Vor 45 Jahren starb der schwarze US-Bürgerrechtler Malcolm X. In den 90ern wurde er zum Mythos - die Hip Hop-Kultur entdeckte ihn wieder. Ansprachen von ihm wurden in Raps gesampelt, sogar der damalige US-Präsident Bill Clinton trug eine schwarze Kappe mit dem großen weißen „X". Spike Lee verfilmte sein Leben mit Denzel Washington in der Hauptrolle. Danach verflüchtigte sich der Hype. Was ist von seinem Leben heute noch präsent? Leider muss ich sagen: In den verschiedenen muslimischen Communities ist der Rassismus, den Malcolm X überwinden wollte, heute noch immer zu spüren.
Die "besseren Muslime"
Einige Beispiele: Ein muslimischer Lehrerausbildner behauptete in einem Institut vor den versammelten SeminarteilnehmerInnen, dass „ die Türken" die besten Muslime seien. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem türkischen Studienkollegen, der mir erklärte, warum seiner Meinung nach in diesem Institut in dem einen Raum „die Araber" und im anderen „die Türken" beten würden. Ich kann auch nicht vergessen, wie mir dort auf einmal als nichttürkischer Student bestimmte Räumlichkeiten für die Gebetswaschung nicht mehr zu Verfügung standen.
Tradierte Vorurteile
Ähnliches wiederholt sich heute im Klassenzimmer mit meinen SchülerInnen.
Bestürzend ist die Tatsache, dass sie im Unterricht zwar eigene Diskriminierungserfahrungen thematisieren, aber kein Mitgefühl für andere Opfer von Diskriminierung entwickeln können. Es schmerzt, wenn im Religionsunterricht junge muslimische SchülerInnen darauf beharren, dass Roma Menschen zweiter Klasse seien. Mazedonische Albaner schimpfen über die türkischsprachige Minderheit in Mazedonien, die das Albanertum verleumden würden.
Auch Konflikte zwischen kurdisch- und türkischsprachigen SchülerInnen kommen immer wieder vor. Sie schwelen dahin, und bei aktuellen tagespolitischen Ereignissen werden sie auch im Klassenzimmer laut und manchmal heftig verbalisiert. Die Vorwürfe untereinander sind beliebig austauschbar mit jenen, die sich manchmal auch gegen sie als Minderheit richten und seit jüngster Zeit gegen eine nicht existenten monolithischen Block: „die Muslime".
Immer neue Underdogs
Die hierarchisch als tieferstehend betrachteten Minderheiten wechseln. Einmal sind es die Hasara, welche von SchülerInnen mit afghanischem Hintergrund abwertend betrachtet werden, dann wird „den Bosniaken" vorgeworfen, keine aufrichtigen Muslime sein zu können, den Arabern wird Verrat an den Osmanen vorgehalten und ein Teil arabischsprachiger Muslime äußert sich abwertend über „die Maghrebiner" - und so weiter.
Das spiegelt sich auch in den Moscheevereinen und deren Abspaltungen wider. Ein anderer kleiner Teil aber ist davon überzeugt, dass hinter allen Unbill am Ende doch „die Juden" stecken. Diese äußert sich in Form des schwachsinnigen Boykotts von Produkten wie „Ariel" oder Discounter-Filialen, die angeblich den Krieg gegen die Palästinenser mitfinanzieren würden.
Ausgrenzung zur Identitätsgewinnung
Es ist schmerzhaft, darüber zu schreiben, dass wir Muslime uns in dieser Gesellschaft zunehmend marginalisiert fühlen, gleichzeitig aber - oder vielleicht genau deswegen - exklusivistisch agieren. Der Psychoanalytiker Erikson konstatierte bei in ihrer Identität erschütterten Jugendlichen einen Hang zur Ausgrenzung anderer, um so ihre Identität zu sichern. Die Shell-Jugendstudie beschrieb dieses Verhalten bei den „robusten Materialisten", also bei deutschen Jugendlichen, die sich gesellschaftlich benachteiligt fühlen und zum Rechtsextremismus neigen. In meinem Alltag nehme ich das als Überbetonung der Ethnie und manchmal aggressive Ausgrenzung und Abwertung des jeweils „Anderen" wahr. Das versteckt sich manchmal in verletzenden Witzen, Zuschreibungen oder in einer entsetzt gestellten Frage: "Stimmt des wirklich, ihre Ehefrau is a Schwabo?".
Achtung, Coca Cola!
Es ist immer das gleiche Schema, mit dem man gegen „die Anderen" mobilisieren kann. Seien es die seit Jahren kursierenden Kettenmails, dass man wegen Muslimen in Schulen nicht mehr „Grüß Gott" sagen und keine Kruzifixe aufhängen dürfte oder Kettenmails, welche die Muslime vor „Coca Cola" warnen, weil dies eine versteckte Botschaft in arabischer Schrift enthalte: „kein Gott, kein Muhammad", womit bewiesen wäre, dass „die Amerikaner" sich gegen „die Muslime" verschworen hätten. Schockierend dabei ist, dass das System „wir" gegen „die Anderen" stets funktioniert und unreflektiert reproduziert wird, auch in den muslimischen Communities.
Malcolm X alias Malik el-Shabazz, einst Frontmann der rassistischen „Nation of Islam", hatte auf seinem Wege der Emanzipation den des separatistischen Nationalismus eingeschlagen. Das persönliche Zerwürfnis mit der Organisation und seine Reisen in Teile der muslimischen Welt zeigten ihm, dass er einen Irrweg eingeschlagen hatte. Nicht Nationalismus und Rassismus, sondern deren Überwindung wurden zu seinem Ziel, das ist sein Vermächtnis, und es kostete ihm das Leben. Sein Vermächtnis ist heute kaum zu spüren. (derStandard.at, 1.3.2010)
Zur Person
Moussa Aboumansour ist Pädagoge und in der Erwachsenen- und Lehrerfortbildung tätig. Er lebt in Linz.
Staaten sollen sparen, lautet derzeit der Tenor. An falschen Faktoren zu sparen ist kontraproduktiv - Von Paul Kellermann
Ausländer wollen sich nicht integrieren, sondern richten sich in Parallelgesellschaften ein – richtig oder falsch? Von Bogumil Balkansky
Die FPÖ fährt derzeit eine Doppelstrategie und bedient zwei Generationen gleichzeitig in ihren jeweiligen Feindbildern
Wieviel Deutsch braucht man um sich in diesem Land erfolgreich zu integrieren?
Das in Prag unterzeichnete Abrüstungsabkommen ist in vielen Bereichen enttäuschend - Von Gerhard Mangott
In Kärnten ist oft jemand anders schuld: Ein Gutachten soll nun zeigen, dass Afrikaner voreilig aus Fenstern springen
Ein wesentliches Element einer ökologischen Steuerreform - die Verwendung des Aufkommens - fehlt in der derzeitigen Diskussion schmerzlich - Von Michael Getzner
Selbst Rechtspopulisten haben erkannt, dass Österreich eine Zuwanderungsgesellschaft geworden ist - von Jan Kalor
Zynisch ist, wer meint, der Einzelne könne durch Steuerung seines Konsums selbst bestimmen, wie hoch sein Steuerbeitrag sein soll
Oder: Die Neidgesellschaft auf der sozialen Hängematte - Von Paul Kellermann
Freiheit in der bürgerlichen Gesellschaft und Produktivität ihres wirtschaftlichen Handelns sind mit Unfreiheit und Destruktivität untrennbar verbunden - Von Paul Kellermann
"Uni brennt!" steht für eine Bewegung, die aus dem neoliberalen Zeitgeist aussteigen will und sich dem Effizienzdenken in der Bildung verweigert - Von Judith Schacherreiter
Tiefer Kursverfall und starker Anstieg: Ähnlich der Entwicklung der Banken verlief die der Börsen - Von Paul Kellermann
Auschwitz ist auf der geistigen Landkarte Österreichs nicht zu finden - von Adalbert Wagner
Schwarze und Roma dürfen im österreichischen Kabarett beleidigt werden, und man nennt das "Ironie" - von Simon Inou
Es wäre an der Zeit, dass Juden und Muslime an ihre positive Geschichte wieder anzuknüpfen beginnen - Von Tarafa Baghajati
Es geht den aufbegehrenden Studenten in erster Linie um die Verwirklichung des verfassungsgesetzlich garantierten Grundrechtes auf Wissenschaftsfreiheit
Die Stadt Wien will obdachlose EU-BürgerInnen zur Rückkehr bewegen - dieser Umgang mit "Landstreichern" hat eine lange Tradition
Für Geld tun die meisten Menschen fast alles, ohne Geld fast nichts - Von Paul Kellermann
Am 8. Dezember feierte die EU-Piratenmission Atalanta vor der Küste Somalias einjähriges Jubiläum - Einen Tag zuvor wurde sie endgültig für weitere zwölf Monate verlängert - Doch die kostenintensive Schiffsbegleitung segelt an den Symptomen vorbei
Pensionszahlungen für eine ferne Zukunft zu errechnen, gleicht der Fehlleistung der Schildbürger - Gedanken zum "scheiterndem Generationenvertrag" von Paul Kellermann
Wie Vizekanzler Pröll 17 Prozent der österreichischen Bevölkerung ausschließt und was die Konsequenzen daraus sind - Von Simon Inou und Béatrice Achaleke
Die Strategie für den Schuldenabbau reduziert sich auf finanzielle Maßnahmen, der Aufrechterhaltung der öffentlichen Versorgung dient sie nicht - Von Paul Kellermann
... und was die SPÖ-Linke dazu beitragen kann - Von Rudolf Fußi
Durch Hassparolen und Hetze werden Gefühle von Menschen, deren Glauben bzw. deren Herkunft eine andere ist, verletzt - Von Mouhanad Khorchide
Anmerkungen zur Presseaussendung des "Vereins für Menschenrechte" - Von Tina Leisch
Würden Funktion und Möglichkeit von Geld wirklich verstanden, würde sich öffentliche Wirtschaftspolitik als "Arbeitsmarktpolitik" nicht auf den Arbeitsmarkt konzentrieren - Von Paul Kellermann
Je länger über das "Bürgergeld" diskutiert wird, desto verengter ist der Blick - Von Paul Kellermann
Trotz der erheblichen Irritationen zwischen Russland und der USA sind beide Staaten weiterhin an einer Abrüstungsinitiative interessiert - Von Gerhard Mangott
Das Finanzsystem muss der Gesellschaft dienen, nicht umgekehrt - Von Karin Küblböck
Arbeit als kostbares Gut bezeichnen kann nur jemand, der Arbeit mit der Chance auf Einkommen verwechselt - Von Paul Kellermann
Sollen Asylsuchende in Österreich finanziell überleben dürfen? Die Innenministerin ist dagegen - von Kerstin Kellermann
Fiktive Hochrechnung macht fiktive Milliardäre - Von Paul Kellermann
Der zunehmende ökonomische und ökologische Druck spricht dafür, dass ein Kurswechsel zu mehr Marktregulierung und sozialer Gerechtigkeit in der Luft liegt - Von Gerald Mader
Noch dazu in einem naturwissenschaftlichen Fach? Diese Fragen stellen sich im Moment viele Studierende und MaturantInnen
Über eine auf Geld und Moral beschränkte Diskussion - Fremde Feder von Paul Kellermann
Eine Replik auf Armin Assinger, der ungewollt der indischen Kritik an dem Film recht gibt - Von Bernhard Obermayr
Bei der Frage, in welche Richtung die EU-Integration gehen soll, scheiden sich die Geister - Eine Fremde Feder von Gerald Mader
"Millionenshow"-Moderator: Ein Autogramm eines Fernsehstars ist schon den Sprung in die vollgefüllte Latrine wert
Geld ist Mittel zum Erfolg des Wirtschaftssystems, nicht sein Zweck - Von Paul Kellermann
Rechtsstaatlichkeit macht endlich vor nationalen Grenzen nicht mehr halt - Eine fremde Feder von Georg-Sebastian Holzer
Ednan Aslan sollte selbst einen Entwurf vorlegen, fordert Abu-Subhieh Daniela
Die Diskussion um zweisprachige Ortstafeln verdeckt den Blick auf andere Probleme der Kärntner Slowenen / Koroški Slovenci - Von Tanja Malle
Frauenförderung ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern eine ertragreiche Investition - Ein Gastkommentar zum Frauentag von Hillary Clinton
Die Wählerschaft ist die wahre Parteibasis - Von Christoph Chorherr
Für Viktor Juščenko brechen jetzt wohl eher kalte Zeiten an - Eine Fremde Feder von Gerhard Mangott
Nun, da der amerikanische Präsident einen klaren Bruch mit der Praxis seines Vorgängers vollziehen will, lassen ihn die europäischen Regierungen im Stich - Von Phillip Sonderegger
So paradox es klingt, die gegenwärtige Lage stellt de facto eine Entpolitisierung der bilateralen Gasbeziehungen im GUS-Raum dar - Von Andreas Goldthau
Der Verzicht der EU auf iranisches Gas wäre ein törichter Beitrag zur Errichtung eines Gaskartells - Eine Fremde Feder von Gerhard Mangott
Mit den Ergebnissen können Bildungsforscher zeigen, wo Handlungsbedarf besteht - Von TIMSS-Projektleiterin Birgit Suchan
Nun rächt sich, dass die EU nahezu ausschließlich die Diversifizierung der Gaslieferländer und die Diversifizierung von Gasversorgungsrouten aus dem nicht-russländischen Raum vorangetrieben hat - Eine Fremde Feder von Gerhard Mangott
Nun wissen wir also, was sich Maria Fekter unter humanitärem Aufenthalt vorstellt - Für binationale Ehepaare sind ihre Kriterien Spott und Hohn - von Angela Magenheimer
Helmut Zilk: Gestalter, Mediator und Populist - Öffentlichkeit war für ihn eine Medizin - Von Erhard Busek
Eine unendliche Geschichte: die Umsetzung eines Kollektivvertrags für Universitätsbedienstete - Fremde Feder von Stefan Schön
Eine Replik auf die Luxus-Lebensmittel-Liste Faymanns von Christoph Chorherr
Die Anerkennung der Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens ist überraschend - Von Gerhard Mangott
Russland hat(te) in der gegenwärtigen Eskalationsstufe keine andere Wahl als militärisch gegen die georgischen Einheiten vorzugehen - Von Gerhard Mangott
Die Ikone des Widerstands gegen das südafrikanische Apartheid-Regime, der Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, ist 90 Jahre alt - Von Simon Inou
Wenn Barack Obama gewählt wird, wird er zum ersten Schwarzen, der eine westliche Demokratie führt - Eine Fremde Feder Simon Inou
Nichts fällt leichter als auf einen am Boden liegenden hinzutreten - Eine Fremde Feder von Rudolf Fußi
Suuper, was für ein qualifizierter Kommentar! Bei manchen Leuten wird man das Gefühl nicht los, dass sie ihren Tagesfrust abends in Internetforen rauslassen. Ich wär' froh, wenn sich diese gefrusteten Menschen stattdessen in Boxvereinen austoben würden. Damit wäre uns allen geholfen ...
Der Artikel ist sehr gelungen u. entspricht leider der Wahrheit. Gut, dass dies angesprochen wird! Es ist erschütternd, dass unter uns Muslimen, die wir doch durch das Wissen um den Einen barmherzigen Gott (swt) u. den Proph. Muhammed, der mit so vielen wegweisenden Beispielen als Vorbild der Toleranz u. Güte dienen könnte, einige Menschen sind, die erschreckend rücksichtslose Kommentare über Andere - auch über ihre Glaubensschwestern u. -brüder - von sich geben. Ganz besonders abartig sind Kommentare wie "Sie/er ist ein schlechter Muslim", "Ach, der ist Maliki/Hanafi/Shafi/Hanbali/...", "Sie trägt ihr Kopftuch so oder so/Sie trägt gar kein Kopftuch/so enge Jacken, die ist doch keine Muslima." Es ist allein Gottes Recht, dies zu beurteilen!
Der Mensch in seiner Eigenschaft als Herdentier neigt immer dazu, sich mit "seiner Gruppe" als Benachteiligter zu gefallen. Nichts befriedigenderes kann er finden, als sich mit seinen Nächsten in der Position des "ungerecht Behandelten" zu wähnen.
Und dieses Phänomen ist keineswegs auf religiöse Gruppen beschränkt.
Innerösterrechisch gab es dieses Phänomen selten extremer als zur Zeit der "Sanktionen", als sich die überwältigende Mehrheit der Österreicher in der Rolle der "ungerechtfertigterweise Diskriminierten" zu befinden glaubte und dieses Gefühl des "Opferdaseins" weidlichst genoss und plötzlich ohne zu hinterfragen das Geheul eines Jörgis nachahmte.
FPKZÖ setzen auf dieses Phänomen seit Jahren-und zwar ausschliesslich. Resultat:40%+
Im Artikel steht euphemistisch "starb". In seiner ersten Phase, als Anhänger der "Nation of Islam", kann man Malxolm X wohl Rassismus vorwerfen, später distanzierte er sich deutlich von dieser Organisation und ihren Ideen. Kein Wert dazu im Artikel. Das zum einen. Wie andere schon schrieben, der Zusammenhang zu den anderen Themen ist recht gekünstelt, plötzlich taucht der Name Erik Erikson auf usw. Letztlich ist der Artikel ein recht wirres Elaborat.
Im letzten Absatz steht klar: "Nicht Nationalismus und Rassismus, sondern deren Überwindung wurden zu seinem [Malcom X's] Ziel, das ist sein Vermächtnis, und es kostete ihm das Leben."
Also bitte erst zu Ende lesen und nicht einfach nach dem ersten Absatz drauflos kritisieren!
der nation of islam hinter sich gelassen hat. vielleicht solltest du ihn erst einmal vollständig lesen.
erikson kommt ins spiel, weil sich der artikel um ausgrenzung der "anderen" dreht, genau das behandelt erikson.
also ich vermute, du hast den ganzen artikel nicht vollständig gelesen und wenn, dann nicht vollständig erfassen können oder fühlst dich ertappt.
Abwendung von Stereotypen, Vorurteilen...
Daher finde ich die Feststellungen des Autors für islamisch geprägte Gesellschaften auch nicht überraschend...
Abgesehen davon habe ich aus persönlichen Erfahrungen den Eindruck, dass in vielen der erwähnten Länder (Türkei, Pakistan...) nationale Chauvinismen quasi zur Staatsideologie gehören und auch in Schulen etc. eher gefördert als hinterfragt werden.
auch wenn ich vielem (v.a. in der mitte) zustimme, aber den zusammenhang mit malcolm X überreiße ich nicht ganz - vor allem, da sich der großteils des kommentars um (nicht afroamerikanische) muslimInnen in österreich und deutschland dreht, die in kaum einem zusammenhang mit malcolm X stehen. denn malcolm X ist als symbol wohl in erster linie eine afroamerikanische figur und viel weniger (obwohl moslem) eine muslimische.
dervzusammenhang ist folgender...
vor seiner mekka-reise war malcolm x ein glühender moslem,aber auch ein durchaus rassistischer afroamerikanischer nationalist(die nation of islam war in den usa damals eine rein schwarze angelegenheit)
nach seiner mekka-reise war malcolm x immer noch überzeugter muslim,den rassismus und nationalismus hat er aber hinter sich gelassen...
der autor wünscht sich einen ähnlichen lernprozess für die in europa oder in islamischen ländern lebende muslime...
Es geht um Malcolm Xs Reise, bei dem im "echte" Muslime erklärt haben, dass das was er bei der Nation of Islam gelernt hat falsch ist und der echte Islam tolerant usw. ist. Daraufhin wurde Malcolm X ein toleranter "echter" Muslim. (-- und anscheinend sind halt viele Teilnehmer des muslimischen Religionsunterrichts in Österreich untereinander nicht so tolerant wie Malcolm X)
Steht zumindest so in seiner Autobiographie.
malcolm x machte in seinem leben einige wandlungen durch...zunächst vom kleinkriminellen und zuhälter zum militanten und rassistischem nation of islam-fundi,und von dort weiter zum eher gemässigten bürgerrechtler...
ist bis heute ja nicht ztur gänze geklärt wer hinter seiner ermordung steckt-die geheimdienste oder ehemalige noi-fundis die ihm seine abkeher vom militanten schwarzen nationalismus nicht verzeihen konnten...
ja Malcolm war radikal - aber mit zunehmendem Alter und zunehmendem Einblick in die NOI wuchs sein Unbehagen mit der Ideologie eines Elijah Muhammad - und er lehnte sich so sehr dagegen auf, dass sein einstiger Mentor ihm Sprechverbot erteilte, an das Malcolm sich nicht hielt.
spätestens als er dann zu einer Pilgerreise nach Mekka aufbrach, war er geläutert und kam vom nationalistischen Islam bzw. von der Überlegenheit der Schwarzen ab.
Malcolm hat sicher viele Dinge gesagt, die Unsinn waren - doch im Gegensatz zu anderen hat er es erkannt!!!
vielleicht mal versuchen mit: http://en.wikipedia.org/wiki/Malcolm_X
man kann dort wirklich gute, ordentlich recherchierte Sachen finden. und der Artikel über Malcolm X ist echt ok, vor allem weil es auf Deutsch keine Solobiographie gibt.
aber, um zu beruhigen :-)
http://www.amazon.de/Martin-Lu... 616&sr=8-2
gutes Buch!!
nachdem er den rassismus am eigenen leib erlebt und ihn später zu seiner ideologie gemacht hat, hat dieser bemerkenswerte mensch esdoch geschafft, seinen horizont zu öffnen und seine meinung zu ändern!
auch wenn er aufgrund seiner ermordung nur mehr knapp ein jahr zeit hatte, seine neue überzeugung auszuleben, gehörten zum zeitpunkt seines todes schon schwarze, weiße, demokraten,repuklikaner, sozialisten und andere aktivisten wie martin luther king zu seinen freunden. wenn das kein gutes beispiel ist!
es war auch nicht in meinem sinne den "black nationalism" zu werten. malcolms wandel zu "el-Shabbaz" ist erst spät erfolgt und war meiner meinung nach mehr von persönlicher bedeutung, als er gesellschaftlichen impact haben konnte. am meisten einfluss hatte er wohl als aushängeschild der "nation of islam" als "gegenspieler" kings.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.