Australien droht Japan erneut mit einer Klage - und stellt ein Ultimatum
Sydney/Adelaide - Die Tierschützer der amerikanischen Organisation Sea
Shepherd haben ihre Verfolgung von japanischen Walfangschiffen in der Antarktis
für dieses Jahr eingestellt. Das Schiff der Aktivisten nehme wegen eines
Maschinenschadens Kurs auf die australische Insel Tasmanien, sagte der Sea-Shepherd-Gründer Paul Watson am Freitag. Die Walfangsaison in der Antarktis endet in
zwei Wochen.
Watson zeigte sich mit den Ergebnissen der Aktion zufrieden. Den japanischen
Walfangschiffen sei es drei Wochen lang nicht gelungen, einen Wal zu töten. "Wir
haben der japanischen Walfangflotte in diesem Jahr mehr geschadet als jemals
zuvor", so Watson.
Klagsandrohung
Australien will den umstrittenen Walfang im Südpolarmeer
stoppen und hat Japan vergangene Woche - erneut - ein Ultimatum gestellt: sollte das Land nicht
aufhören, jedes Jahr hunderte Wale zu angeblich "wissenschaftlichen" Zwecken zu
töten, will Australien klagen. "Wir fordern die Japaner auf, das jährliche
Abschlachten von hunderten Walen auf Null zu reduzieren", sagte Premierminister
Kevin Rudd.
Die australische Regierung wolle zuerst alle diplomatischen Mittel nutzen - bei der Xten Klagsandrohung war aber auch von einer Frist die Rede:
"Sollte das aber scheitern, werden wir vor Beginn der nächsten Walfangsaison im
November 2010 juristische Schritte einleiten." Die Drohung Australiens, wegen der japanischen Walfängerei den Internationalen
Gerichtshof in Den Haag einzuschalten, sei zwar "bedauerlich", sagte
Japans Außenminister Katsuya Okada vor Journalisten in Sydney. Der Streit belaste die Beziehungen zwischen beiden Ländern aber nicht. Sollte tatsächlich ein juristischer Streit ausgefochten werden, wolle seine
Regierung verdeutlichen, dass die japanischen Walfänger im Rahmen der
internationalen Walfang-Konvention handelten, sagte Okada.
Hintergrund
Der Walfang ist durch die Internationale Walfangkonvention von 1946 geregelt.
75 Länder haben sie unterzeichnet, darunter auch Japan. Die dazugehörige
Walfangkommission verhängte 1986 ein Moratorium gegen den Walfang. Ausgenommen
sind Fänge zu wissenschaftlichen Zwecken, die Japan immer vorschützt. (APA/apn/red)