Franz Nigl wird Post-Personalchef

25. Februar 2010, 15:18

Der umstrittene Manager stand im Zentrum der ÖBB-Datenaffäre

Wien - Die teilstaatliche Post AG bekommt mit 1. März einen neuen Personalchef für ihre rund 26.000 Mitarbeiter. Der seit längerem vakante Posten wird mit dem umstrittenen ÖBB-Manager Franz Nigl (46) besetzt, der noch vor wenigen Monaten im Zentrum einer Datenaffäre der Bundesbahnen stand. Post-Chef Georg Pölzl streut ihm jedenfalls schon mal Rosen. "Er ist ein ausgewiesener Experte, der die schwierige Personalaufgabe als Teil meines Teams bestmöglich bewerkstelligen kann", wird er in der morgigen Ausgabe des Magazins "Format" zitiert.

Nigl selbst meinte zu seinem künftigen Job: "Restrukturierung heißt nicht nur Personalabbau allein. Es geht darum, eine leistungsorientierte Unternehmenskultur einzuführen." Wobei Kündigungen ohnehin schwierig sind, da 60 Prozent der Postler beamtet sind. Rund 500 von ihnen befinden sich im "Karriere- und Entwicklungscenter" der Post, wo sie bei etwas reduziertem Einkommen zum Daumen drehen verurteilt sind. Ein Ersatz der Briefzusteller durch private Firmen, wie vom ehemaligen Postchef Anton Wais angedacht, erteilte Pölzl in der Vergangenheit bereits eine Absage.

Krankenstands-Datenaffäre

Nigl, der zuletzt Chef der in Auflösung befindlichen ÖBB-Dienstleistungsgesellschaft wr, stand im Zentrum der ÖBB-Datenaffäre um die illegale Sammlung von Krankenstands-Diagnosedaten bei der Staatsbahn. In den ÖBB war in den vergangenen Jahren nicht nur über die Zahl der Krankenstände der Mitarbeiter genau Buch geführt worden, sondern - verbotenerweise - auch über Diagnosen. Die Daten wurden bei Beförderungen herangezogen.

Nigl hatte stets betont, dass diese Datensammlung Vorstand und Gewerkschaft bekannt war, was diese dementierten. Derzeit ermittelt der Staatsanwalt nach einer Sachverhaltsdarstellung der ÖBB.

Betriebsrat abwartend

Der Betriebsrat der Post hat zurückhaltend auf Nigls Bestellung reagiert. "Nigl ist ein Vollprofi, was das Beamten-Dienstrecht betrifft", verwies Betriebsratschef Gerhard Fritz auf die Erfahrung des Wieners bei der Telekom Austria und den ÖBB. Man werde Nigl an seien Taten messen - und hier vor allem an den Leistungen den Mitarbeitern gegenüber. (APA)

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14 Postings
Nutzenoptimierer

Herr Nigl hat eine Begabung Nutzen für sich zu kreieren. Das hat er vorher bei Telekom/Mobilkom/Post im Personalwesen als Einkäufer schon nachhaltig bewiesen. Jetzt kann er nach der Episode ÖBB wieder an den alten "Tatort zurückkehren. Aber Korruption ist in Österreich und bei deren Politikern ja Tagesgeschäft. Da passt Nigl gut hinein.

*lol* glück auf, auf ein neues!

Mein aufrichtiges Mitgefühl allen noch vorhandenen Postlern,

denn Nigl wird in bewährter Weise dafür sorgen, dass sich deren Zahl schnell verringern wird.

WEN hat der in der Hand, daß man ihn nicht und nicht loswerden kann?

Es muß ja Gründe haben, daß der Typ immer wieder im selben Umfeld unterkommt, obwohl man ihn von überall schon wegkomplimentiert hat!

Ich versteh einfach nicht....

.....dass solche Menschen immer wieder auf die Füsse fallen!

bitte unbedingt

einen unkündbaren 5 jahresvertrag damit er beim ausscheiden nach 6 monaten nicht ohne einkommen dasteht und die abfertigung (anspruch sollte schon vor eintritt bestehen) nicht vergessen! ....schöne grüsse von einem steuerzahler

Ein Lehrling ohne besondere Qualifikation durfte nunmehr

schon Personalchef der Telekom, der OEBB und der post sein. Nicht schlecht was sich der oesterr. Steuerzahler hier leistet.

Der Täter kehrt an den Ort des Verbrechens zurück....

.... besagt eine alte Weisheit. Die zweiten lautet offenbar: So voll Dreck kannst bei den Schwarzen gar nicht sein um nicht ein feines Amterl zu ergattern.

Der durch, über mehrere Jahre organisiertes Hinwegsetzen über dutzende Gesetze (lt. oberstem Datenschützer Zeger), bei den ÖBB geschasste Personalchef hat noch ausreichend Reputation für die Post.

Oberstes Kriterium der Schwarzen war immer, selbst im dunkelsten Tunnel noch Schatten zu werfen. Anstand hatte untergeordneten Stellenwert. Beste Vorraussetzungen für einen (Bos)Nigl.

Was hat Nigl mit Schwarz zu tun?

Der ist ein Protegee der Roten. Schwiegerpapi ist ein Gewerkschaftsboss - was der Karriere wohl nicht gerade hinderlich war...

die medien habens ja geschafft:

nicht wer auf kosten anderer auf krankmacht ist in oesterreich ein gauner, sondern der personalchef, der was dagegen tut.

Nigl war kein Personalchef sondern bestenfalls ein mittelmäßiger Belegschaftsdompteur. Dazu einer der mit seinen Bemühungen auch vor jahrelangem und organisiertem Hinwegsetzen über dutzende Gesetze (oberster Datenschützer Zeger) nicht zurückschreckte.

Hierzulande noch immer beste Empfehlung den unbedarften Herrn wieder auf eine Belegschaft loszulassen. Die Postler können einem leid tun.

gleich und gleich gesellt sich gern ...

der passt zum pölzl, beide können nur personal abbauen! manager von heute :(

Also Manager war der Nigl gewiss nie. Dazu fehlte es ihm auf mehreren Ebenen. Würd ihn bestenfalls in die Kategorie hochsubventionierter Belegschaftsdompteur oder Politkommissar einreihen.

Furchtbar...

....mehr fällt mir zu Hrn. Nigl nicht ein!
:-(

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