Teurer Sprit

Jänner-Inflation stieg auf 1,2 Prozent

26. Februar 2010, 11:37

Wien - Treibstoff-Verteuerungen im Ausmaß von 15 Prozent haben in Österreich die Inflationsrate im Jänner auf 1,2 Prozent klettern lassen. Im Dezember hatte die Teuerung im Jahresabstand noch 1,0 Prozent ausgemacht, im November lediglich 0,7 Prozent. Ohne Spritpreisanstiege hätte die Inflation jetzt im Jänner ebenfalls nur 0,7 Prozent betragen, erklärte die Statistik Austria am Freitag.

Zweitwichtigster Preistreiber waren im Jänner die Ausgaben für Wohnen. Am stärkstem gedämpft wurde der VPI-Anstieg dagegen durch billigere Lebensmittel: Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zusammen verbilligten sich binnen Jahresfrist um 1,6 Prozent.

Der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) erhöhte sich auch im Jänner stärker als der allgemeine VPI: Im Jahresabstand stieg er um 1,6 Prozent, nach 1,5 Prozent im Dezember und 0,9 Prozent im November.

Die für die Euro-Zone errechnete harmonisierte Inflationsrate (HVPI) Österreichs legte im Jänner - ebenso wie der allgemeine VPI - auf 1,2 Prozent zu, nach 1,1 Prozent im Dezember und 0,6 Prozent im November. 

Preistreiber Treibstoff

Hauptpreistreiber bei dem im Jänner insgesamt um 1,2 Prozent erhöhten Preisniveau war die Ausgabengruppe "Verkehr", die sich im Jahresabstand um 3,7 Prozent verteuerte. Verantwortlich dafür waren in erster Linie die um 15 Prozent höheren Spritpreise. Dabei verteuerten sich Super- und Normalbenzin um je 21,3 Prozent, der Dieselpreis stieg nur um 8,7 Prozent. Wartung und Reparatur von Pkw kam um 3 Prozent teurer, der gesamte Index des privaten Pkw-Verkehrs legte um 4,1 Prozent zu. Flugtickets kosteten dagegen im Jahresabstand um 5 Prozent weniger.

"Wohnung, Wasser und Energie" kam heuer im Jänner um 2,0 Prozent teurer als ein Jahr davor. Grund dafür waren die um 5,6 Prozent höheren Wohnungsmieten. Die Preise für die Instandhaltung von Wohnungen stiegen um 2,1 Prozent. Haushaltsenergie kam dagegen nur um 0,4 Prozent teurer, da höhere Heizölpreise (+14 Prozent) durch gesunkene Gaspreise (-11 Prozent) kompensiert wurden. Die Strompreise stiegen moderat um 1 Prozent.

Im Bereich "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (+3,0 Prozent) schlugen sich unter anderem teurere Versicherungsdienstleistungen zu Buche (+2,5 Prozent). Die Preise für Schmuck und Uhren wurden im Schnitt um 12 Prozent höher ermittelt.

Nahrungsmittel billiger

Stärkster Preisdämpfer im Jahresabstand waren "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke", die sich um 1,6 Prozent verbilligten und damit den Verbraucherpreisindex (VPI) rein rechnerisch um 0,2 Prozentpunkte nach unten zogen. Molkereiprodukte und Eier kamen um 2 Prozent billiger, Fleisch und Fleischwaren um 1 Prozent. Die Preise für Obst sanken um 2 Prozent, jene für Gemüse um 5 Prozent.

Bei "Erziehung und Unterricht" führten der Teil-Wegfall der Studiengebühren (-68 Prozent) und die Realisierung des Gratiskindergartenjahres (-41 Prozent) zu Verbilligungen von 16 Prozent.

Im Pensionistenpreisindex (PIPH), der um 1,6 Prozent zulegte, wirkten sich die Preissenkungen bei Studien- und Kindergartengebühren, bei technischen Geräten für die Freizeit, bei Pauschalreisen, sowie bei Flugtickets nicht so stark preisdämpfend aus wie im allgemeinen VPI. Zudem erwiesen sich Verteuerungen bei den Sozialschutz- und Krankenhausdienstleistungen als starke PIPH-Treiber. Die derzeitigen Preisanstiege beim Heizöl wirkten hier zusätzlich preistreibend, da Heizöl höher gewichtet ist. Die aktuellen Verteuerungen bei Treibstoffen schlugen dagegen weniger durch. Die deutlichen Preissteigerungen für Wohnungsmieten dämpften zusätzlich den PIPH aufgrund ihrer geringeren Gewichtung.

Im Monatsabstand - von Dezember auf Jänner - gingen die stärkstem preisdämpfenden Effekte von der Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" aus. Sie verbilligte sich wegen des Winterschlussverkaufs um 10,9 Prozent und reduzierte die Teuerung um 0,6 Prozentpunkte. Bekleidungsartikel insgesamt wurden um 13 Prozent billiger - Spitzenreiter Herrenjacken mit -22 Prozent und Damenpullover mit -21 Prozent, Schuhe um 5 Prozent. Ebenfalls preisdämpfend wirkte zum Vormonat der Bereich "Freizeit und Kultur" (-1,4 Prozent). Dazu trugen vor allem die um 6 Prozent billigeren Pauschalreisen bei. (APA)

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16 Postings
Walter Bimini
02
27.2.2010, 19:00
die neuesten zahlen vom märchenonkel stats austria.

José Atento
01
27.2.2010, 18:46
Tja, diese Spielchen mit der Teuerung gehen munter weiter

Was sagen uns diese Zahlen?
Gar nichts.

Jedenfalls nicht was der Euro tatsächlich an Wert gegenüber echten Werten verliert.
Gerade jetzt verliert der Euro weder rasant.
Warum wohl? Weil er von der EZB stabil gehalten wird? Nein, weil die wie wild drucken, damit nicht alle Staaten in EU pleite gehen.

Doch das ist noch nicht genug. Jetzt wird schon offen vorgeschlagen den Euro NOCH MEHR zu entwerten.

Kaufe Gold und eine Farm.

Naeich
 
04
27.2.2010, 16:12
Schoen: die Inflation steigt weil die Mieten steigen ...

und die Mieten steigen wegen der Indexanpassung wenn die Inflation steigt.

José Atento
00
27.2.2010, 18:53

Sie haben es erfasst. Die Preise steigen WEIL die Geldmengen stark ausgeweitet werden, weil das Leben auf Pump so fein ist.
Manche "Experten" denken die Preise steigen aus unerklärlichen Gründen und das nennen sie dann Inflation. Inflation? Da kann angeblich niemand etwas dafür, dass es die gibt.
Ich denke damit werden wir noch große Probleme bekommen. Aber die Regierungen werden schon einen Weg finden, wie sie die offiziellen Raten niedrig darstellen werden.

Es gibt übrigens auch Leute die fürchten sich furchtbar vor der Deflation; billigere Preise meinen sie damit. Ich kann das nicht nachvollziehen.
Ja die großen Schuldner würden etwas leiden. Aber das wäre auch gut so.

Section Control
00
27.2.2010, 18:11
SIe haben es erfaßt

Und die Mieten steigen, weil das Wasser teurer wurde, weil die BedienstInnen auch 3 % mehr haben wollen, weil die Lebensmittelpreise gestiegen sind und die Gewerkschaft auch mehr Kohle braucht usw. usf.
Das gleiche gilt für Bankgebühren und Versicherungen. Diese Regelung gehört verboten. Aber wer schert sich noch darum.

Überwachungskamera1
00
26.2.2010, 20:22
preistreiber sind auch wieder die selben wie letztes jahr...

ein systemfehler ??

Section Control
00
27.2.2010, 18:11
Nein

Benzib war vor zwei Jahren viel teurer. Der Rest stimmt. Wohnungen, Mieten, Gebühren etc.

Mostbluzer
07
26.2.2010, 13:37
ja wo kommst du denn auf einmal her ...

ein inflation, die nichts mit lohnsteigerungen (woher auch), mit hoher nachfrage (nicht in den nächsten 5 jahren) und nichts mit plötzlichem wirtschaftsaufschwung (nachhaltigem!) zu tun hat.

ja wenn man altmodisch die inflation, äh teuerung, berechnet ist man eh schon weit über 10%. (geldmengensteigerung minus bip-wachstum, negatives!)

soso, es gibt auch globalisierte ursachen?
rohstoffpreise (wieviel stieg der kupferpreis?), nahrungsmittelspekulation, knappheiten durch streiks usw. es gibt 100 ursachen für schnelle exorbitante preissteigerungen, die eine spirale in gang setzen, ganz abgesehen vom immensen geldwachstum, das derzeit "noch" von banken geparkt wird und auf knopfdruck losgelassen werden kann ....

José Atento
00
27.2.2010, 18:57

Ich bin schon neugierig welche fadenscheinige Begründung als nächstes aufgetischt wird, wenn die Teuerung erst so richtig ansteigt.

Wahrscheinlich dass der Euro so schwach ist und damit die Importe von Rohstoffen und Energie so teuer geworden ist.

Die eigntliche Ursache, nämlich die Schuldenkrise und die unseriöse Geldpolitik der Zentralbanken, wird doch gar nicht diskutiert. In jeder Diskussion geht es nur um die Symptome.

birka
01
26.2.2010, 22:17

Erstens braucht man sich bei 1,2% Inflation nicht aufpudeln, zweitens macht es keinen Sinn die Inflation zu berechnen wenn man sie auch messen kann und drittens hast bei deiner Berechnung die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes vergessen.

myschkin
01
26.2.2010, 16:34

bin schon gespannt auf die Erklärungen in drei Monaten.
Da ich die Zahlen ohnehin nicht glaube, mache ich mir gar nicht die Mühe zu vergleichen was die vor ein paar Monaten geschrieben haben. Wenn ich aber über die Energie lese, vereht mir das Lachen.
Eine schwere Arbeit, diese Kunst dass nur ja keine zu hohe Inflation rauskommt, wer weiß auf welch Gedanken die Menschen kommen würden.

José Atento
00
27.2.2010, 18:59

2014 oder 2015 kommt dann die große Energiekrise auf uns zu. Mit etwas Pech vielleicht schon früher.
Aber ich denke nicht, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren rasch erholen kann.

nodiesop
33
26.2.2010, 12:35
ein DejaVu? Preistreiber Treibstoff

kommt mir doch irgendwie bekannt vor...

was kann man als Opfer machen? Die Politik läßt einen ja garantiert wieder hängen...
Ruttensdorfer hat ja gestern schon gesagt, daß er 2010 herausfordernd sein wird... man sieht, was er gemeint hat...

das übliche Spiel... werden die Preise in Rotterdam steigen, wird die OMV sofort rauf gehen... steigen die Preise in Südtimbuktu, wird die OMV sofort rauf gehen...

sinken die Preise in Rotterdam, wird die OMV erst mal abwarten ob nicht innerhalb der nächsten Wochen die Preise nicht doch noch steigen werden...

es gibt nur eine Richtung und die ist rauf... die (offenbar geschmierte) Politik sieht zu und macht nichts...

José Atento
00
27.2.2010, 19:01

Naja, die Gewinne der OMV sind stark eingebrochen. Das muss natürlich wieder ausgemerzt werden.

Bertel Mann
00
27.2.2010, 14:28
Wieso die Politik?

Der Markt regelt alles.
Zeigen Sie Ruttensdorfer also die Macht des Kunden und steigen Sie auf öffentliche Verkehrsmittel um oder gehen zu Fuß.
Diese Vorgangsweise soll ja angeblich funktionieren...

Walter Bimini
10
27.2.2010, 18:59
das kommt alles noch

sie müssen nur ein wenig geduld haben. ab 30% arbeitslosigkeit wird auch die südosttangente nicht mehr so stark befahren sein.

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