FP-nahe Webseite wettert online gegen "Homos"

25. Februar 2010, 14:01
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Rücktrittsforderung an Martin Graf: Schreuder nennt Auftritt "unentschuldbare homophobe Entgleisung eines Nationalratspräsidenten"

Im Newsletter des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf wird auf einen Artikel verwiesen, der anbetrachts der Olympischen Spiele das "Pride House" zum Thema macht, berichtet der Grüne Wiener Gemeinderat Marco Schreuder, zugleich Sprecher der Grünen Andersrum. Und das auf "höhnische" Weise, wie Schreuder meint: "Das permanent gebrüllte Kampfwort 'Diskriminierung' ergibt so nur noch von den Homos ausgehend einen Sinn", heißt es auf der verlinkten Webseite des "Vereins zur Förderung der Medienvielfalt" names "Unzensuriert", in dessen Impressum Martin Graf als Autor/Gastkommentator neben weiteren FP-Politikern wie Walter Rosenkranz genannt wird. Der Obmann des Vereins ist der Büroleiter von Martin Graf Walter Asperl, sein Stellvertreter der Pressesprecher von Martin Graf Alexander Höferl.

Das "Pride House" wurde für lesbische und schwule SportlerInnen sowie BesucherInnen der Olympischen Winterspiele in Vancouver als Beitrag gegen Homophobie im Sport und für mehr Akzeptanz eingerichtet, stellt Schreuder fest. Auf der Seite von "Unzensuriert" werde in diesem Zusammenhang von den "Antidiskriminierungs-Propagandisten" geschrieben, denen man vorwirft, sich in eine "Parallelgesellschaft" zu begeben.

Täter-Opfer-Umkehr

Für Schreuder stellt der Beitrag eine "unentschuldbare homophobe Entgleisung" dar, die auf Graf zurückfällt: "Graf negiert somit nicht nur das Problem Homophobie in der Gesellschaft, sondern erklärt Lesben und Schwule selbst zum Problem der Gesellschaft. Dieser Täter-Opfer-Umkehr ist abscheulich, gemeingefährlich und stellt alle Bemühungen der letzten Jahrzehnte, für ein respektvolles Miteinander und für mehr Aufklärung zu sorgen, in Frage."

Rücktritt gefordert

Schreuder fordert als Konsequenz Grafs Rücktritt: "Die Funktion des Nationalratspräsidenten ist mit diesen Äußerungen unvereinbar." Er forderte auch SPÖ und ÖVP auf, "nicht mehr tatenlos zuzusehen, wie ausgrenzendes und menschenverachtendes Gedankengut im Nationalrat beim höchsten Repräsentanten salonfähig wird." (red)

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