Italocafé in einem Altwiener Safe / Musenkuss

11. April 2003, 20:38
posten

Die Deutschen behaupten zwar, sich an Córdoba 1978 nicht mehr erinnern zu können. Trotzdem dürfte das die Rache für das 3:2 sein...

  • Italocafé in einem Altwiener Safe Die Deutschen behaupten zwar, sich an Córdoba 1978 nicht mehr erinnern zu können. Trotzdem dürfte das die Rache für das 3:2 sein: Ein Deutscher erklärt den Wienern in einer italienischen Espresso-Bar, was Kaffee ist - und hat Recht. Denn auch wenn Lavazza-Deutschland-Chef Gert Ringelwatt Donnerstagabend in einer ehemaligen Bank am Hohen Markt gönnerhaft erklärte, er könne den Wienern in Sachen Kaffee nichts beibringen, sieht die Wirklichkeit wohl anders aus: Irgendwoher müssen jene Leute, die in Wiens erster (und Österreichs vierter) Lavazza-Cafeteria ihre Latte macchiati bestellen, ja kommen. Nach der in einigen Traditionscafés immer noch als "authentisch wienerisch" geltenden Kombination aus unhöflicher Bedienung und schlecht eingestellter Kaffeemaschine soll man in dem zwar schanigartenlosen, dafür aber mit einem gastronomisch genutzten Großsafe ausgestatteten Italoschuppen jedenfalls vergeblich suchen.

  • Light-Kräuterlimo mit Musenkuss Theseus hat es auch nicht leicht. Der im Wiener Volksgarten vor seinem Tempel stehende Athener König war immer Sammelpunkt für Leute, die auf - äh - "Substanzen" standen. Früher Kiffer, heute Wellnesstrinker: Almdudler-Erbe Thomas Klein lud in den Tempel, um die neue Werbemuse seines Wellnessdrinks "Pro Ego" (manche sagen "Almdudler light") zu präsentieren: Arabella Kiesbauer. Ganz auf die erhebende Wirkung des Drinks dürften sich Muse und Visionär (Eigendefinition Klein) doch nicht verlassen - angestoßen wurde mit Wodka-Pro-Ego.

    (rott, DER STANDARD Printausgabe 12/13.4.2003)

    Share if you care.