"Himmelschwer" über die Stadt verteilt

9. April 2003, 15:13
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Ausstellung zu "Transformation der Schwerkraft"

Graz - Die Ausstellung "Himmelschwer" von 11. April bis 15. Juni, die das Grazer Kulturzentrum bei den Minoriten gemeinsam mit dem Landesmuseum Joanneum erarbeitet hat, beschränkt sich nicht auf die Präsentation verschiedener Exponate im Museum: Eingebunden in das Thema der Schwerkraft und ihrer Aufhebung in der Kunst sind auch verschiedene Plätze der Stadt wie der Kalvarienberg, verschiedene Dächer der Altstadt oder der Hof des Priesterseminars.

"Beziehungen auftun"

Der Hauptteil von "Himmelschwer - Transformation der Schwerkraft" ist im Joanneum zu sehen. Es geht dabei ebenso um Gravitation als Existenzerfahrung als auch um die Loslösung von der Erdanziehung. "Wir haben versucht, Experimentierfelder für die Anschauung zu schaffen" erklärte der wissenschaftlicher Leiter, Reinhard Hoeps, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Graz. Gezeigt werden Werke von Fra Angelico bis Hermann Nitsch, von Gian Lorenzo Bernini bis Kasimir Malewitsch. Daneben gibt es auch Video- und Klanginstallationen. "Die Werke sollen sich gegenseitig in anderes Licht rücken", so Hoeps. Dabei sollten die Besucher selbst "Beziehungen auftun oder davon abrücken".

Die Räume im Joanneum wurden in verschiedene Themenbereiche wie "Aufstieg", "Sturz", "Schwere", "Balance" oder "Rotation" gegliedert. Insgesamt sind die Werke von 120 Künstlern zu sehen, darunter auch Arbeiten von Albrecht Dürer, Richard Serra, Otto Runge, Roman Singer und Grazia Toderi. Versucht wurde außerdem, "Kunst und Religion in einen neuen Zusammenhang zu bringen", so der Gesamtleiter des Projekts, Johannes Rauchenberger.

Goldene Leitern

"Himmelschwer" ist auch in der Stadt an verschiedenen Plätzen zu sehen: So gestaltete die finnische Künstlerin Maaria Wirkkala den Dachstuhl des Grazer Doms und andere Dächer mit ihren goldenen Leitern, Anthony Gromley schuf zahlreiche Skulpturen für den Hof des Priesterseminars und Otto Zitko zeigt seine Arbeit in der Kirche St. Andrä. Auch der Grazer Kalvarienberg wurde mit dem Projekt "Tabula Saltandi" von Werner Hofmeister einbezogen.

In Zusammenhang mit der Ausstellung gibt es zahlreiche Rahmenveranstaltungen, darunter ein großes Literaturfest mit Texten zum Thema "Himmel", die für diesen Anlass von mehreren Autoren verfasst wurden. (APA)

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