"Witz", "Skandal", "Unfairer Wettbewerb"

26. Februar 2010, 12:22
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    foto: apa/epa/seeger

    Die chancenlosen Jason Lamy Chappuis und Felix Gottwald klatschen trotz allem Ärger ab. Gold hatten sie schon zuvor gewonnen.

Nicht nur Felix Gottwald kritisierte das Durchziehen der Konkurrenz in der Nordischen Kombination bei immer schlechteren Bedingungen - US-Doppelsieger zufrieden

Whistler - Die besten fünf Athleten im Weltcup der Nordischen Kombination waren in der Windlotterie im olympischen Großschanzenbewerb chancenlos. Entsprechend hart war die Kritik von Jason Lamy Chappuis (18.), Magnus Moan (15.), Felix Gottwald (17.) und Co. an der Jury, der auch der Österreicher Günter Csar als Technischer Delegierter angehörte. Die US-Amerikaner sahen es nach dem Doppelsieg durch Bill Demong und Johnny Spillane natürlich anders.

Die Kommentare der Besten, die um ihre Chance gebracht wurden und vor dem Langlauf aussichtslos zurücklagen, sprachen für sich. "Dann kommt so ein Wettkampf, wo die Jury im Warmen sitzt, sich hoffentlich keine nassen Füße geholt hat, aber die besten Athleten des Weltcups sind ganz klassisch vorgeführt worden. Da hat man einfach null Chance gehabt", ärgerte sich Gottwald nach seinem letzten Olympia-Einsatz.

"Ein unfairer Wettbewerb"

Der Norweger Moan sprach von einem "Witz" und Normalschanzen-Olympiasieger Jason Lamy Chappuis aus Frankreich meinte, die Jury wollte den Bewerb um jeden Preis durchziehen. "Auch auf Kosten der letzten Fünf. Sie haben die Ampel auf Grün geschaltet, ohne auf den Wind zu schauen." Der deutsche Bundestrainer Hermann Weinbuch, dessen Schützlinge Eric Frenzel und Tino Edelmann betroffen waren, erklärte, man hätte gar nicht springen dürfen. "Das war ein unfairer Wettbewerb, der nichts mit Olympia zu tun hatte."

Noch härtere Worte fand der französische Coach Nicolas Michaud. "Das ist ein Skandal. Heute hätten wir gar nicht aufstehen müssen. Wir hätten im Bett bleiben und einen Lottoschein kaufen sollen."

"Das ist ein Freiluftsport"

Spillane ließ sich die Freude an seiner dritten Silbermedaille dadurch nicht nehmen. "Die letzten Fünf oder Zehn hatten auch schon oft die besten Bedingungen. Das ist ein Freiluftsport, das gleicht sich immer aus", meinte der US-Amerikaner. "Es war sicher sehr schwierig, aber es war immer noch ein Wettkampf." Er hatte als Achtletzter noch gute Bedingungen vorgefunden, bei Pavel Churavy (CZE) und Mario Stecher wurde es schlechter und die letzten Fünf waren vor vornherein chancenlos.

Die FIS-Verantwortlichen argumentierten, die Windstärke habe sich stets im festgelegten Korridor bewegt. "Bei so schwierigen Bedingungen kann nicht jeder einen perfekten Sprung haben. Manchmal hat man Glück, manchmal nicht", wurde Csar von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. FIS-Renndirektor Ulrich Wehling gab freilich zu, dass auf der Schanze nicht alles regulär abgelaufen war: "Dieses Springen war für uns kein Ruhmesblatt, aber die Situation war auch nicht so, dass man nicht hätte springen können. Wir waren in dieser Saison von der neuen Windregel verwöhnt. Dass die hier nicht angewandt werden konnte, traf uns mit voller Härte."

Die US-Boys jubelten nach dem Doppelsieg über ihre erfolgreiche Taktik im Langlauf. "Es war ein guter Tag für das Teamwork", sagte Demong, der erste Kombinations-Olympiasieger der USA. Er lobte auch Doppel-Weltmeister Todd Lodwick, der in der Verfolgergruppe erfolgreich versucht hatte, das Tempo herauszunehmen. "Diese Erfolge werden der Kombination in den USA mehr Fans, mehr Aufmerksamkeit und hoffentlich mehr Geld bringen." (APA)

 

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Posting 1 bis 25 von 59
1 2
Iglaubjo
016
26.2.2010, 21:23
Hut ab vor Felix Gottald!

Hab' ehrlichgesagt mit dem Hype um den Typen nie was anfangen können. Fand es auch ganz nett, daß er wieder antritt.
Aber gestern hat er mich begeistert. Nach einem derart besch*ssenen Springen als 36. am Start sagte er im Interview, daß er dankbar sei die Höhen im Sport erlebt haben zu drürfen und nun eben die andere Seite kennen zu lernen. Er werde beim Langlauf alles geben.
Und? Beste Laufzeit - von 36 auf 17 gerannt. Gratuliere, das ist eine Einstellung. Nicht so wie Herr Streitberger, der sich als 20. zu gut für den Slalom war. Respekt vor Felix Gottwald, der sich nicht zu schade war alles zu geben, obwohl er nie den Funken einer Medaillenchance hatte. So eine Einstellung wünsche ich mir auch bei den anderen ÖSV-Athleten!

Lat Werge
82
26.2.2010, 20:54
Ausser Jammern haben die Ösis wohl nichts zu tun in Vancouver.

Pannonia Jack
00
27.2.2010, 10:12
Selektive Wahrnehmung?

spoiled ballot
01
27.2.2010, 02:30

Der deutsche Bundestrainer Hermann Weinbuch, dessen Schützlinge Eric Frenzel und Tino Edelmann betroffen waren, erklärte, man hätte gar nicht springen dürfen. "Das war ein unfairer Wettbewerb, der nichts mit Olympia zu tun hatte."

biggathan
00
26.2.2010, 23:29

und die Deutschen, Franzosen, Finnen fanden den Bewerb toll...oder was?

sabber
81
26.2.2010, 20:24
Immer

sind die anderen schuld.

biggathan
03
26.2.2010, 18:03
Es ist den Athleten hoch anzurechnen, dass sie noch am Laufbewerb teilgenommen haben...

...ein Starterfeld mit 15 Läufern wäre für die Jury ein höchst peinliches Erlebnis gewesen.
Frenzel + 3:31 (WC 3.)
Gottwald +3:13 (WC 2.)
Lamy Chappuis +2:22 (WC 1.)

epep
143
26.2.2010, 17:01
haetten sie gewonnen und die us-amerikaner verloren und von wegen "witz", "skandal", "unfairer wettbewerb" gesprochen - was dann?

aber ja alles ist eine verschwoerung gegen oesterreich, bei der bindung haben sich ja auch alle gegen das arme, kleine und doch so brave oesterreich verschworen - minderwertigkeitskomplexe, darin ist oesterreich seit der monarchie weltmeister und olympiasieger in einem..

LL MM
02
26.2.2010, 20:31

Ein Wunder, dass die Österreicher den Teambewerb gewonnen haben. Haben sie doch auf ihre Landsleute Moan, Lamy Chappuis, Edelmann und Frentzel verzichtet und sind trotzdem siegreich geblieben. Dass Hermann Weinbuch für den ÖSV arbeitet, war sicher der Schlüssel zum Erfolg.

princeps legibus solutus
12
26.2.2010, 17:48
wenn jemand einen minderwertigkeitskomplex hat,

dann sind sie es. aus reflex heraus auf die eigenen sportler zu schimpfen, ohne nur annähernd den hauch einer ahnung zu haben, ist nämlich auch nicht normal.

wir haben ja nach den amis am meisten profitiert, immerhin noch bronze, warum sollte sich unsere teamführung besonder aufregen. trotzdem war der wettkampf eine frechheit...

96%
05
26.2.2010, 17:17

so wie ich den artikel verstanden habe, sind's ja nicht nur die österreicher, die sich aufregen. oder haben Sie was anderes gelesen.

Club-der-dichten-Toten
02
26.2.2010, 17:14

Sie haben aber schon gelesen, dass alle von unfairen Bedingungen gesprochen haben, oder? Halt alle, ausser den Amerikanern.
Das hat mit Österreich nix zu tun.

Das Springen war eine Frechheit. Ganz einfach.

Jacksonson6
01
26.2.2010, 17:02

Also ich wuerd einfach den Artikel nochmal lesen und feststellen das die Oesterreicher bei weitem nicht die einzigen sind die sich hier aufregen.

AC Milan!!
02
26.2.2010, 16:10
Freiluftsport ist gut und schön,

aber wenn die besten Athleten 0 Chancen auf eine Medaille haben, hat das mit Fairness bzw. Sport nchts mehr zu tun. Ich bin eigentlich überzeugt, dass Gottwald eine Chance auf Gold gehabt hätte.

Selbiges gilt auch in Riesentorlauf, da hatten die letzten 5 Fahrerinnen aufgrund des Nebels auch keine Chance mehr.


Nächstes Mal sollte man einfach so lange warten bis die Verhältnisse wieder besser werden bzw. die 5 Springer am nächsten Tag springen lassen bzw. das Springen neu austragen.


Sich einfach denken, 90% haben die gleichen Verhältnisse gehabt und die restl. 10% haben halt ein Pech gehabt, geht definitiv nicht. Entweder Chancengleichheit für alle oder....

mute_conspiracy
00
26.2.2010, 16:08

Hat der französische Coach Nicolas Michaud ne Trafik im Schlafzimmer oder was?

Autobahnraser
03
26.2.2010, 15:38
Herzlichen Glückwunsch

zuerst an Berhard Gruber mit dem 3. Platz.

Auch an Felix Gottwald, der in der Loipe eine 24:29 lief !!!!! (Demong 24:46 / Spillane 25:02 / Moan 24:48 / Manninen 24:49)
Wahnsinnsleistung was wäre das für ein toller Wettkampf geworden ohne das Katastrophenspringen!

Österreicher - der Beste aller Europäer
40
26.2.2010, 15:02

Wir bleiben die Besten, komme was wolle Frau Holle! Das macht einen Österreicher aus, zu wissen man sei der Beste, auch wenn die Anzeigetafel dieses Bild aufgrund äußerer Bedingungen nicht immer widerspiegelt.

Dr. 2Much
41
26.2.2010, 15:02
"Man muß auch mal verlieren können", sprach

Herr Gottwald, Felix anläßlich der Bindungsdiskussion um Ammann*. Nun sollte er sich diese seine eigenen Worte doch gründlich zu Herzen nehmen und uns zeigen, WIE man richtig verliert.
Auch sollte Verständnis für die FIS aufgebracht werden, die sich noch die Goldmedaille in der Disziplin "Bedenklichster Sportverband" holen kann, auch wenn Bob und Rodel ihr hart zusetzen.

Club-der-dichten-Toten
13
26.2.2010, 17:16

Gottwald ist ein durch und durch fairer Sportler, der sehr gut anerkennen kann, wenn jemand besser war. Er ist ein wirklich guter Verlierer, aber was da gestern auf der Schanze los war, war wirklich eine Frechheit.

Die Besten waren von vornherein chancenlos, die hätten zum Laufen gar nicht mehr antreten müssen. Derartige Unterschiede nach dem Springen gab's im vorderen Bereich noch nie.

Die Jury hat schlicht und einfach vollkommenen Mist gebaut, das muss man als Sportler auch sagen dürfen. Das hat nix mit "schlecht verlieren können" zu tun.

so go
192
26.2.2010, 14:23
jede minute stirbt ein kind an den folgen von hunger

eine brise wind, bleibt eine brise wind - selbst wenn es den größten sportlichen vergleich ad absurdum führt.

Mathias
 
02
26.2.2010, 17:56
jede minute stirbt ein kind an den folgen von hunger

Und? Was tun SIE dagegen, statt nur klugzuscheißen??

Uncle Ethan
01
26.2.2010, 17:52

GENAU, und wir idioten sitzen da rum und posten blöd

Mag keine Moralapostel!
01
26.2.2010, 17:21

Solche Leute wie Sie kann icht nicht leiden.

erich1963
07
26.2.2010, 14:42
Klar ist alles relativ, aber mit

Totschlagargumenten ist auch niemandem geholfen.

pike bishop
016
26.2.2010, 14:39

Sie haben recht, nur dann dürfen Sie sich auch über gar nichts mehr aufregen, weil selbst wenn man Sie willkürlich aus der Arbeit schmeisst, wenn Ihnen Kreditkartenbetrüger das Konto leeräumen, dann ist das alles gar nichts gegen die von Ihnen genannten Zustände.

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