Nach Marjah-Offensive

US-Militär plant jetzt Offensive auf Kandahar

27. Februar 2010 14:36

Plan soll in den kommenden Monaten umgesetzt werden - Marjah laut US-Armee kurz vor Einnahme

Washington/Kabul - Die US-Truppen planen eine weitere Großoffensive in Afghanistan. Nach der vor zwei Wochen begonnenen Anti-Taliban-Operation in der südlichen Provinz Helmand stehe auch ein Angriff auf die Taliban-Hochburg Kandahar bevor, berichtete die "New York Times" (Freitag) unter Berufung auf Regierungsbeamte. Die Offensive sei für die nächsten Monate geplant. Einzelheiten wurden nicht genannt. US-General David Petraeus hatte angekündigt, die Operation in Marjah sei lediglich "die erste Salve". Die Verfolgung der islamistischen Aufständischen werde vermutlich 12 bis 18 Monate dauern. Kandahar ist die zweitgrößte Stadt Afghanistans und gilt ebenso wie die gleichnamige Provinz als Taliban-Hochburg.

Letzte Widerstandsnester besiegt

US-Soldaten haben inzwischen nach eigenen Angaben die letzten Widerstandsnester in Marjah beseitigt. "Im Grunde kann man sagen, dass Marjah jetzt gesäubert ist", sagte US-Hauptmann Joshua Winfrey am Samstag. Zuvor waren US-Marineinfanteristen und afghanische Soldaten, die im Zentrum von Marjah kämpften, zu ihren am Nordrand der Stadt stationierten Kameraden vorgestoßen. Dabei stießen sie zuletzt kaum noch auf Widerstand. Die afghanische Regierung hatte am Donnerstag offiziell die Kontrolle über Marjah übernommen.

Afghanen kontrollieren Militärgefängnis Bagram

Die USA übergeben die wiederholt angekündigte Kontrolle über das berüchtigte Militärgefängnis Bagram an die afghanischen Behörden. Der Prozess zur Übernahme der Verantwortung habe begonnen, sagte Vize-Justizminister Mohammed Kasim Hashimsai am Samstag in Kabul. US-Medien wie die "New York Times" hatten von schweren Misshandlungen und Folter in dem Internierungslager berichtet, das sich auf einem US-Militärstützpunkt nahe Kabul befindet und von Menschenrechtsverfechtern immer wieder scharf kritisiert worden ist. Im November war das Bagram-Gefängnis unter dem Namen Haftanstalt Parwan neu eröffnet worden. Von 2005 bis 2009 hatte sich die Anzahl der Gefangenen mehr als versechsfacht. Kritiker nannten die Zustände in Bagram wesentlich schlechter als in Guantánamo, die Häftlinge würden zu Dutzenden in großen von Stacheldraht umgebenen Gehegen festgehalten. Im Jänner 2011 soll die Haftanstalt komplett in afghanischen Händen sein. Zuvor will die US-Armee 300 afghanische Soldaten zu Wächtern ausbilden. Hashimsai nannte Parwan ein "Mustergefängnis". (APA)

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Posting 1 bis 25 von 48
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Alien Nation
01.03.2010 17:09
Na ja,

Kabul–Kandahar–Rowzeh–Kundus–Kabul

Wenn die so weiter machen sind die nächstes Jahr einmal rum

isidor vom billa
28.02.2010 23:02
"...dass Marjah jetzt gesäubert ist"

Während sich hier im Forum ein Theoretiker sogar zu der Feststellung versteigen, der Krieg in Afghanistan sei "die Verteidigung der modernen Staatsidee - weltweit", erzählt uns der Praktiker vor Ort, US-Hauptmann Joshua Winfrey, was tatsächlich passiert, nämlich eine "Säuberung", die nur deshalb nicht "ethnisch" ist, weil sich der afghanische Widerstand nicht nur auf Paschtunen beschränkt...

Stephan Schaefer
 
28.02.2010 12:32

Mich erinnert dies an zwei Vorfälle:

1. Das zügige Vorschreiten der 6. Armee in Russland.

2. Der schnelle Sieg der NATO gegen die Taliban 2001

Ergebnisse bekannt. Die Taliban haben sich zurückgezogen und die NATO freut sich über das schnelle Vorwärtskommen bis sie wieder ernsthaft angegri8ffen werden.

Mfg

Hari Ka
28.02.2010 11:10
Parallelen

Ich frag mich wie die Schlagzeilen damals zu VietnamZeiten ausgesehen haben.

dekorhippe
01.03.2010 18:19
oder wie im irak

vor 2-3 jahren

jetzt gibts in den zwei monaten seit jahresbeginn 3 tote GIs durch kampfhandlungen, damals gabs die pro tag ...

DieBo
28.02.2010 15:49
ich habe ein paar alte zeitungen auf dem Speicher gefunden. Die leserbriefe sind größtenteiels alle im viva america Stil von Schütt und Wunderlich. Damals sind dann die Studenten gegen diesen Irrsinn auf die Stasse gegangen

Wir sind wieder soweit. Nur diesmal haben die USA es geschafft uns mit reinzuziehen.

Fritz Wunderlich
28.02.2010 12:04

ahnungsloser

Mahatma Mahatmaned
28.02.2010 10:44

Der einzige Grund warum dieser Krieg stattfindet ist, weil die Länder das Berufsheer zu Rate ziehen, würde der Staat darüber hinaus aufstocken, dann würde es gewaltige Proteste in den betroffenen Ländern geben.

Die Bevölkerung erhebt sich nicht gegen diesen Krieg, weil sie nicht das Gefühl hat, dass ihr Land Krieg führt, es geht jedem am A.... vorbei, weil jeder weiß, es betrifft mich nicht wirklich, sondern nur die die im Berufsheer sind und die sind dann selber Schuld.

Der Alte vom Berge
01.03.2010 23:28
Exact.

^^

giseun
28.02.2010 13:27
Falsch

Der Grund warum dieser Krieg stattfindet ist, dass 'failed states' das internationale Staatensystem gefährdet. Das Internationale System basiert auf dem Zusammenschluss souveräner Staaten. Afghanistan ist aber immer noch kein souveräner Staat im herkömmlichen Sinne, weil es in vielen Bereichen über kein Gewaltmonopol / keine Herrschaftsfähigkeit besitzt. Und die Folgen dieser Aushöhlung des Nationalstaates kann im internationalen Terrorismus gesehen werden, der nicht an Durchsetzung von Herrschaft, sondern nur an ihrer Zerstörung interessiert ist.
Der Krieg in Afghanistan ist damit nicht mehr und nicht weniger als die Verteidigung der modernen Staatsidee - weltweit.

McTelka
03.03.2010 21:48
Auch falsch!

"Failed States" gibt es genug auf der Welt, es ist nur so, dass die USA zwar regelmäßig Weltpolizei spielen, in den letzten 150 Jahren jedoch keinen Krieg mehr auf ihrem Territorium mehr gehabt haben. Darum hat sie der 11. September auch so schwer getroffen. Aber ein endgültiger Sturz der Taliban ist nur durch eine Revolution von innen heraus zu erreichen, denn die Taliban-Milizen sind keine Armeen, die man irgendwo vernichtend schlagen kann. Wäre dem so, wäre der Krieg schon längst beendet. Ein Taliban-"Krieger" kann seine Kalashnikow hinter dem Haus vergraben, und sich zwei Monate später, wenn die Amerikaner weg sind, wieder irgendwo melden um Anschläge zu planen...

Plasmaball
28.02.2010 18:16
Hmm,

und warum macht man dann erst einen Staat zum 'failed state'? Immerhin war die Talibanregierung vorher ein von den VSA anerkannter Partner bei den Verhandlungen bezüglich der Gaspipeline...zumindest bis zu dem Zeitpunkt als die Taliban begannen von einer Art "Durchleitungsgebühr" zu reden...

insertnamehere
 
01.03.2010 19:42
Die Taliban waren weltweit von DREI Ländern anerkannt.

Und die USA gehörten NICHT dazu.

Plasmaball
01.03.2010 20:42
Wenn ich mit einem Staat geschäfte machen will und dabei den Verhandlungspartner des Staates akzeptiere, dann erkenne ich diese Regierung an...

...

insertnamehere
 
02.03.2010 20:36
Und im Land der freien Marktwirtschaft handelt die Regierung also Handelsverträge aus, ja?

Ist es nicht eher so, dass die ganze Pipeline-Gschicht nicht zuletzt an der Weigerung der US-Regierung gescheitert ist, die Taliban anzuerkennen (was für die Finanzierung unbedingt nötig gewesen wär, soweit ich mich erinner) - mit Hinweis darauf, dass die amerikanischen Wähler jeden brachial bestrafen, der ohne Not so offensichtliche Alöcher anerkennt?

Adam Markus
28.02.2010 02:08

Wow, diese super ausgerüstete Riesen- Armee braucht 2 Wochen um ein Kuhkaff angeblich von bitterbösen Terroristen zu befreien. Das läuft ja anscheinend hervorragend und problemlos, nur glauben tu ich es nicht wirklich.

Georg Schütt
27.02.2010 19:24
Die Amerikaner sind dabei, einen Fehler vom November 2004 zu wiederholen. Damals wurde auch wochenlang der Stirm auf falludsha angekündigt. Bis er vollzogen war, hatten sich Leute wie der Köpfe-Abschneider Zarkawi verkrümelt.

Eine solche Offensive muss unter größtmöglicher Geheimhaltung vorbereitet und schnell und entschlossen durchgeführt werden.

Mittlerweile kennt die Militärwissenschaft ein Beispiel für einen solchen Sieg über den intern. Terrorismus; den Sieg der syrischen Armee über die Muslimbrüder in Hama 1982:
http://en.wikipedia.org/wiki/Terr... insurgency
http://de.wikipedia.org/wiki/Mass... r_von_Hama

Es hat dem alten Fuchs Hafiz al-Assad nicht geschadet:
- Spätestens 1990 gehörte er wieder zu den geehrten Führern der intern. Politik,
- Er starb 70-jährig ruhig in seinem Bett,
- Den Syrern blieb ein langer und verlustreicher Bürgerkrieg erspart,
- Der Islamismus erholte sich von diesem Schlag nicht mehr.

Fritz Wunderlich
28.02.2010 12:01

der islamismus in syrien hat sich durchaus erholt, dafür gibt es kaum mehr eine linke

desillusionierend
27.02.2010 22:52
voll super, dass du hier im forum die us-armee so gut zu beraten weißt. die sind dir sicher dankbar.

Fritz Wunderlich
28.02.2010 12:02

ein bißchen lernen würde dir gut stehen

eremitage, kl. höflein
27.02.2010 17:40
uns was ist mit der restlichen Provinz Helmland?

der Bezirk Marjah ist etwa 1/30stel der riesigen Provinz.
Ein Propaganda- Schmäh jagt den anderen.
Na das schau ich mir an - Häuserkampf im dicht besiedelten Kandahar, da kriegen die ISAF Truppen eines dermaßen über das Häupel, daß ihnen 14 Tage lang der Schädel wackelt.

desillusionierend
27.02.2010 22:57
ich habe den schweren verdacht, dass die fotos aus "Marjah" (und co) woanders geschossen wurden.

"Auf der Internetseite der Casting-Agentur wird beschrieben, dass die US-Army Menschen sucht, die auf einem Übungsgelände in Bayern Bewohner eines afghanischen Dorfes spielen, sogenannte COBs = Civilians On the Battlefield (dt.: Zivilisten auf dem Gefechtsfeld). Sie sollen eingesetzt werden, „realitätsnahe“ Umgebung für die Übungen der NATO/ISAF Truppen zu ermöglichen. "

http://is.gd/9l9Tu

bei der gelegenheit (und ähnlichen anlässen) werden 100% auch die propaganda-fotos geschossen.

ich mein: schau dir oben links mal das foto an! das kann auch in bayern auf nem militärgelände sein. die gesichter der "afghanen" sieht man ja nicht ...

für die fotografen isses auch sicherer!

zimbo
 
28.02.2010 08:53
Jetzt ist sogar der Name des deutschen Fotografen verschwunden (war am Foto verspeichert).

Adam Markus
28.02.2010 02:16

Brauchst nur Google Street View zu aktivieren und du wirst die Ecke sofort fiden!

Chien de Pique
27.02.2010 20:58

Helmand. Nach einem Fluss.

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