150 Mitarbeiter zur Kündiung angemeldet

10. April 2003, 17:43
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Betriebsrat spricht von "Disziplinierung" - Entlassungen betreffen vor allem junges Personal

Wien - Die AUA hat ihre Ankündigung wahr gemacht und vorsorglich bis zu 150 Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice AMS zur Kündigung angemeldet. In welchen Bereichen wirklich gekürzt wird, steht noch nicht fest, erklärte ein AUA-Sprecher. Ausgenommen seien nur die Tochtergesellschaften Lauda Air und Tyrolean Airways sowie die Bereiche Kabinendienst (Flugbegleiter), Technik und Station/Bodendienst, wo es bereits früher entsprechende Maßnahmen gegeben habe.

"Disziplinierungsmaßnahme"

AUA-Bord-Betriebsratschef Rudolf Novak spricht von einer möglichen "Disziplinierungsmaßnahme" gegenüber den Piloten, die sich gegen die Einführung eines neuen - günstigeren - Gehaltsschemas für neue Piloten quer gelegt haben. Von den 150 angemeldeten Kündigungen könnten bis zu 50 auf AUA-Piloten entfallen. Er rechne aber nicht mit der Kündigung von Piloten, da der Sinn einer solchen Maßnahme zweifelhaft sei, sagte Novak: "Das Unternehmen hat viel in die Ausbildung der Piloten investiert". Und wenn die Konjunktur wieder anspringt, müsse die Firma wieder Leute einstellen.

Piloten-Kündigungen würden laut dem im Kollektivvertrag verankerten Senioritätsprinzip jüngere Kollegen betreffen, die in der Regel über eine Flugberechtigung für Fokker-70 verfügen. Da in der aktuellen Luftfahrtkrise Maschinen so gut wie unverkäuflich sind, würden die vier Fokker-70 der AUA in diesem Fall wohl zur AUA-Tochter Tyrolean Airways wandern. Damit würde letztlich über einen Umweg vergleichsweise teure AUA-Piloten durch günstigere Tyrolean-Piloten ersetzt.

Betriebsrat stimmt nicht zu

Der Betriebsrat habe der Anmeldung der Kollegen zur Kündigung nicht zugestimmt, wohl aber auf begleitenden Sozialmaßnahmen bestanden. Die für April angekündigte notwendige Streichung von 11 Prozent der vorgesehenen Flüge bedeutet rund 1.200 Flüge als geplant. Im Mai werde die Zahl der AUA-Flüge weiter 10 Prozent unter Plan liegen. Diese Produktionskürzungen sind laut Novak mit "sanften Maßnahmen" wie freiwilligem Abbau von Urlaub und Überstunden oder Teilzeit darstellbar. Der Betriebsrat lehne aber alle weitergehenden Maßnahmen ab: "Da klingeln bei uns die Alarmglocken, wenn eine temporäre Krise mit dauerhaften Maßnahmen gelöst werden soll". (APA)

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