Werbeslogans im Visier der EU

9. April 2003, 16:26
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Geplante Richtlinie zwingt zu Beweis für medizinischer Versprechen in der Werbung

Die EU-Kommission plant ein Gesetz, wonach irreführende Gesundheitsangaben auf Lebensmitteln verboten werden. Wer dann verspricht, sein Produkt würde "das Immunsystem unterstützen" oder "den Organismus reinigen" müsste dies belegen, oder den Aufdruck bleiben lassen. Flotte, aber offenbar nicht medizinisch ausgerichtete Werbesprüche wie "Red Bull verleiht Flügel" oder "Haribo macht Kinder froh" seien davon aber nicht betroffen, sagte Beate Gminder, Sprecherin von EU-Gesundheitskommissar David Byrne, am Mittwoch in Brüssel vor der Presse.

Vor Irreführung schützen

Der einzige Zweck des Gesetzesvorschlages liege darin, den Konsumenten vor Irreführung zu schützen. Ein Eingriff in die Werbefreiheit sei nicht vorgesehen. Auch habe die EU-Kommission keine Absicht, künftig alle Reklamesprüche vorab zu prüfen, so Gminder in Reaktion auf Medienberichte in Deutschland.

Gesetz könnte 2005 in Kraft treten

Der Gesetzesvorschlag, der ursprünglich für April geplant war, soll nun Ende Mai oder Anfang Juni vorliegen. Anschließend müssen die Mitgliedsländer im EU-Ministerrat und das EU-Parlament darüber beraten. Die EU-Kommission hofft, dass das neue Gesetz 2005 in Kraft treten könnte. (APA)

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