Israel will das Patriarchengrab in Hebron und das Grab Rachels bei Bethlehem in Restaurierungsprogramm für jüdische Baudenkmäler aufnehmen
Paris/Hebron - Die Unesco hat sich gegen
das Vorhaben Israels gewandt, zwei wichtige religiöse Stätten im
Westjordanland in ein Restaurierungsprogramm für jüdische
Baudenkmäler aufzunehmen. Unesco-Generalsekretärin Irina Bokowa
habe ihre Sorge über das Vorhaben und über die daraus folgenden
Spannungen geäußert, teilte die UN-Organisation für Kultur und
Bildung am Freitag in Paris mit. Die Ankündigung Israels, das
sogenannte Patriarchengrab in Hebron und das Grab Rachels bei
Bethlehem in das Programm aufzunehmen, führt seit Tagen zu
gewaltsamen Protesten von Palästinensern. Diese sehen darin
einen Versuch Israels, sich Land und religiöse Stätten in den
seit 1967 besetzten Gebieten anzueignen, auf denen sie einen
eigenen Staat errichten wollen.
Palästinenser-Ministerpräsident Salam Fajjad nahm
demonstrativ am Freitagsgebet am Patriarchengrab teil, das von
den Muslimen als Abrahamsmoschee bezeichnet wird. Das Vorhaben
Israels sei eine eindeutige, politisch motivierte Provokation.
Die Palästinenser würden sich aber nicht in Gewalt hineinziehen
lassen. Die islamistische Hamas hatte als Antwort auf die Pläne
eine neue Intifada gefordert. Israel betont, das Vorhaben diene
der Bewahrung der religiösen Stätten und nicht einer Veränderung
des Status quo. Die USA hatte sich am Donnerstag besorgt gezeigt
und beide Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen.
Das Patriarchengrab wird von Juden und Muslimen als
Begräbnisort von Vorvätern beider Religionen wie Abraham, Isaak
und Jakob verehrt. In Hebron leben unter starkem militärischem
Schutz rund 400 radikale jüdische Siedler unter 150.000
Palästinensern, was immer wieder zu Gewalt führt. (Reuters)