Gesellschaft für bedrohte Völker: Irak-Sanktionen sofort aufheben

9. April 2003, 16:29
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Derzeit herrsche eine erschreckende Unterversorgung und Mangelernährung

Göttingen/Wien - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat von den USA die "sofortige Aufhebung der Sanktionen gegen die Bevölkerung des Irak" gefordert. Derzeit herrsche eine "erschreckende Unterversorgung und Mangelernährung". Mindestens zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren und eine Million schwangere Frauen benötigen rasch Aufbau-Nahrung, hieß es in einer Aussendung der GfbV heute, Mittwoch. Zehn Millionen Iraker können nicht mehr auf sauberes Trinkwasser zurückgreifen. Notwendig sei die "unverzügliche Aufnahme großzügiger humanitärer Hilfe durch die internationale Gemeinschaft".

Die GfbV kritisierte zudem, dass die EU es verabsäumt habe, die Aufrüstung des Irak durch europäische Firmen zu verhindern. "Deutsche (86), französische (16), britische (18), nordamerikanische (18) italienische (12) und schweizerische (11) Firmen waren Jahre lang am Aufbau der Giftgasindustrie beteiligt, der zehntausende Kurden und Iraner zum Opfer fielen". Darüber hinaus gebe es Hinweise, dass die Abwicklung dieser Geschäfte auch über Österreich gelaufen seien.

Weiters fordert die GfbV von den USA die Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) und die Einrichtung eines Tribunals, damit dort dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein und seinem Regime der Prozess gemacht werden könne. Die USA, Großbritannien und die Staatengemeinschaft müssten dafür sorgen, dass so rasch wie möglich "freie Wahlen zur Bildung einer demokratisch verfassten, föderalen Regierung durchgeführt werden".(APA)

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