avatar" mussten sich in der Kategorie für den besten ausländischen Film Clint Eastwoods "Gran Torino" geschlagen geben.

Der Streifen, in dem der 79-jährige US-Regisseur und Schauspieler auch die Hauptrolle spielt, handelt von dem sturen und unflexiblen Koreakriegsveteranen Walt Kowalski, der durch seine südostasiatischen Nachbarn seine zahlreichen Vorurteile abbaut. Den Cesar als beste Schauspielerin erhielt Isabelle Adjani für ihre Rolle in "Heute trage ich Rock!". Die 54-Jährige wurde damit bereits zum fünften Mal als beste Schauspielerin geehrt.

Ehren-Cesar für Harrison Ford

Der Ehren-Cesar wurde Harrison Ford überreicht, der unter anderem durch seine Rollen in "Indiana Jones" und "Krieg der Sterne" zu einem der beliebtesten Action-Stars wurde. Eine besondere Hommage wurde dem französischen Filmemacher Eric Rohmer zuteil. Der Gründungsvater der sogenannten Nouvelle Vague starb im Jänner im Alter von 89 Jahren. Der französische Filmpreis gilt als Gegenstück zum amerikanischen Oscar, der in einer Woche vergeben wird.

"Ein Prophet" war einer der großen Publikumserfolge des vergangenen Jahres und hat schon mehrere Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Großen Preis der Jury beim Filmfest in Cannes. An den Gefängnisfilm gingen auch die Preise für den besten Schauspieler und das beste Original-Drehbuch. Der 28-jährige Schauspieler Tahar Rahim, der den jungen Häftling maghrebinischer Abstammung spielt, erhielt erstmals in der Geschichte des Filmpreises, der dieses Jahr zum 35. Mal vergeben wurde, zwei Auszeichnungen: den Preis als bester Nachwuchsdarsteller und als bester Schauspieler.

Der Siegerfilm des 57-jährigen Audiard, der sich durch "Der wilde Schlag meines Herzens" einen Namen gemacht hat, ging als Favorit mit 13 Nominierungen in den Wettkampf. In einer Woche geht er bei den Oscars als "bester fremdsprachiger Film" - in Konkurrenz zu Michael Hanekes "Das weiße Band" - ins Rennen. (APA)

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21 Postings
Longyearbyen
 
00

"Der Prophet" ist ein Gangstermärchen, das sich mit einer Dosis Mystik und etwas Sozialkritik ausstaffiert. Wer diese Geschichte glaubt, dem wird sie auch gefallen. Ich war eher enttäuscht.

"Gran Torino" ist viel besser als "Million Dollar Baby", und bekommt natürlich keinen Oscar. Das ist Hollywood.

sicklikejosef
 
11
Einer der besten Filme der letzten 10 Jahre

Die etwas missverständliche Inhaltsangabe, über ein einen jungen Mann, der im Gefängnis "die Hölle durchmacht", sollte man nicht ganz so ernst nehmen. Der Film beschreibt sehr intensiv die soziale Situation Gefängnis, und dass man dort kaum Kindergeburtstage feiert kann man voraussetzen.
Das Großartige an dem Streifen ist die Schilderung der Figuren, wie sie sich verändern und wie der junge arabisch stämmige Mann, der weder zu den "Arabern" im Gefängnis wirklich dazu gehört, noch zu den im Knast dominierenden Korsen, sich durch alle Hierarchien durchmogelt. Er spielt alle konkurrierenden Gruppen gegen einander aus, bis er zum Schluss selbst seinen Platz und auch seine Identität gefunden hat.
Auf jeden Fall ist jeder Preis verdient.

Ana Bolika
21
28.2.2010, 14:50
Der Typ mit dem Hut, Jacques Audiard: Ist das der in die Jahre gekommene Pan Tau!?!

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dajonny
02
28.2.2010, 18:11

mich hats an French Connection erinnert
http://media-2.web.britannica.com/eb-media/... 9B2E90.jpg

:-)

Rosentristesse
20
28.2.2010, 13:21
Tränengala

Habe gestern die Verleihung gesehen. Solche Galas finde ich zwar schwer erträglich, aber meine Liebe zum französischen Film hat mich durchhalten lassen, all die Endlosdankesreden und verzückten Mienen zu ertragen.
Wer mich allerdings am meisten frappiert hat, war Isabelle Adjani. Was ist aus der fragilen, immer melancholisch blickenden, so zart wirkenden Aktrice geworden?
Früher:
http://www.ninapeople.com/i/2009/12... 5786_s.jpg
Und jetzt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Date... s_2009.JPG

Üppig und aufgedunsen, unecht und ausdruckslos. Ihre Rede war ein einziges Tränenbad. Angesichts der überbordenden Dankeskaskaden aller Prämierten bei dieser Gala ist die Oscarverleihung vergleichsweise steril.

hc.leitich @derStandard.at
01
28.2.2010, 14:02

na ja, es ist seit längerem bekannt, dass adjani zu einer genuin melancholischen actrice wurde. hatte immer viel zivilcourage, hat sich darin ziemlich aufgerieben, depardieus sorgenvoller seitenblick war vielsagend.

zur gala insgesamt: immer wieder erfrischend im vergleich zu den us-gefühlspathos-routinen. dazu der immer wieder mal aufblitzende schmäh: allein der eingespielte fake-beitrag zum "juliette-binoche-biopic" war ein hauptspaß. mfg

Rosentristesse
01
28.2.2010, 20:23

Hat Monsieur Depardieu wirklich sorgenvoll geblickt? Ich gestehe, Adjanis Vita nicht verfolgt zu haben, da sie mir nie so begabt, klug und interessant wie ihre Kolleginnen erschien. War einfach erstaunt über ihre optische Veränderung und den Gefühlszustand.

Hm, ich dachte, die schöne Béart sei diejenige mit der großen Dosis Menschlichkeit.

Das ist schon wahr, dass die beiden Moderierenden durch ihre flapsige Art der ganzen Veranstaltung die Schwere nahmen; aber die Verleihung hatte eine melancholische Gedrücktheit durch die intensiven Dankesinszenierungen, bei denen von den Gewinnern teilweise jeder einzelne Mitarbeiter namentlich erwähnt, gewürdigt und ihm gedankt wurde. Ich fand es nicht weniger pathetisch als das Oscar-Getue.

cannes backstage
00
28.2.2010, 14:08
AUDIARD, EIN MEISTER

endgültige bestätigung für audiard als den zur zeit innovativsten und besten frz. regisseur - UN PROPHETE ist ein meisterwerk und wird in nur wenigen jahren als klassiker gelten.
ein wunderbar vergnüglicher abend mit boshaften seitenhieben des genialen präsentatoren-duos valérie lemercier & gad elmaleh gegen div. schauspielerkollegInnen.
peinlich wie immer bei der césar-verleihung einmal mehr gérard depardieu, der in brandon'schen umfang und aufgrund seines alkoholspiegels nur dank des rednerpults nicht umfiel...
enttäuschend auch isabelle adjani, die mit ihrer unglaubwürdig inszenierten, tränenerstickten dankesrede sich mehr und mehr in brigitte bardot verwandelt...
ALLEZ LES JEUNES - tahar rahim, riad sattouf & mélanie thierry !

Rosentristesse
00
28.2.2010, 20:39

Nun ja, Depardieu ist eben Depardieu. Er kann sich die völlige Indifferenz allen/m gegenüber leisten, oder erlaubt es sich eben. Lustig ist es halt, wenn er so daherspaziert wie ein Fass. Und dennoch, trotz der nicht offensichtlichen Erotik scheint er eine solche zu besitzen. Immerhin war die smarte Beauty Bouquet mit ihm liiert. Und weil wir...ähm, ich schon dabei bin: Süß war es, bei der Rohmer-Hommage, Melvil Poupaud in "Sommer" zu sehen. Der wär ja wirklich sympathisch, wenn er nicht mit der Mastroianni-Tochter befreundet wäre. Nicht verpartnert ist er, bloß befreundet. Ach, alles Gossip. Aber weil noch einige Zeichen frei sind: Einer der besten (derBeste?) ist doch Daniel Auteuil, oder? Mit der freundlichen Bitte um Zustimmung! Merci

paradeyugo
00
28.2.2010, 11:45

weiss jemand ob "der prophet" in unsere kinos kommt?

hc.leitich @derStandard.at
00
28.2.2010, 12:54
Duplobaustein Lore Krainer
116
28.2.2010, 10:33
Gran Torino!!

Mein Film des Jahres.

hui buh
02
28.2.2010, 17:30
Und der ungemein berührende Clint Eastwood am Schluß mich brüchiger Stimme singend, GROSSARTIG!!!

myschkin
00
28.2.2010, 11:18

habe ich mir zum Geburtstag nun endlich selbst geschenkt. Der fremde Sohn aber gleich mit.

hui buh
00
28.2.2010, 17:33
Hat mir auch gut gefallen "Der fremde Sohn". Hätte nie gedacht, dass Frau Jolie so gut ist. Milk und Into the Wild (beide schon älter) auch gleich dazu.

Alles gute Filme.

josef nudlsuppn
04
28.2.2010, 11:10

"get off my lawn!!!" und ein blick dazu... der die hoelle zufrieren laesst... so genial :D

Duplobaustein Lore Krainer
01
28.2.2010, 12:54

Wahnsinn, dass der bei den Oscars so komplett ignoriert wurde...

Gegenflieger
01
28.2.2010, 12:08

Wenn Clint Eastwood das jemanden mit einem Gewehr im anschlag sagt.
Tut man besser was er sagt. :)

laudenbach
01
28.2.2010, 12:04

das knurren nicht zu vergessen!

Ziemlich leichter Stessa
00
28.2.2010, 17:48

Der Gute ist auch sehr authentisch...

http://www.thesun.co.uk/sol/homep... place.html

Timagoras
 
03
28.2.2010, 10:35

da kann ich mich nur anschließen.

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