Intertextualität!?

An den Quellen der Literatur

26. Februar 2010, 16:28
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    Kein Herz für den "Fall Helene Hegemann" - oder doch? Wieso sollte der geistige Raum nicht allen gehören, so wie der Weltraum?

     

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Wenn ich Musik höre und dabei eine Melodie aus einem anderen Musikstück erkenne, dann stört mich das nicht, im Gegenteil, ich begrüße sie wie eine alte Bekannte. Wenn ich aber beim Lesen eines Buches das Gefühl bekomme, das kenn ich doch, das habe ich schon anderswo gelesen, ist es mir, als sei ich einem Schwindel auf der Spur. Wenn nichts im Buch darauf hindeutet, dass fremde literarische Texte einmontiert sein könnten, fühle ich mich als Leser reingelegt.

Einmal bekam ich eine E-Mail, in der ein mir unbekannter "Vernaderer" behauptete, er habe gerade die Übersetzung eines Romans gelesen, in dem sich fast wörtlich der Ausschnitt eines Textes von mir finde. Die Unterschiede lastete er dem doppelten Übersetzungsvorgang an. Offenbar habe der Autor den Abschnitt zunächst in seine Sprache übersetzt, dann habe der Übersetzer, in Unkenntnis des Originals, den Romanausschnitt ins Deutsche rückübersetzt. Das schließe er aus der Art, wie der Text vom Original abweiche. Ich schaute mir die Sache an, und tatsächlich, es wurde im genannten Romanauszug derselbe Sachverhalt mit derselben Argumentation ausgebreitet, die auch ich damals verwendet hatte, es stimmten die Inhalte der Sätze überein, es wurden auch dieselben Metaphern verwendet. Was tun?

Ich wandte mich über den Verlag an den Autor und bat ihn, mir zu erklären, wie es zu dieser frappierenden Ähnlichkeit komme. Ich hatte erwartet, der Kollege sei nun empört und würde jeden Zusammenhang mit meinem Text streng von sich weisen. Stattdessen ließ er mir über seinen Verlag mitteilen, dass er das nicht so eng sehe wie ich. Er habe viele Quellen verwendet, das sei das Prinzip seines Schreibens, er notiere, was ihm unterkomme und da gehörten eben auch andere Texte dazu. Es tue ihm leid, wenn ich das nicht verstünde, er habe mir in keiner Weise Unrecht tun wollen.

Für mich war das eine lehrreiche Erfahrung. Ich hatte gerade das Buch eines Juraprofessors der Stanford-Universität gelesen, der zum Vordenker der Idee der freien Werknutzung geworden war. Lawrence Lessig hatte in Free Culture - The Nature and Future of Creativity die These vertreten, geistiges Eigentum sei kein Gebrauchsgut, sondern Teil der gemeinschaftlichen Wertschöpfung. Das hatte mir gefallen, aber als ich mich dann selbst beklaut fühlte, gefiel es mir nicht mehr ganz so gut. In der Korrespondenz mit dem Verlag des Kollegen fiel der Begriff der Intertextualität. Den verwendete auch Helene Hegemann, als man ihr dahinterkam, dass sie Passagen ihres Buches Axolotl Roadkill aus dem Roman Strobo des Berliner Bloggers Airen geklaut hatte.

Intertextualität scheint zu einer Art Zauberwort geworden zu sein, das in den letzten Jahren, vermutlich auf vielfachen Wunsch, einen signifikanten Bedeutungswandel erfahren hat. Julia Kristeva hat mit dem Begriff der "intertextualité" nicht einen Freibrief zur Aushebelung des Urheberrechts ausstellen wollen, sondern sie wollte zum besseren Verständnis von Literatur beitragen. Texte könnten nicht so tun, als habe es vor ihnen noch keine anderen Texte gegeben. Jeder Text, so schreibt Kristeva in ihrem Bachtin-Aufsatz, baut sich als Mosaik von Zitaten auf, jeder Text ist Absorption und Transformation eines anderen Textes. Die Erkenntnis, dass die Literaturgeschichte und das den Autor umgebende Sprachverhalten an seinem Text mitschreiben, ist jedoch keine Aufforderung, von nun an die Texte der Kollegen gezielt als Baumaterial für die eigenen Kathedralen zu verwenden. Julia Kristeva spricht nicht von "copy and paste", sondern von Absorption und Transformation fremder Texte in eigene.

Der Einfluss durch andere Werke ist nicht nur zulässig und erwünscht, er ließe sich auch gar nicht verhindern. Er ist der Gewinn für unsere Teilnahme an einer gemeinsamen Kultur. Die Sprachen anderer Werke in einen neuen literarischen Remix zu bringen, ist eine genuin literarische Tätigkeit.

Der britische Journalist Christopher Booker veröffentlichte vor fünf Jahren das Buch The Seven Basic Plots: Why We Tell Stories, in dem er sich zu der Behauptung verstieg, dass sich die gesamte erzählende Literatur auf nur sieben Grundtypen von Plots zurückführen lasse. Im Zuge der nachfolgenden Diskussion war er bereit, noch ein achtes Grundmuster des Erzählens anzuerkennen. Dass Texte miteinander kommunizieren und dass die Sprachentwicklung eine kollektive Angelegenheit ist, wird niemand ernsthaft infrage stellen. Wenn ein Autor freilich auf das wörtliche Zitieren ganzer Textpassagen versessen ist, tut er gut daran, sich zu erinnern, dass der fremde Text nicht aus der eigenen Feder geflossen ist und daher auch nicht verstohlen als solcher ausgegeben werden sollte. Man kann den Montagecharakter eines Werkes auch offen zur Schau stellen. Das hat eine große Tradition. Niemand verlangt von Kunstwerken eine wissenschaftliche Zitierweise nach preußischer Instruktion. Ein musikalischer Remix trägt auch keine Fußnoten.

Die MP3-Blogger haben vor einigen Jahren Bewegung in die Urheberrechtsdebatte gebracht, als sie Musik zum Gemeinschaftseigentum erklärten und ungeniert zum Download auf ihre Website setzten. Die in der Folge entstandenen Internet-Tauschbörsen löschten bei einer ganzen Generation von Usern jeden Sinn für geistiges Eigentum. Wenn der Zuhörer klauen darf, warum nicht auch der Komponist?

Dass die Free-Culture-Bewegung vor der Literatur nicht haltmachen würde, war abzusehen. Die Situation wird sich verschärfen, wenn die Bücher demnächst auf den iPads Einzug halten. Sobald Bücher, wie das bislang nur zwischen Autoren und Verlegern der Fall war, als Files herumgeschickt werden, sind für den digitalen Kompilierer die Portionen mundgerecht serviert. Wenn ein Copy-and-paste-Produkt den weitgehend gesetzlosen Raum des Internets verlässt und in einem Konzerthaus oder zwischen zwei Buchdeckeln landet, reibt sich so mancher Digitalkünstler verwundert die Augen, weil hier draußen immer noch die alten Urheberrechtsgesetze in Kraft sind, die zwischen Zitat und geistigem Diebstahl genau unterscheiden wollen - was nicht immer leicht ist.

Das Urheberrecht regelte den Schutz geistigen Eigentums im Gutenberg'schen Zeitalter. In der digitalen Welt ist das Gesetz nur dort exekutierbar, wo es in großindustriellem Maßstab verletzt wird, wie das bei den Tauschbörsen der Fall war. Für Künstler, die nur Ideen entwickeln und nicht gleichzeitig als Entertainer auftreten, wird es eng. Ihnen bricht in rasantem Tempo die Haupteinnahmequelle weg. Menschen, die ihre Zeit damit ausfüllen, ihre Ideen zu Papier oder in das Notebook zu bringen, werden mit dem Gewerbe der darstellenden Kunst zu einer Liaison kommen müssen. Musiker werden sich an Haus- und-Hof-Sänger verkaufen, Dichter werden mit Schauspielerinnen auf eine lebenslange Lesetournee gehen. Sie können nicht einfach nur zusehen, wie das, was sie gedacht und aufgeschrieben haben, von den Geschäftstüchigen taxfrei verwendet wird. Geschäftstüchtig ist, wer sich verkaufen kann. Verkaufen kann sich, wer erkennt, dass die Macht, die früher einmal den Verlegern gehörte, in die Hände der Vermittler gefallen ist.

Ich schrieb meinem Free-Culture-Kollegen, er möge so freundlich sein und bei einer Neuauflage seines Romans unter dem Vermerk HT alle Autoren aufzählen, bei denen er sich bedient hat. HT steht für "hat tip" . Ich habe diese Formulierung bei amerikanischen Bloggern gefunden, die sich damit, wie jemand, der zum Abschied mit dem Finger an den Hut tippt, vor denen verneigen, deren Schriften sie geplündert haben.

Kreative Prozesse sind keine solipsistischen Akte. Sie bedürfen der anderen - der anderen nicht nur als Leser, Zuhörer und Mitschauer, sondern auch als Mitproduzenten. Wenn ich einen Text schreibe, tue ich dies in einem Medium, das andere für mich aufbereitet und geformt haben. Die Sprache ist das exakte Gegenteil eines unbeschriebenen Blattes. Wieso sollte der geistige Raum nicht allen gehören, so wie der Weltraum?

Da ist auch noch ein Selbstbehauptungswunsch am Werk, vielleicht auch ein Stolz, der mir sagt: Du kannst deine Texte nicht ziehen lassen, als hättest du dafür nichts getan. Als wärest du in deinem Schreiben nur Teilnehmer an einem gemeinsamen Strom, ohne Exklusivrecht auf deine Gedanken. Wenn man für Gedanken keine Exklusivrechte mehr in Anspruch nehmen kann, wofür dann?

Das Urheberrecht schützt meine Subjektivität. Natürlich auch meine Illusionen von Subjektivität. Aber die würde ich mir gerne aufrechterhalten - weil sie eine so wunderbare Begründung für die Behauptung abgeben, dass man für Bücher auch einen Preis verlangen darf. (Josef Haslinger, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 27./28.02.2010)

HT: Christopher Booker, Mia Eidlhuber, Tim Harford, Andrian Kreye, Julia Kristeva, Lawrence Lessig, Jani Newrkla.

Zur Person:
Josef Haslinger, geb. 1955 in Zwettl, ist Schriftsteller. Er lebt in Wien und Leipzig, dort unterrichtet er seit 1996 als Professor am Deutschen Literaturinstitut. Von ihm erschien zuletzt Phi Phi Island (2007 bei Fischer). Er erhielt zahlreiche Preise.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
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1010001010001010010
00
28.2.2010, 13:16

remixes (musik) sind eigentlich immer genehmigt und meistens in auftrag gegeben. anders ists mit mashups oder bootlegs (in der neueren bedeutung).

und: es waren zuerst die tauschbörsen da und dann die blogs würde ich sagen.

aber es ist bemerkenswert, dass ein erfolgreicher deutschsprachiger autor sich mit lawrence lessig beschäftigt. diese diskussion wird dann wirklich relevant werden, wenn kindle und ipad (oder deren nachfolger) wirklich erfolgreich werden. dann ists auch mit der buchinsel der seeligen vorbei.

Preger
15
27.2.2010, 19:44
So ein Tamtam,

bloss weil ein Fratz abschreibt. Schnell vergessen, und zurueck zur Qulitaet, bitteschoen!

Preger, Teilzeitkuenstler/In

linx
00
also ned so eng ...

... sehen?
no, i denk da z.b. an all die verbesserungsvorschläg von hacklern, die von den "eigentümern" des hacklers profitbringend umgesetzt werden und im allergeringsten fall das _copyright_ berücksichtigen. is mir öfters passiert. so isses eben im kapitalismus. ma wird bschissen, wenn ma ein nichts is;-)

Kyuss88
13
27.2.2010, 19:40

Ich halt das Mädl mitsamt dem Bild nicht aus!

linx
00
mir is heut ...

... der tschüssel übern weg grennt.
DAS is a schlag ins hirn!

Grüass eich god olle mitanonda
12
27.2.2010, 18:54
Es gilt selbstverständlich die

*Unschuldsvermutung*. Zu bemängeln ist auch, dass die Autorin als konkrete Person genannt und nicht anonymisiert wurde wie zB mit *das Hegemann/frau*.

A.B. Artig
 
00
28.2.2010, 10:10

Noe, denn die unschuldsvermutung gilt nur bis zur nachgewiesener Tat.

TomSim67
00
27.2.2010, 18:45

Der Text ist gut, aber das Internet ist kein gesetzloser Raum.

Leider wurde dieser Postingname schon vergeben
00
27.2.2010, 18:28
ich finde den roman nicht besonders gut -

ihren Stil zu schreiben - verstehe den Hype absolut nicht....

hilde peymann
03
27.2.2010, 16:58

es zählt die prominenz, das paris hilton phänomen. zuerst wird sie als original (!) genie verkauft, die biografische seite vermarktet (tod der mutter, der vater zb), dann stellt sich heraus: alles nur geklaut. woraufhin plötzlich von remix gesprochen wird (im kontrast zu ausgewiesenen zitatstellen im buch, deren genehmigung geholt wurde, also war es kein remix). zu guter letzt wird sich auf eine open source mentalität bezogen, ja aber dann bitte das buch ins netz stellen und nicht wie anno dazumal auf kohle und urheberrecht bestehen. sehr verlogen das ganze.

grün spinat
00
27.2.2010, 16:26

Armes mädl

linx
00
glaubi ned, die ...

... macht ordntlichs knödl inzwischen.

bixente uhudla
 
00
27.2.2010, 17:19

weil sie ideen stehlen muss?

thomasmorus
00
27.2.2010, 16:22
Der ganze Hype erinnert mich an des Kaisers neue Kleider

"Originalität gibt's nicht, nur Echtheit" rotzte die Göre frech. Demzufolge ist ihr Buch ziemlich unecht. Intertextualität ist letztlich nur ein Euphemismus für Plagiat, wie auch die NZZ sehr treffend feststellte.

Hegemann wird es schwer fallen, ihren mit unlauteren Mitteln erzielten Erfolg mit einem Nachfolgewerk zu wiederholen, denn beim nächsten Mal werden Verlag und Literaturagenten samt Rezensenten schon vorgewarnt sein.

Geilinchen
20
27.2.2010, 14:54

die schaut aus wie ein sachiger gasbock ...

zamora falk
12
27.2.2010, 14:38

...und tats endlich des schiache foto weg!

paradiselost
05
27.2.2010, 14:05
etwas nebensaechlich :-)

die FAZ hat sich die muehe gemacht, die aus dem blog von airen uebernommenen passagen dem original gegenueberzustellen - was dabei auffaellt, ist der sprachlich wesentlich bessere stil des originals. hegemann "vereinfacht" den text, schwaecht seinen rhythmus ab, scheint manchmal auch gerade diesen nicht zu erkennen...

es ist halt a gfrett mit den fruehreifen kindern von mehr oder weniger prominenten eltern: die sind in die clique ihrer spaeteren claqueure schon so hineingeboren, dass ihnen moeglicherweise das erlernen von selbstkritik und selbstzweifel schwerer faellt. beides sind wertvolle begleiterscheinungen - nicht nur - schreiberischer karrieren.

schad' um die junge frau. aber vielleicht findet sie ja auch noch eine eigene stimme?

rhaino
01
27.2.2010, 16:21

Das bittere daran ist, dass sich der Erschaffer der Zeilen wohl weiter seines unbezahlten und anonymen Bloggerlebens erfreuen kann, während Frau Hegemann vermutlich trotz Abschreibens schon einen gut dotierten Vertrag für ein Folgebuch in der Tasche hat.

paradiselost
00
27.2.2010, 16:36
dem ist nicht so

zum einen legte und legt der blogger airen grossen wert auf seine anonymitaet - u.a., weil er - wie er sagt - mit dem im blog beschriebenen kapitel seines lebens abgeschlossen hat und nun ein offenbar etwas buergerlicheres leben fuehrt; zum anderen ist sein buch "strobo" ja veroeffentlicht worden, wenn auch mit geringem erfolg. nun aber - und das scheint teil eines deals zu sein - wird das "original", u.zwar das buch (es gab ja 2 quellen fuer hegemann: buch und blog desselben autors), von hegemanns verlag ullstein neu aufgelegt als taschenbuch. und somit faellt ueber die umwegrentabilitaet eines solchen skandaelchens doch auch ein bisschen glanz und geld fuer den wahren urheber ab.

Wyle E. Koyote
12
27.2.2010, 13:01
polemisch gesagt

hat das dramaturgentöchterchen abgeschrieben (illegal kopiert) um das zeug später unter ihrem namen zu verkaufen.

während der "unbekannte jugendliche, ohne verbindungen" sich ein "paar lieder/spiele usw. saugt um sie zu konsumieren.

wer wird in grund und boden geklagt und wer kommt mit relativ leicht davon?

das zeugs (urheberrechte usw.) muss neu geregelt werden, im interesse aller - künstler und konsumenten - wobei die linien hier zunehmend verschwimmen.

Nur passiert das zur zeit hinter verschlossenen türen, und ich habe den eindruck, das interessiert auch niemanden... (gerade einmal 2 artikel im standard mit der suche nach ACTA gefunden)

paradiselost
01
27.2.2010, 16:58
wohl wahr,

aber mit dem urheberrecht in zeiten zunehmender automatisierung schlagen wir uns ja schon seit den end-80er jahren des vorigen jahrhunderts herum, nicht wahr? :-)

es ist gar nicht leicht, das urheberrecht aus linker - eigentumskritischer - perspektive zu begründen. das würde nämlich voraussetzen, den künstler als "kulturarbeiter" zu definieren, der nix zu verkaufen hat als seine kreatvität. und solchermaßen genauso von den nicht in seinem besitz befindlichen produktionsmitteln abhängig ist wie der idustriearbeiter. das wiederum hören weder der bürgerliche medienbetrieb gern noch so mancher künstler, der lieber dem nimbus des musengeküssten frönt.

die wahrheit ist: kunst ist eine gesellschaftliche aufgabe + müsste von ihr bezahlt werden.

datenPunk
02
27.2.2010, 12:56
super plan

die hats so weit gebracht, dass alles was sie macht (zb abschreiben) sofort zur manifestation einer neuen, tollen, modernen, hippen popkultur wird.

frech karotte
30
27.2.2010, 10:06
und zur frau helene

sie ist ja noch ein teenager. ja, sie provoziert, und sie regt auf. aber hey, das wollte sie doch. vielleicht war das ihre art zu rebellieren. ich bin froh für sie, dass sie es doch geschafft hat, in einer welt, wo es so schwer ist zu rebellieren, doch noch leute vor den kopf zu stoßen.

wie genial ihr roman ist weiss ich nicht, ich werde ihn nicht lesen. aber abkupfern ist in meiner welt nicht erlaubt, ich hoffe, das lernt sie daraus. hoffe ihr nächstes buch ist mehr selbstgeneriert als dieses hier, dann werden wir ja sehen! ich gebe ihr noch eine chance.

frech karotte
18
27.2.2010, 10:03
guter artikel. ich möchte gerne noch einen aspekt hinzufügen. den finanziellen.

diejenigen, die neues erschaffen, denen es dann geklaut wird, werden finanziell nicht unterstützt. was dazu führt, dass sie eine andere arbeit als hauptberuf ausüben werden. was wiederum dazu führt, dass weniger neues entstehen wird.
als designerin wäre es mir unendlich peinlich, wen meine arbeit keine originalität hat. allerdings juckt es mich öfters in den fingern, wenn ich ein wunderbares flickr-photo in hochauflösung finde, dass so perfekt zu meinem projekt passen würde … ja, und einmal habe ich eines verwendet. gratis. aber erst nachdem ich ein mail an den urheber in polen geschickt habe, und ihn um erlaubnis gebeten habe. er bekam dafür ein paar poster von mir, und sein name steht daneben. das ist nur fair!

Redwraithvienna
00
27.2.2010, 14:26
Das ist ja kein Drama ...

und wenn sie das gemacht hätte dann wäre das auch keine drama gewesen ... dann gäbe es einfach den hinweis "basierend auf texten von xy" im buch ... und alles wäre gut ... aber genau das ist ja nicht geschehen (am anfang) bzw hat sie es ja abgestritten ... und erst als es nicht mehr anders ging hat sie es zugegeben.

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