Michael Hanekes "Das weiße Band" unterlag in der Kategorie "bester ausländischer Film" Eastwoods "Gran Torino"
Paris - Jacques Audiards "Ein Prophet" war der Star
der Verleihung der französischen Filmpreise am Samstagabend: Der
Streifen räumte insgesamt neun Cesars ab; unter anderem wurde das
Werk über einen jungen arabischstämmigen Franzosen, der für sechs
Jahre ins Gefängnis kommt und dort die Hölle durchmacht, zum besten
französischen Film gekürt. Audiard bekam den Preis als bester
Regisseur, Hauptdarsteller Tahar Rahim wurde als bester Schauspieler
geehrt. Michael Hanekes "Das weiße Band" und James Camerons "Avatar" mussten sich in der Kategorie
für den besten ausländischen Film Clint Eastwoods "Gran Torino"
geschlagen geben.
Der Streifen, in dem der 79-jährige US-Regisseur und Schauspieler
auch die Hauptrolle spielt, handelt von dem sturen und unflexiblen
Koreakriegsveteranen Walt Kowalski, der durch seine südostasiatischen
Nachbarn seine zahlreichen Vorurteile abbaut. Den Cesar als beste
Schauspielerin erhielt Isabelle Adjani für ihre Rolle in "Heute trage
ich Rock!". Die 54-Jährige wurde damit bereits zum fünften Mal als
beste Schauspielerin geehrt.
Ehren-Cesar für Harrison Ford
Der Ehren-Cesar wurde Harrison Ford überreicht, der unter anderem
durch seine Rollen in "Indiana Jones" und "Krieg der Sterne" zu einem
der beliebtesten Action-Stars wurde. Eine besondere Hommage wurde dem
französischen Filmemacher Eric Rohmer zuteil. Der Gründungsvater der
sogenannten Nouvelle Vague starb im Jänner im Alter von 89 Jahren.
Der französische Filmpreis gilt als Gegenstück zum amerikanischen
Oscar, der in einer Woche vergeben wird.
"Ein Prophet" war einer der großen Publikumserfolge des
vergangenen Jahres und hat schon mehrere Auszeichnungen erhalten,
unter anderem den Großen Preis der Jury beim Filmfest in Cannes. An
den Gefängnisfilm gingen auch die Preise für den besten Schauspieler
und das beste Original-Drehbuch. Der 28-jährige Schauspieler Tahar
Rahim, der den jungen Häftling maghrebinischer Abstammung spielt,
erhielt erstmals in der Geschichte des Filmpreises, der dieses Jahr
zum 35. Mal vergeben wurde, zwei Auszeichnungen: den Preis als bester
Nachwuchsdarsteller und als bester Schauspieler.
Der Siegerfilm des 57-jährigen Audiard, der sich durch "Der wilde
Schlag meines Herzens" einen Namen gemacht hat, ging als Favorit mit
13 Nominierungen in den Wettkampf. In einer Woche geht er bei den
Oscars als "bester fremdsprachiger Film" - in Konkurrenz zu Michael
Hanekes "Das weiße Band" - ins Rennen. (APA)