BBAG: Partnersuche im Finale

10. April 2003, 14:12
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Verkauf des heimischen Brauriesen könnte noch vor Sommer fixiert werden - Heineken Favorit

Wien - Der Verkauf der Brau Beteiligungs AG (BBAG) könnte noch vor dem Sommer fixiert werden, berichtet der "Kurier". Eine Vorentscheidung könnte es möglicherweise bereits im April geben. BBAG-Chef Karl Büche hatte die Partnersuche im Jänner gestartet und wie berichtet damals eine Entscheidung für das zweite Halbjahr 2003 in Aussicht gestellt. Es könnte sogar bereits im April eine Vorentscheidung geben, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Insider. Büche dazu: "Der Prozess läuft auf Hochtouren, wir verschwenden keine Zeit. Aber im April wird es definitiv nicht der Fall sein." Eine weitere Variante ist die Präsentation des neuen Partners bei der BBAG-Hauptversammlung am 5. Juni. "Es kommt darauf an, es müssen ja in einem solchen Fall auch viele technische Dinge erledigt werden", so Büche.

Heineken Favorit

Als Favorit gilt in der Branche der niederländische Braukonzern Heineken, mit ihm könnte die Position in Zentraleuropa gestärkt werden. Im Rennen sind wie berichtet auch SAB Miller (South African Breweries, sie würden aber kartellrechtliche Probleme in Osteuropa bekommen), Scottish & Newcastle, Carlsberg und Interbrew. Letztere erklärten aber zuletzt, künftig eher organisch wachsen zu wollen. Büche hatte wiederholt betont, eine Partnerschaft würde auch nicht an einer mehrheitlichen Beteiligung eines internationalen Konzerns scheitern. In diesem Fall wäre es auch "egal, ob 50 Prozent plus eine Aktie oder 100 Prozent", zitiert die Zeitung Büche.

Das österreichische Übernahmerecht sieht vor, dass ein neuer Eigentümer den Streubesitzaktionären ein Übernahmeangebot machen muss, wenn er mit mehr als 30 Prozent einsteigt. Offen ist, wie viele der in der GeBAG vereinten Kernaktionäre dann ihre Anteile behalten. Büche, dessen Familie zu den Kerneigentümern zählt, will persönlich "weiter in der Brauindustrie investiert bleiben."

Bitter für die Wiener Börse

Für die Wiener Börse wäre ein Verschwinden des Titels aus dem prime market bitter. Zumal ein Käufer, der einen kontrollierenden Anteil der BBAG übernimmt, auch den Streubesitzaktionären der Brau Union ein Pflichtangebot machen müsste. Damit würde auch diese Aktie vom Kurszettel gestrichen, wenn der Großteil der Kleinaktionäre das Angebot annehmen würde. Ausschlaggebend sei, dass die BBAG-Marken zusätzliche Chancen am zentraleuropäischen Markt erhalten, sagt Büche. Sollte sich herausstellen, dass die Angebote potenzieller Partner "uns nicht weiter bringen", könne die BBAG auch alleine weiter agieren. Die Kern-Aktionäre müssen freilich den im Vorjahr von Oetker übernommenen Anteil finanzieren. (APA)

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