Südosteuropa-Gipfel in Belgrad begonnen

10. April 2003, 12:39
1 Posting

Gemeinsamer Kampf gegen organisierte Kriminalität - Teilnahme an EU von südosteuropäischen Staaten angestrebt

Belgrad - Unter außerordentlichen Sicherheitsmaßnahmen hat am Mittwoch im Belgrader Hyatt-Hotel das sechste Gipfeltreffen von Staats- und Regierungschefs der Staaten Südosteuropas begonnen, die am Kooperationsprozess beteiligt sind. Auf der Tagesordnung steht die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Energiewirtschaft, Verkehr und Telekommunikation. Besondere Aufmerksamkeit wird dem gemeinsamen Kampf gegen die organisierte Kriminalität zukommen.

Staaten Südosteuropas wollen Annäherung an die EU

An dem Treffen unter Vorsitz des Präsidenten Serbien-Montenegros, Svetozar Marovic, nehmen die Präsidenten Albaniens, Mazedoniens und Bulgariens, Alfred Moisiu, Boris Trajkovski und Georgi Parwanow teil. Bosnien-Herzegowina, das von Serbien-Montenegro den Vorsitz übernimmt, ist durch das Präsidiumsmitglied Dragan Covic vertreten. Aus Griechenland und der Türkei kommen die Ministerpräsidenten Costas Simitis und Recep Tayyip Erdogan. Vertreter Rumäniens ist Senatspräsident Nicolae Vacaroiu. Kroatien, das Beobachterstatus hat, entsendet Staatspräsident Stipe Mesic.

In ihrem Schlussdokument wollen sich die Staats- und Regierungschefs an den EU-Gipfel wenden, der im Juni in Saloniki abgehalten werden soll, wenden. "Der Prozess der EU-Erweiterung wird nicht komplettiert sein, solange die Staaten Südosteuropas außerhalb der EU sind", betonte der serbisch-montenegrinische Goran Svilanovic.

Romano Prodi: EU ohne Balkan-Staaten nicht vorstellbar

Der Kooperationsprozess der Südosteuropa-Staaten war in den achtziger Jahren gestartet worden, um durch die Jugoslawien-Kriege zwischen 1991 und 1996 eingefroren zu werden. Belgrad hatte sich dem Kooperationsprozess erst nach der Wende im Herbst 2000 wieder angeschlossen.

Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, versicherte die Teilnehmer in Belgrad der Unterstützung Brüssels. Diese Länder müssten "ohne Wenn und Aber" EU-Mitglieder werden. Denn der historische Prozess der europäischen Einigung könne nicht ohne die Balkan-Staaten beendet werden. (APA)

  • Artikelbild
    foto: epa/sasa stankovic
Share if you care.