Der Geräuschpegel im Cockpit

9. April 2003, 12:46
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Joanneum-Forscher untersuchten akustisches Umfeld des Piloten und dessen Auswirkungen

Graz - Das Institut für Angewandte Systemtechnik der Joanneum Research (JR) in Graz hat im Auftrag des österreichisch-kanadischen Flugzeugherstellers Diamond Aircraft Industries ein Kleinflugzeug in Hinsicht auf Akustik untersucht. Weniger Lärm im Innenraum bringe nämlich entscheidende Wettbewerbsvorteile für Flugzeughersteller, hieß es seitens der JR. Am Beginn des Projektes stand eine eingehende Untersuchung der Innenraumgeräusche eines viersitzigen Flugzeug-Prototyps, in der Folge wurden die Akustik-Verhältnisse ausgewertet.

Mithilfe eines von Joanneum Research entwickelten Aufnahme-Systems, der so genannten Source, wurden die Akustik-Verhältnisse im Innenraum bei unterschiedlichsten Flug- und Wetterbedingungen aufgezeichnet. Die so gesammelten Daten wurden mittels Computer ausgewertet, wobei auch hier eine Grazer Eigenentwicklung zum Einsatz kam. Geräusche würden vom Menschen äußerst unterschiedlich wahrgenommen, hieß es. Manche wirkten belastend, andere beruhigend, und wieder andere machen "hellhörig".

Psychoakustische Parameter

Zur Berechnung von "psychoakustischen Parametern" wurde eine spezielle Analyse-Software verwendet. Diese greift auf Ergebnisse aus Hörversuchen zu, die zuvor mit zahlreichen Testpersonen durchgeführt wurden. Dadurch wurde es möglich, die menschlichen Hörwahrnehmungen durch wissenschaftlich nutzbare Parameter auszudrücken, sprich die subjektive akustische Belastung der Insassen grafisch darzustellen. Die so ermittelten Geräusch-Daten wurden dann durch gezielte Rastermessungen des Schallfeldes den jeweiligen Ursachen zugeordnet und Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet.

Neben dem primären Ziel, möglichst sichere Fluggeräte zu bauen, sieht sich die Flugzeugindustrie zunehmend mit der Forderung nach komfortablen Fluggeräten konfrontiert. Besonders im Bereich der Klein- und Schulflugzeuge können akustische Eigenschaften ein entscheidender Wettbewerbsfaktor sein und damit wesentlich zum Erfolg oder Misserfolg eines Modells beitragen. (APA)

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