Gleichstand zum Dollar

Hedgefonds-Attacke soll Eurokurs drücken

András Szigetvari, 26. Februar 2010 17:21

In den USA sollen Hedgefonds-Chefs rund um George Soros einen Großangriff auf den Euro beschlossen haben

Die hohen Kursverluste des Euro könnten mit massiven Spekulationsattacken in Zusammenhang stehen. In den USA sollen Hedgefonds-Chefs bei einem gemeinsamen Abendessen einen Großangriff beschlossen haben.

***

New York / Washington - Es war ein Dinner im vertrauten Kreis nach einem dieser hektischen Montage am Finanzplatz New York. Zu dem Abendessen in Manhattan waren die Manager einiger der größten amerikanischen Hedgefonds geladen: Donald Morgan, der Chef von Brigade Capital, David Einhorn von Greenlight Capital und ein Vertreter von "Soros Fund Management" . Allein der von George Soros geführte Fonds soll über ein Vermögen von 27 Milliarden Dollar verfügen.

Nach Hühnchen und Steak sollen die Herren zur Sache gekommen sein: die Probleme Griechenlands, der Druck auf Spanien und Portugal, der Euro werde weiter abstürzen, der Wechselkurs von Euro und Dollar werde in naher Zukunft 1:1 erreichen. Wenn die großen Hedgefonds akkordiert arbeiten, können sie den Druck auf den Euro erhöhen und so viel Geld machen, lautete das Fazit an jenem Abend, berichtet das Wall Street Journal am Freitag.

Hat eine spekulative Attacke auf den Euro stattgefunden, wäre das möglich?

Eine Milliarde mit dem Pfund

Großangelegte Angriffe gegen Währungen sind nichts Neues. Der spektakulärste Fall betraf das britische Pfund. Am 16. September 1992 erreichten die von Georg Soros angetriebenen Spekulationen gegen die britische Währung den Höhepunkt. Das Pfund wurde aus dem Europäischen Währungssystem genommen, Soros soll eine Milliarde verdient haben.

Der Name Soros tauchte auch im Oktober 2008 im Zusammenhang mit Ungarn auf: Damals sackte der Forintkurs binnen weniger Tage um 15 Prozent ab, der Aktienkurs der OTP brach binnen 24 Stunden ebenso massiv ein. Die Regierung machte Spekulanten verantwortlich. Der Soros-Fonds wurde zu einer Strafzahlung verurteilt, weil er den Markt mit OTP-Aktien geflutet habe.

Gute Wetten

Aber Pfund und Forint sind nicht der Euro: Das Handelsvolumen des Euro ist höher, liegt bei 1,2 Billionen US-Dollar am Tag.

Dennoch: "Durch gezieltes Vorgehen der großen Hedgefonds wäre eine kurzfristige Kursverschiebung denkbar", meint Michael Rottmann, Währungsexperte der UniCredit. Das System kann recht einfach funktionieren: Die Hedgefonds kaufen sich Optionen darauf, dass sie den Euro zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem bestimmten Kurs verkaufen. Fällt der Euro unter den vereinbarten Kurswert, können sich die Hedgefonds billig refinanzieren, es winken Milliarden. Im Februar gab es 60.000 registrierte Wetten auf fallenden Euro - ein Rekordwert. Und registriert werden nur die wenigsten Devisengeschäfte.

Die Spannungen in der Eurozone müssen für Spekulanten wie eine Einladung wirken. Griechenland muss der EU bis zum 16. März über seinen Sparplan berichten, im Mai muss Athen 20 Milliarden Euro Schulden zurückzahlen. Zahlt Athen? Berichten sie rechtzeitig?

"Kleinigkeiten führen zu Kursschwankungen, wer richtig wettet, kann gewinnen", sagt Rottmann.

Drei Tage danach fiel der Kurs

Fest steht, dass drei Tage nach dem Abendessen am 8. Februar der Eurokurs unter die 1,36-Marke zum Dollar gefallen ist. Noch im Dezember bekam man für einen Euro 1,50 Dollar. Im Februar haben auch die Bank of America und Goldman Sachs viel Geld auf einen paritätischen Euro-Dollar Kurs gesetzt. Von einem Wechselkurs 1:1 sprach zuletzt der US-Ökonom Gary Shilling.

Der starke Wertverlust der Gemeinschaftswährung hat auch Klaus-Jürgen Gern vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel überrascht. "Die Europäische Zentralbank ist eine starke Bank, und Griechenlands Bedeutung im Euroraum ist vergleichsweise klein", sagt Gern. "Im Grunde ist es also unklar, warum der Euro so leidet."

Schwäche oder Spekulation

Zwei Erklärungsversuche Gerns: Entweder schwächelt der Euro, weil zuletzt schlechtere Konjunkturdaten aus der EU kamen - oder es ist Spekulation.

Über einige Wochen und einige Cent hinaus könnten Hedgefonds den Euro aber nicht beeinflussen, sagt Gern. Und Wetten auf den Euro-Dollar-Kurs seien auch sehr risikoreich. Das Pendel könnte ja auch mal in die andere Richtung ausschlagen. (András Szigetvari, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28.2.2010)

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Nr.3645
05.08.2010 22:26
wetten....gehörn längst abgeschafft...

der sinn dieser optionen war doch ein ganz anderer und hat mit diesen -teilweise vollautomatisiserten- dingen nichts mehr zu tun.

Niki Si
09.05.2010 16:54
Belgien

Hab mir grad diese Statistik angeschaut und frag mich, wieso der Name Belgien eigentlich noch gar nicht aufgetaucht ist???

http://www.tagesschau.de/wirtschaf... te102.html

MartinB
06.05.2010 14:48
Adam Smith:

"People of the same trade seldom meet together, even for merriment and diversion, but the conversation ends in a conspiracy against the public, or in some contrivance to raise prices."

Round Robin
 
03.03.2010 13:43

Was besseres kann uns gar nicht passieren. billiger euro, mehr exporte. importe sinken. inflation ist in weiter ferne weil die wirtschaft schulden abbaut statt zu investieren. also der zeitpunkt fuer einen billigen euro ist aeusserst guenstig, danke george soros!

Dr.mumunator
03.03.2010 13:35
Sieht man wieder

die Macht des Euro und des Kunstproduktes EU.

dick maverick
28.02.2010 18:29
Jö, wieder hat dieser famose Philanthrop

seine Griffel im Spiel

Johann Hunger1
28.02.2010 18:00
wie hat Gandhi die Engländer in die Knie gezwungen?

Die usa und sein Freund, haben leider zu viele Lakaien in der EU!

Strongheart
 
28.02.2010 16:34
bewusstsein
28.02.2010 16:13

ein böser spekulant gewinnt und der andere böse spekulant verliert. wo ist das problem?

Dr.mumunator
03.03.2010 13:33
Wie einfach

die antikapitalistischen Hirne doch funktionieren.

Empire CPSIII
03.03.2010 13:57
geh bitte..

... und Erzkapitalitsten sind der Weisheit letzter schluss oder wie?

Eher ein Schuss in den Ofen aber bitte, Sie werden's wohl wissen Herr dokta.

Dr.mumunator
03.03.2010 16:13
Da bellt er

der pawlowsche Hund.

subjectdenied
28.02.2010 15:35

ich bin mir sicher, dass hier keine persönliche abneigung gegen die europäische bevölkerung vorliegt, sondern man rein geschäftliche interessen verfolgt ... so wie es von verbrechersyndikaten eben zu erwarten ist

wwelv folig
28.02.2010 13:37
Also das der Euro fallen soll bis 1:1 ist völliger schwachsinn...

Dafür ist der Dollar viel zu angeschlagen, die amerikanischen zahlen sind meist noch mehr geschönt als unsere und wenn der dollar mal zu fallen beginnt ist er nicht mehr aufzuhalten.

Der Euro wird maximal bis 1.30 fallen und dann gehtz wieder hinauf, eine korrektur ist auch überfällig.

caranx
28.02.2010 17:22
"völliger schwachsinn..."

Das ist halt so eine Sache mit dem völligen Schwachsinn.

Wir waren ja schon mal bei 0,9. Vergessen?

Du glaubst doch nicht im Ernst, dass das Griechen-Desaster spurlos an einer Währung vorübergehen kann, vor allem nicht falls Milliarden in diesen Saustall gepumpt werden, die natürlich anderswo fehlen werden.

slartibartfaß der Umwandler
28.02.2010 23:01

"By HARRY DUNPHY Associated Press Writer
WASHINGTON February 26, 2010 (AP)

Dominique Strauss-Kahn, the head of the International Monetary Fund, suggested Friday the organization might one day be called on to provide countries with a global reserve currency that would serve as an alternative to the U.S. dollar."

"With uncharacteristic bluntness, Federal Reserve Chairman Ben S. Bernanke warned Congress on Wednesday that the United States could soon face a debt crisis like the one in Greece, and declared that the central bank will not help legislators by printing money to pay for the ballooning federal debt. "

interessiert anscheinend niemanden von den leuten, die den dollar kaufen....

slartibartfaß der Umwandler
28.02.2010 22:53

0,9 waren wir genau bei der euro einführung.

wenn man die längerfristigen charts ansieht, siehts nicht gut aus für den dollar. und die usa haben im gegensatz zu europa 10 - 14 bundesstaaten, die noch schlimmer dastehen als griechenland . diese 13 bundesstaaten zusammen habe 1/3 der gesamten us wirtschaftsleistung. griechenland ? 2 % von europa.

die berichterstattung ist völlig verzerrt, vielleicht sollten die europäischen medien mal nicht alles übernehmen, was in den us medien berichtet wird, sondern mal berichten, wie schlimm es eigentlich in den usa aussieht.

um den dollar sollte man sich noch viel mehr sorgen machen als dem euro. siehe statements von iwf, russland, china, japan naher osten....

Tildy
28.02.2010 13:34
Ein Angriff auf den Euro...?

man könnte es auch anderes formulieren.

ein paar leute sitzen bei einem abendessen gemütlich zusammen und beschliessen einen angriff auf die europäer. auf familien, kinder, arbeitsplätze etc. einfach so...

sie tragen krawatten und lächeln nett. sie nennen es "business". die sehen dahinter nur zahlen und nicht die schicksale.

ich nenne es verschwörung und verrat.

caranx
28.02.2010 17:11
"ich nenne es verschwörung und verrat"

Ich bin auch ein Verschwörer und Verräter.
Ich bin schon vor 2 Wo in den USD gegangen.
(Hättest auch tun sollen)

PS: Hast Du eigentlich irgend einen Tau von was Du redest?

kapitän nemo
Thomas Herzig
11.03.2010 16:17
heute 11.3.2010

also so irgendwie will dein dollar nicht so recht steigen, aber die hoffnung stirbt zuletzt , auf jeden fall erst nach dem dollar

kapitän nemo
Thomas Herzig
03.03.2010 14:58

du bist ein held!
wir österreicher können garnicht hoch genug schätzen,was du positives für unsere volkswirtschaft mit deine spekulationen leistest.

pass nur auf, dass du den rechtzeitigen ausstieg nicht verpasst.
der könnte schneller kommen als du glaubt, oder auch später -wer weiß?
wenn du den rechtzeitigen absprung nicht schaffst bist du einer von jenen auf dessen kosten sich der herr soros bereichert

die werden reich von der panikmache, und dass solche typen wie du ( die glauben besonders schlau zu sein) auf den zug aufspringen, den sie durch gezielte medienkampagnen lostreten.

peter purzel
28.02.2010 13:08
Lasst den Wert des Euro fallen...

..ein besseres Exportförderprogramm gibt es für Europa nicht, zusätzlich werden Importe teurer (beziehen wir halt mehr aus der EU), und die US-Dollar Verschuldung dürfte überschaubar sein. Wo ist das Problem ?Zudem, als der Euro gestartet wurde, lag die Parität zum Dollar auch bei 1.

Dr.mumunator
03.03.2010 13:35
Jöö der Export

Frage ist, was interessiert mich als Privatperson der Export? Nüsse!

K R
28.02.2010 17:05
damit killen sie den privatkonsum


denn die preise werden explodieren - import wird trotzdem stattfinden, die chinesen werden mehr verdienen, denn die heimischen produzenten sind von der geiz-ist-geil-gesellschaft schon lange kaputt gemacht worden.

Hari Ka
28.02.2010 16:15

Später lag er dann bei 0,86 und alle waren froh weil es so viel leichter ist zu exportieren.

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