Ein Euro ist elf Schilling

Martin Putschögl, 26. Februar 2010 15:18
  • Artikelbild
    Montage: derStandard.at

Wir müssen neu umrechnen lernen

"Euro ist 13,7603 Schilling wert" - das schickte die APA am 31.12.1998 als "Blitz"-Meldung aus, was heißt: höchste Priorität. Seit damals, als ein paar Stunden später der Euro als Verrechnungswährung (und drei Jahre später dann sozusagen "in echt") eingeführt wurde, entspricht der Euro immer noch 13,7603 Schilling. Auf dem Papier, und in unseren Köpfen - dort wird außerdem immer noch großzügig auf 14 Schilling aufgerundet.

De facto müssten wir heute aber, unter Berücksichtigung der jährlichen Inflation, schon ganz anders rechnen. Warum? Weil wir den heutigen Preis eines Produktes mit dem Schilling-Preis in unserer Erinnerung gleichsetzen. Dieser alte Schilling-Preis berücksichtigt aber nicht die jährliche Teuerung, die der heutige Euro-Preis hingegen sehr wohl mitmachen durfte bzw. musste. Die Verzerrungen nehmen deshalb im Rahmen dieser falschen Umrechnung jedes Jahr zu - der Euro wird damit naturgemäß immer mehr zum "Teuro", weil er gegenüber dem alten, "eingefrorenen" Schilling immer mehr an Kaufkraft verliert.

Aber wie müssten wir dann rechnen? Ein Blick in den Wertsicherungsrechner auf der Website der Statistik Austria gibt Auskunft: Auf Basis des VPI 1996 haben die Verbraucherpreise von Jänner 1999 bis Jänner 2010 um 22,7 Prozent zugelegt. Das heißt, unsere Währung - egal, welche auch immer - hat seit damals mehr als ein Fünftel an Kaufkraft eingebüßt. Wofür man im Jänner 1999 noch 13,76 Schilling bezahlte, das würde heute exakt 16,88 Schilling kosten - rein statistisch natürlich.

Rechnet man diese Teuerung von den 13,7603 Schilling weg, dann hat man den entsprechenden Wert, der heute tatsächlich den in unseren Köpfen herumspukenden Schilling-Preisen entspräche. Das wären derzeit - unter Berücksichtigung der soeben bekanntgegebenen Jänner-Inflation - ziemlich genau 11,20 Schilling. Und es ist absehbar, dass sich dieser Wert noch im Lauf des heurigen Jahres auf elf Schilling absenkt.

Ungefähr elf Schilling also. Und damit ist nicht nur die "wahre" Kaufkraft-Entsprechung ausgedrückt - sondern auch noch viel einfacher zu rechnen. (derStandard.at, 26.2.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 173
1 2 3 4
Verbrecher schreibt man mit F!
14.08.2011 17:37
Der EURO ist die stabilste Währung der Welt!

http://andreaskhol.wordpress.com/2011/07/2... -der-euro/

Auch bei diesem Börsen Auf, Ab, hat sich der EURO gegenüber der Weltwährung Dollar nie unter 1 EURO = 1,40 Dollar bewegt!
Die Hetzer wie Strache sind politisch ganz unreif und es wird auch derzeit nach den hetzer polizeilich auf der Börse gesucht!

EURO Kurs derzeit
1.00 EUR = 1.42440 USD

Hier kann man selbst jeden Tag mehrmals nachsehen:
http://www.umrechnung.org/waehrunge... echner.htm

Also nicht immer alles glauben was so ein Gesöcks erzählt!

GreyPaladin
05.08.2010 10:35

also ich rechner immer nur mit 10 um.. und da kommt mir schon das grausen... die x4 auf 14 schenk ich mir da lieber.

José Atento
05.03.2010 08:19
Das Ablaufdatum des Euros in der jetzigen Form ist schon bekannt

Die Währungsreform ist schon, nach sehr kurzer Lebenszeit des Euros, in Vorbereitung.
Alle Sparer und Gläubiger werden ihre Geld verlieren. Das wäre nicht das erste Mal in der Geschichte. Österreich hat das bereits zwei Mal geschafft.

gnjw83rtn
19.03.2010 18:16

wann ist den ihrer meinung nach das ablaufdatum des euro ?
werden wirklich ALLE sparer und gläubiger ihr (ganzes?) geld verlieren ?

manfred derflinger
15.04.2010 23:08
so ein absurder Blödsinn

warumm lasst ihr euch immer noch von den ewig Gestrigen Angst einjagen. wir haben den Euro wie die Amerikaner den Dollar und AUS !

Wolfgang Altrichter
19.10.2010 00:17

Warumm mit 2 M, alles klar!

José Atento
21.03.2010 09:05
Auf das Wann wird bereits spekuliert,

abger natürlich ist es nicht möglich einen solchen Zeitraum ernsthaft abzuschätzen.

Totgesagte leben bekanntlich oft sehr viel länger, als man denkt. Besonders, weil es ja derzeit keine Alternative gibt.

Das Geldvermögen wird (langsam oder rascher ?) vernichtet werden. Viele gehen daher rechtzeitig in Sachwerte, die man nicht so einfach durch "Drucken" vermehren kann.

José Atento
05.03.2010 08:15
Naja, das ist lapidare Mainstream- Meinung

<De facto müssten wir heute aber, unter Berücksichtigung der jährlichen Inflation, schon ganz anders rechnen. >

Die Preisinflation ist doch massiv manipuliert.
Vergleicht man den Euro mit echten Werten wie Gold z.B. so hat dieser seit 2001 um 70% abgewertet.
Wer die Preisentwicklungen selbst beobachtet (Wohnungsbaupreise, etc.) wird noch immer 50% Geldentwertung bemerken.

Also 1 Euro ist sicher in der Kaufkraft nur mehr max. 7 alte ATS wert.

Hanomax
06.04.2010 11:08
Es könnte schneller gehen als wir denken ...

Wenn das Mega-Ponzi-Spielchen um den künstlich gedrückten Gold- und Silberpreis erst mal allgemein bekannt wird, ist Bernie Madoff im Vergleich dazu eine Randnotiz der Geschichte und die derzeitigen Papierwährungen schneller obsolet als Du zur Bank laufen und Papier gegen wahre Werte tauschen kannst.

José Atento
10.04.2010 11:09

ich muss ja nicht mehr zur Bank laufen ;-)
...sondern nur die Sachwerte verteidigen. Dazu benötigt man Waffen, die ich noch anschaffen muss.
Damit sollte ich mich vielleicht beeilen, richtig.

major grubert
07.03.2010 10:21
den goldwert

als echten wert zu bezeichnen finde ich gelungen.

José Atento
07.03.2010 19:10

Seit dem Jahr 2005 ist der Goldpreis in Euros um nicht weniger als 140% gestiegen.

Der Euro verliert also seit dem ca. 20% im Jahr gegenüber einem "stabilen Wert" wie Gold.
Das zeigt deutlich die enorme Schwäche des Euros.

Vermutlich wird 1 Oz. Gold heuer auf ca. 1.000 Euro steigen. Das wird interessant.
Die 1.000 $ wurden bereits durchbrochen.

José Atento
07.03.2010 19:02
Gold ist insofern ein echter Wert,

indem es wie eine Währung gehandelt wird.
Aber im Vergelich zu allen Papierwährungen ist Gold eine extrem harte Währung (nur +1,5% kommt im Jahr dazu!), an dem sich alle Fiat-Money Währungen messen müssen.

Werden die Papierwährungen zu stark inflationiert (Geldmengenausweitung), so tauschen diejenigen, die das verstehen, ihre Währung lieber in Gold ein, um die Kaufkraft der Ersparnisse zu erhalten. Das ist seit ca. 2000 zu bemerken. Der Goldpreis steigt stetig in allen Währungen.

Zu Beginn waren das nur die Gold-Bugs.
Jetzt springen bereits die Institutionellen Anleger (Hedge Fonds. etc.) auf. Der richtige Hype kommt jedoch, wenn der Nachbar von nebenan einsteigt. Das dauert noch ein paar Jahre.

Anton Friesl
01.03.2010 13:37
Ein Taschenspielertrick.,.

Wenn ich einen alten Schilling-1000er heute auf € umtausche, dann erhalte ich dafür nur 1000/13,7603 = 72,67 € und muss auch die heute gültigen Preise zahlen - also inklusive der Teuerung um 22,7 %. Da hilft mir eine Umrechnung auf 1 € = 11 Schilling nur im Traum.

. Diogenes
03.03.2010 13:22
Macht nichts, man muss nicht alles verstehen ;-)

Immer nie am Meer
01.03.2010 14:17
Selber Schuld

wenn sie 1000-Schilling im Kopfpolster "vergessen" anstatt sie bei einer Bank anzulegen (okay, bei der Entwicklung vielleicht doch keine gute Idee) oder sich darum was kaufen.

Jedenfalls: Hätten sie damals €72,67 in das Kopfkissen gelegt, könnten sie sich jetzt das gleiche kaufen wie wenn sie die 1000 jetzt wechseln, was eben weniger ist als damals. Das ist mit "Inflation" gemeint und war beim Schilling nicht anders als beim Euro.

Ob die Inflation ohne gemeinsamer Währung anders "verlaufen" wäre als mit, ist eine ganz andere Diskussion (die, m.E. nach für den Schilling schlecht ausgehen würde).

FILTERKAFFEE
01.03.2010 09:50
so schön war die zeit,

wie die bensdorp tschoklat no an schülling kost hot...

Wirtueller
05.08.2010 10:34

... und a Stollwerk fünf Groschen.

1975er Querdenkerin
28.02.2010 21:34

Warum wird die Inflation weggerechnet? Die hat schließlich zu den aktuellen Preisen geführt!
Und wieviel wäre der Schilling dann heute wert?

Wenn ich heute für etwas, das mich vor 11 Jahren S 13,76 gekostet hat, heute umgerechnet S 16,88 zahlen muß, dann heißt das für mich, daß ich mehr zahlen muß -> die Preise sind also (wenn für die Statistiker auch nur subjektiv) gestiegen.
Abgesehen davon, daß die Preise bereits vor der €-Einführung angehoben wurden, weil das danach ja verboten war...

Außerdem: wenn doch die Preise (statistisch) gesunken sind, dann sind das auch die Löhne - ergo bleibt entweder alles beim Alten (es wird nichts billiger aber auch nicht teurer) oder es hat sich für Otto Normalverbraucher alles verteuert!

griasdi
01.03.2010 08:22

nehmen wir an, irgendein fond hätte auf einen fallenden schilling gewettet dann wäre der schilling heute soviel wert wie die lira.

Sag' zum Abschied leise "Euro"
 
28.02.2010 21:18
Wodurch entsteht Inflation eigentlich?

Warum können die Preise nicht einfach stabil bleiben??

Ender Wiggin
01.03.2010 13:04
weil

geringe inflation wirtschaftpolitik durch zinspolitik erst möglich macht. Ohne Inflation würden die Leute in schlechten Zeiten ihr Geld daheim im Garten vergraben. Bei Inflation wissen sie, dass ihr Geld an Wert verliert, deswegen geben sie es lieber aus und bringen die Wirtschaft in Schwung. Gäbe es keine Inflation, wäre die Absenkung der Leitzinsen in Krisenzeiten noch weniger wirksam als sie es ohnehin schon ist

blubblub
01.03.2010 08:49
ganz einfach

Inflation ersteht durch ZINSEN.
Und da die Zentralbank das ganze Geld dass sie Drucken gegen ZINSEN verleihen, entstehen somit immer mehr Schulden.
Wenn die Zentralbank € 100 herleiht und € 103 zurück verlangt, dann müssen irgendwo her die € 3 kommen die in wirklichkeit niemals produziert wurden. Bezahlt muss es aber trotzdem werden. Deshalb muss das Geld gezwungenermaßen weniger Wert werden.
Inflation heisst nicht dass die Preise teurer werden.
Inflation heisst, dass das Geld weniger wert wird, da durch die ZINSEN immer mehr Geld im Umlauf ist. Geld das eigentlich garnicht existiert, nicht mal gedruckt, sondern blos erfunden wird.
Die Geldmenge wächst also exponentiell, aber die ressourcen leider nicht.. blöd

Meine Wenigkeit mit viel Senf
01.03.2010 07:56
Weil...

... die Leute immer mehr Lohn haben wollen, die Aktionäre immer mehr Gewinne, Bankkunden Zinsen usw. Dadurch steigen wiederum die Produktionskosten usw.

Da der Sachwert, den das Geld darstellt, in etwa konstant ist, muss es also eine Inflation geben, die das Geld abwertet. Gerät dies ins Missverhältnis, kommt die große Wirtschaftskrise...

Umgekehrt kurbelt mäßige Inflation die Wirtschaft an: Grob gesagt, bekommt jemand mehr Lohn, hat also (scheinbar) mehr Geld zur Verfügung, will er das auch ausgeben. Bleibt der Geldwert gleich oder steigt er sogar (Deflation), wird das Geld zurückgehalten, die Wirtschaft stagniert.

Dr. Seltsam
 
01.03.2010 12:56

Die Reallöhne steigen im Normalfall aber auch. D.h. Lohnsteigerungen sind auch Ausdruck der Produktivitätssteigerung und des allgemeinen Wirtschaftswachstums.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 173
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.