Neuer heimischer Immobilienriese vor Start

9. April 2003, 18:55
posten

Raiffeisen und Strabag bei Immobilienentwicklung eins

Wien - Raiffeisen und die Bauholding Strabag bündeln das Neugeschäft ihrer Immobilienentwicklung in der dafür gegründeten Raiffeisen evolution GesmbH. In den nächsten drei Jahren wird in Österreich sowie in Zentral- und Osteuropa ein Bauvolumen von 800 Mio. Euro angepeilt. Der bestehende Immobilienbesitz bleibt aufgrund von Bewertungsproblemen in den jeweiligen Unternehmen. Von der neuen Gesellschaft erhoffen sich die Eigentümer einen stärkeren Marktauftritt und eine höhere Servicequalität.

40 Prozent an der Gesellschaft hält die Raiffeisen Zentralbank (RZB), je 20 Prozent die konzerneigene Uniqa, die Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien und die Bauholding Strabag. An der Strabag von Hans-Peter Haselsteiner sind die Raiffeisen Holding und die Uniqa mit 50 Prozent minus einer Aktie beteiligt.

Die Strabag bringt damit ihr Hochbau-Projektentwicklungsgeschäft in die neue Gesellschaft ein, die RZB wiederum ihre Immobilien-Töchter Concorde Projekt und Raiffeisen Property Invest. Chef der mit 1. Juli startenden Raiffeisen evolution wird Markus Neurauter von der Strabag, mit ihm kommt Gerald Beck. Von der Concorde stoßen Klemens Braunisch und Heinz Fletzberger dazu. 100 der insgesamt 153 Mitarbeiter in Österreich stammen aus der Strabag, die sich damit auch von einem Geschäftsvolumen im Ausmaß von zuletzt 100 Mio. Euro trennt. In Osteuropa sind 58 Personen beschäftigt.

"Andienungspflicht"

RZB-Vorstand Karl Sevelda, der bei Raiffeisen evolution den Aufsichtsratsvorsitz hat, bestätigt, dass es eine "Andienungspflicht" gibt. Das heißt, die Gesellschafter müssen künftig alle Projektentwicklungsaktivitäten über die neue Gesellschaft laufen lassen. Man werde aber weiter mit anderen Baufirmen zusammenarbeiten, versicherte Sevelda. Zur Strabag meinte er: "Das größte Kreditengagement bei der Strabag hat nicht Raiffeisen, sondern eine Bank, die größer ist als Raiffeisen."

Vom angepeilten Projektvolumen entfallen 500 Mio. Euro auf Fremdprojekte und 300 Mio. auf eigene Projekte. Das Portfolio beinhaltet die Entwicklung und Errichtung von Gewerbeimmobilien, Wohn-und Verwaltungsbauten, aber auch Freizeitimmobilien, Pflegeheime, Krankenhäuser und Gebäudesanierungen. Sevelda: "Unser Ziel ist es nicht, die Immobilien dauerhaft zu halten, sondern sie zu entwickeln, zu vermieten und dann zu veräußern." (cr, DER STANDARD, Printausgabe 10.4.2003)

Share if you care.