"Warum können PCs nicht so wie das iPhone sein?"

26. Februar 2010, 12:12
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    foto: archiv

    An den grundlegenden Prinzipien der Computernutzung hat sich seit den Frühzeiten des grafischen User-Interfaces nur wenig geändert.

New York Times beklagt unnötige Komplexität des Computeralltags - Benutzung von Smartphones sei wesentlich einfacher zu lernen

Wer aktuelle Desktop-Rechner mit den ersten Implementationen eines grafischen User-Interfaces aus den Siebziger Jahren vergleicht, wird schnell feststellen: An den grundlegenden Nutzungsprinzipien hat sich über die Jahrzehnte eigentlich relativ wenig geändert. Klar ist mit steigender Rechenkraft immer wieder das eine oder andere Feature neu hinzugekommen, auch präsentiert sich so ein aktueller Desktop wesentlich effektvoller als sein Urahn, das Fenstermodell und die Art der Maussteuerung sind aber praktisch gleich geblieben.

Klagelied

Dies obwohl dieser Ansatz eigentlich relativ umständlich ist, wie nun ein aktueller Kommentar der New York Times beklagt. Nach all den Jahren voller Weiterentwicklungen im Desktop-Bereich bekomme er immer noch regelmäßig Anrufe von Verwandten und Bekannten, die Probleme mit ihrem Computer haben, so der Autor. Seien es unbeabsichtigt veränderte Einstellungen, seien es irgendwo in den Untiefen des Dateisystems verloren gegangene Dateien - all dies seien weiterhin reale, tägliche Ärgernisse, die die  PC-Nutzung unnötig frustrierend machen.

iPhone

Insofern wirft der Autor die Frage auf, warum PCs nicht einfach etwas mehr wie das iPhone sein könnten, denn auch wenn Apples Smartphone ein geradezu frustrierend "abgesperrter Garten" sei, so ist es doch auch etwas anderes: Äußerst einfach zu nutzen. Die Touchscreen-Steuerung könne sich praktisch jeder in kürzester Zeit selbst beibringen - ein Umstand, der in krassem Widerspruch zu klassischen Desktop-Ansätzen steht. Insofern wäre es höchst an der Zeit, dass auch in der PC-Welt das Interface einmal grundlegend hinterfragt werde.

Hoffnungsfroh

Freilich stehen dem gewisse innere Widersprüche entgegen, vor allem der Druck bestehende KundInnen nicht zu verärgern sie hier ein massiver Bremsklotz. So müsse beispielsweise Microsoft immer darauf achten, dass ein neues Windows nicht all zu sehr von den Nutzungsparadigmen älterer Releases abweicht. Die Hoffnung setzt man bei der New York Times insofern auch weniger auf ein Umdenken in der PC-Welt sondern auf das "Überschwappen" neuer Ideen aus dem mobilen Bereich. Mit der Auslieferung von Android auf Netbooks passiere das ja schon zum Teil, auch Apples iPad können hier einen gewissen Druck erzeugen. (red, derStandard.at, 26.02.10)

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standardin
10
einfach wie ein iPhone...

... mir persönlich ist das iPhone viel zu VIEL ZU AUFMERKSAMKEITSINTENSIV und hat KEINEN HAPISCHEN INPUT.

während ich bei anderen telefonen blind navigieren kann, sms schreiben oder dergleichen, benötige ich zur bedienung des iPhone immer die volle aufmerksamkeit, mir persönlich ist das sehr unpraktisch! genauso wie das schreiben über die tastatur ewig viel zeit benötigt -

(NEIN - ich verwende keine sprachsteuerung - die mag ich schlichtweg nicht)

Napoleon, klein
00

inte-res-sant

Martin Wildam
30
Zum Glück nicht

Zum Glück ist mein PC nicht wie ein iPhone. Das Teil ist doch nur cool, an Features ist ihm so manches andere Handy überlegen. Das Ding kann ja nicht mal MMS verschicken.

Rot heißt: Beitrag gelesen. Danke!
00
Was‘ los? Seit 2 Jahren nix mehr gelesen?

Dein Wissen ist auf dem Stand von Mitte 2008. Spätestens…!

Martin Wildam
10
Bedienung

Stimmt so in etwa. Glaubst, ich kauf mir jedes Jahr ein neues Handy? - 2008 konnte das schon jedes normale Handy. Auch einzelne SMS löschen hätte ich mir erwartet - ok, soll jetzt seit irgendeinem Update funktionieren, aber interessiert mich eigentlich schon nicht mehr. Im Vergleich zum iPhone ist die Bedienung vom Nokia E-71 ein Traum. Alleine einen Kontakt zu finden geht mit dem Nokia viel effizienter/schneller.

Rot heißt: Beitrag gelesen. Danke!
00

Jep, an dir ist verdammt viel vorbei gegangen…

clint1
00
Noch viel zu kompliziert!

Warum kann das iPhone nicht wie ein iPod nano sein?

clint1
01

iPod shuffle, meinte ich natürlich

Leech
00

iPhone shuffle kommt noch 2010 ^^

Armin Breuer
00
@Office 2k3 vs. 2k7 Debatte unten:

Bevor jemand über Office 2007 argumentiert (vor allem dagegen) sollte man unbedingt mal EDV-Trainer/ECDL-Trainer befragen, ob das was geändert hat. Die Antwort ist praktisch immer: "Die 'Schüler' erlernen die Benutzung mit Ribbons um ein vielfaches leichter".

Amanda K.
10
heißt das, sie wissen eher, wo si hinklicken müssen?

das versteht nämlich der ms führerschein als „wissen“....

Armin Breuer
00

Man kann von dem "Wissen" halten was man will. Fakt ist nunmal, dass der Prozentsatz von Unternehmen die andere Lösungen einsetzen so gering ist, dass man davon ausgehen kann, dass dieses "Wissen" zur Anwendung kommt. Egal ob gut oder schlecht, es ist die Realität.
(Auf einem Mac, neben dem Firmen-WinXP Rechner, geschrieben).

Amanda K.
10
klar,

wer - angenommen - in einem versandhaus kundenbestellungen bearbeitet und mit lagerbeständen etc abgleicht und zum versand weiterleitet, wird vernünftigerweise weder hw- noch sw-mäßig über die aufgaben hinaus ausgestattet werden.
faslsch jedoch mmn, wenn dieses vermögen auf IT-wissen umfassend angerechnet wird. ist aber ohnehin kein unterschied zur spannung schulwissen vs. bildung.

buzzrider
13
28.2.2010, 14:21
produzieren oder konsumieren?

na zum glück ist mein mac book nicht so "einfach" zu bedienen wie ein iphone ;) ich kann software installieren wie ich will bin nicht abhängig von einem restriktiven app store ala itunes und kann auch komplexe dinge erledigen. übrigens finde ich stimmt es gar nicht das wind oder osX so kompliziert sind, sogar meine oma kommt überraschenderweise damit gut klar.

wer nur spielen (apps) filme (itunes major labels) musik (wieder itunes major labels) laden will und unterhalten werden will - sprich nichts produktives sondern konsumieren will - kann sich ja ein sehr einfach zu bedienendes Apple iPad kaufen denn das erfüllt den wunsch dieses langweiligen NY time artikels oder auf was sonst will dieser artikel hinaus?

Vachel Lindsay
00
28.2.2010, 22:35

Na, dass für komplexe Aufgaben nicht immer das komplexeste Werkzeug optimal ist, sieht man z.B. an Prozeß-Leitständen von Produktionsbetrieben. Die Benutzeroberflächen sind im "operativen Modus" auf Piktogramme, Flussdiagramme und meist an analoge Instrumente angelehnte Daten-Outputs reduziert. Der User kann sich somit auf das Wesentliche konzentrieren. Will man tiefgreifende Änderungen an einer Prozeßsteuerung durchführen, braucht's Spezialisten, die wissen (sollten), was sie tun. Ich unterstelle, dass 75% der Menschheit kein Wissensdurst plagt, warum sich Windows gerade aufgehängt hat. Wir 25% haben die Wahl getroffen, dahinter blicken zu wollen. Seien wir damit zufrieden und lassen den Rest doch auf seine Facon glücklich werden.

Amanda K.
00
28.2.2010, 23:50
„dass für komplexe Aufgaben nicht immer das komplexeste Werkzeug optimal ist, sieht man z.B. an Prozeß-Leitständen von Produktionsbetrieben. “

wie lautet hier die aufgabe: einfache meldung eines offensichtlich irregulären zustandes/vorganges.
NICHT: erhöhte lagertemperatur im vierten rollenpaar..... (oder such dir halt was komplexeres aus).
ob nalyse der prozesse und randbedingungen ODER meldung eines zustandes, das system muss der aufgabe angepaßt sein, so oder so.


mkt
01
28.2.2010, 13:09
"make things as simple as possible, but not simpler"

Der PC/Mac kann nicht so einfach wie das iPhone sein, weil darauf komplexere Dinge erledigt werden müssen.

Autofahren ist viel schwieriger als mit der UBahn fahren. Nicht, weil Autos so schlecht designt sind, sondern weil man damit viel komplexere Dinge machen kann (freie Bewegung statt fixe Stationen).

Amanda K.
00
28.2.2010, 15:25
stimmt soweit

du setzt jedoch eine linearität voraus: je komplexer die aufgabe, umso komplexer die werkzeuge.
es geht hier darum, diese linearität zu durchbrechen.
es gibt ja auch ausreisser: ihrer aufgabe nach zu komplizierte werkzeuge; ihrer aufgabe nach erfreulich einfache werkzeuge.....
bestimmte sachen mache ich auf dem mac mit der maus und den menus, andere mit dem terminal....

mkt
00
28.2.2010, 17:57
eh

Klar gibt es bessere und schlechtere Interfaces, und das iPhone gehört (bei smartphones) sicher zu den besten.

Aber es ist eben immer ein Zusammenspiel aus Interface und Funktion. Für manche Dinge ist eine App mit genau drei Optionen super, bei anderen Dingen brauche und will ich die Flexibilität und Komplexität eines mächtigen Tools. Die Aussage iPhone-Touchscreen super => Maus/Tastatur lahm ist natürlich Unsinn.

Das ist gleich der nächste Punkt: Der Autor lebt anscheinend in einer Welt, in der jeder ein Geek ist, der am PC mehr als Surfen, Mailen und Bloggen macht.
Ich persönlich kenne kaum jemanden, der nicht beruflich oder privat zumindest ein komplexes Programm inkl. mächtiger Features nutzt. Und sei's nur ein Serienbrief in Word.

outAspace
00
28.2.2010, 19:15
Office 2007 - Bessere Oberfläche leicht zu bedienen (für mich) EXTREM produktiv

Ich denke es kommt wirklich sehr stark darauf an, welches Beispiel man nimmt. Wenn ich z.B. Office 2003 mit 2007 vergleiche muss ich sagen, dass ich nach kurzer Einarbeitung mit Office 2007 wesentlich produktiver bin als mit Office 2003. Und das obwohl die Oberfläche "vereinfacht" wurde.

Insgesamt stimme ich euch nur so halb zu. Ich denke da z.B. an Menschen die im kreativ/künstlerischen Bereich arbeiten und sich Apple kaufen. Diese Leute wollen "einfach nur" ihre Gedanken, die sie jetzt gerade haben umsetzen (ob es nun Audio/Video oder sonst was sei). Die wollen sich nicht das "Wie" überlegen müssen, die wollen nur umsetzen und sich dabei nicht mit komplexen Dingen bzgl. des Interfaces abgeben müssen. Next comment..

outAspace
01
28.2.2010, 19:22
und weiter gehts...

Als weiteres Beispiel fällt mir mein Arbeitgeber ein, der sagt "Ok bei Apple zahle ich zwar mehr aber dafür funktioniert es auch wirklich". Dies bezog sich auf Präsentationsprobleme mit Notebook/Beamer + OpenOffice/PowerPoint2003/PowerPoint2007 (die erstaunlicher Weise viele Menschen haben, ich weiß nicht warum ^^).
Diese beiden Gruppen wollen nur eins: schnell und intuitiv ihre Sachen umsetzen und sich nicht um das "Wie" kümmern müssen - weil sie dazu auch einfach keine Zeit haben.
Andererseits würde so etwas natürlich IT-Techniker arbeitslos machen ;).

BTW: Ich selber nutze gerne die Eingabeaufforderung/Terminal je nach System und bin eher IT-Techniker als Laie (denke ich so ^^)

Amanda K.
00

scheinst aber das (für mich) wesentliche verstanden zu haben … ;)

Vachel Lindsay
06
28.2.2010, 11:14
Leute, seid ein bisschen toleranter.

Es gibt immer noch Menschen, die ihr Haus selbst (um)bauen, aber über 35% lassen sich halt lieber ein Fertighaus hinstellen. Jetzt wär's verführerisch, diese Konsumentengruppe als zu blöd zum Umgang mit der Maurerkelle hinzustellen - jene Menschen geben aber als Begründung an, dass sie die gewonnene Zeit lieber für Dinge nutzen, die sie für sinnvoller erachten. So ist's auch bei Computern. Nicht alle sind so explorativ und lernwillig wie die Mehrzahl der Poster hier. Somit hätten simplifizierte Betriebssystem- und Programm-Ansätze durchaus Sinn und würden ihren Markt finden.

David L
00
28.2.2010, 23:37

Sehe ich ebenso, für manche ist Komplexität eher ein Hinderungsgrund als Kaufanreiz. Das hat aber nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun, sondern allenfalls mit einer anderen Prioritätensetzung. Meiner Erfahrung nach macht diese Gruppe einen immer größeren Anteil der Benutzer aus und man kann einer Firma wie Apple nicht vorwerfen, dass sie diese Gruppe ansprechen wollen.

Gerade Apple macht das ja sehr konsequent und spricht auch in ihren Human-Interface-Guidelines von der Anwendung der 80-20-Regel: Entwerfe eine Software (oder Produkt), das für ca. 80% der angesprochenen Gruppe funktioniert und versuche nicht alle zufriedenzustellen, das geht fast immer schief. Naja, immer eigentlich... :)

Ich B. Sisyphos
 
14
28.2.2010, 14:53

Das ist aber auch eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Diese "Einfachheit" ist immer eine Einschränkung der Funktion und der Wahlmöglichkeiten. Und sie verbirgt die wahren Vorgänge im Hintergrund. Dadurch kann eine realistische Einschätzung der Funktion eines Computers gar nicht erst entstehen.

Wirklich einfach sind diese Dinge wenn man weiß was passiert.

Es geht ja nicht nur um Großmütter die auch was vom Computer haben sollen ... Schüler werden heute drauf hintrainiert in Excel und Word die richtigen Tasten zu drücken, mit null Ahnung was abläuft.

Wenn ich der Wirtschaft langfristige Strategien zutrauen würde, könnte ich glauben das ist alles Absicht um die Kluft zwischen Konsumenten und Produzenten zu verbreitern und zu festigen.

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