"Mangelhafte Führung und schlechte Kommunikation"

9. April 2003, 15:30
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Massive Aktionärskritik zum Wechsel an der Ericsson-Spitze - Carl-Henric Svanberg (Bild) löst Kurt Hellström ab

Begleitet von massiver Kritik aus Aktionärskreisen hat der neue Chef beim angeschlagenen schwedischen Tele-Konzern Ericsson, Carl-Henric Svanberg, am Mittwoch den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Kurt Hellström abgelöst. Auch Großaktionäre bemängelten am Vorabend bei Hellströms letztem Auftritt auf der Hauptversammlung in Stockholm die starken Verluste der vergangenen Jahre.

"Mangelhafte Führung und schlechte Kommunikation"

Wie die Stockholmer Wirtschaftspresse berichtete, warf unter anderem die deutsche DWS Investment, eine Tochter der Deutschen Bank, der Ericsson-Spitze "mangelhafte Führung und schlechte Kommunikation" vor, die einen großen Teil der akuten Unternehmensprobleme ausgemacht hätten. Ericsson hat als Ausrüster von Mobilfunk-Systemen in den vergangenen Jahren riesige Verluste gemacht. Als Handy-Hersteller ist das Unternehmen immer weiter hinter Nokia und andere Konkurrenten zurückgefallen. Es konnte zuletzt nur nach der Bereitstellung von mehr als 30 Mrd. Kronen (3,27 Mrd. Euro) durch Neuemission von Aktien überleben. Im letzten Jahr betrug das Vorsteuerminus 14,5 Mrd. Kronen.

Gewinn für 2003

Hellström und der vom Sicherheitsausrüster Assa Abloy gekommene Svanberg erklärten übereinstimmend, Ericsson halte an der Prognose eines Gewinns für 2003 fest. Es seien auch keine neuen Sparrunden geplant. Die Beschäftigtenzahl wurde von 100.000 Ende 1999 auf jetzt knapp 65.000 verkleinert. Bis Ende des Jahres sollen es weniger als 60.000 Mitarbeiter sein. (APA)

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